Annotationsreport Äußerung

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Turn

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FEsAnzahl annotierter FEs
ANZAHL1
ART_UND_WEISE2
AUSMASS3
BESTANDTEIL1
EIGENSCHAFT16
INHALT7
INTENTION3
MEDIUM1
SEQUENZIELLE_ABFOLGE7
SPRECHER19
ZEITPUNKT4
ÜBERGEORDNETE_HANDLUNG6

Deverbal von äußern. Zweiwertige Valenz: ‚jmd. äußert etw.’. Die Leerstelle ‚jmd.’ entspricht dem FE SPRECHER, die Leerstelle ‚etw.’ den FE THEMA oder INHALT.

Kurzdefinition: Eine Äußerung ist ein kurzer Abschnitt in der Rede eines Sprechers mit bestimmtem Inhalt.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Do greift, als sie sich auf Französisch an Laurent F. wendet, nur einen Teil der Äußerungen [von Werner D.]Sprecher wieder auf [(ça c’est un mandrin à trois mors qui peut ≠ être serré euh . vite’)]Inhalt, d.h., sie konzentriert sich auf die Erläuterungen zum Schnellspannfutter und filtert die selbstgesprächsartigen Anteile in [Werner D.s]Sprecher Äußerung aus. Apfelbaum 2004: 11
Es gelinge nicht, sie adäquat in die institutionelle Welt der Medizin zu übertragen, was sich beim Vergleich von [Ausgangs-]Zeitpunkt und [Ziel]Zeitpunktäußerungen [in Umwandlungen]Übergeordnete_Handlung,

Reduktionen und Hinzufügungen bis hin zum Unterdrücken von Erzählungen zeige.

Apfelbaum 2004: 54
Weiterhin belegt das Transkript, wie in den Dolmetschungen der Modalitätsgehalt in den Äußerungen [der beteiligten Ärztin]Sprecher verändert wird (in etwa: wir wollen x tun vs. sie werden x tun), was – so die Interpretation Meyers im Rahmen der Funktionalen Pragmatik – darauf hindeute, dass die institutionellen Zwecke verfremdet werden. Apfelbaum 2004: 55
Mit Bezug auf Besonderheiten der Institutionsspezifik medizinischer Beratung illustriert Engl und Dimitrova an Transkriptausschnitten auch die dominante Rolle des Arztes, der – verstärkt noch durch die typische Sequenzorganisation im Dolmetschformat – leicht nach jeder [Dolmetschung]Übergeordnete_Handlung einer [Patienten]Sprecheräußerung den Turn übernehmen kann mit der Konsequenz, dass der Patient noch weniger zu Wort kommt als in einer direkten asymmetrischen Kommunikationskonstellation. Apfelbaum 2004: 57
Vermittlung produktiver Fertigkeiten, insbesondere von Kenntnissen zur sprachlichen Realisierung „der diskursstrategischen Anforderungen wie Gesprächseröffnung, -beendigung, Fokussierung, [Meinungs]Eigenschaftäußerung einerseits und der metakommunikativen Sprechhandlungen zur Verständigungssicherung oder zur Signalisierung von ‚Sprachnotsituationen’ andererseits“ (S. 410f) und spezieller noch von „Redemitteln für zwei grundlegende Rollen, nämlich die des Gesprächsführers und die des reagierenden Partners“ (ebd.). Apfelbaum 2004: 86
In der [nachfolgenden]Sequenzielle_Abfolge, [verdolmetschenden]Eigenschaft Äußerung [von Do]Sprecher finden wir ebenfalls prosodische Markierungen, wobei das lexikalische Item deux ebenfalls akzentuiert ist, am Ende der Äußerungseinheiten aber eher fallende Tonhöhenverläufe zu verzeichnen sind. Apfelbaum 2004: 133
Bezogen auf die Frage, wie z.B. das zeitliche Verhältnis zwischen der Produktion von Gesten und der Produktion [verbaler]Eigenschaft Äußerungen ist, stellt Streeck (1993) fest, dass das Nonverbale meist vor dem Verbalen zu kommen scheint. Apfelbaum 2004: 139
Die Äußerung [der Dolmetscherin]Sprecher, [für die es keine explizite Entsprechung im Beitrag des spanischen Geschäftsmanns gegeben hatte]Inhalt, expliziert den Aufbau einer konditionellen Relevanz im Rahmen einer Paarsequenz, so dass auch der zweite Teil der Sequenz, eine Antwort im weitesten Sinne, antizipierbar wird: INT wird eine Frage an NL richten, auf die dieser im Folgenden antworten wird. Apfelbaum 2004: 143
In der einleitenden Äußerung [von S]Sprecher ist zunächst der Reformulierungsindikator zum Beispiel auffällig, mit dem auf semantisch-pragmatischer Ebene eine Einbettung in einen größeren Diskurs- bzw. Textzusammenhang signalisiert wird; (…). Apfelbaum 2004: 146
Unabdingbar seien verbale Perspektivierungen bei der Wiedergabe [expressiver]Eigenschaft Äußerungen [eines Primären Interaktionspartners]Sprecher, 242 denn hier müsse der ausgedrückte Zustand offenbar deskriptiv charakterisiert werden, um die Zuordnung der zum Ausdruck gebrachten Gefühle zu einem bestimmten Urheber zu gewährleisten und eine Verwechslung mit eigenen Gefühlsäußerungen der dolmetschenden Person auszuschließen (vgl. Knapp / Knapp-Potthoff 1985, 456). Apfelbaum 2004: 226
Möglicherweise werden sie jedoch zum Teil auch als [eigenständige deskriptive]Eigenschaft Äußerungen [der dolmetschenden Person]Sprecher interpretiert. Apfelbaum 2004: 234
Im Unterschied zu Kennzeichnungen von initiativen Zügen ist die dolmetschende Person hier jedoch von der Arbeit an konditionellen Relevanzen im Sinne des Signalisierens [präferierter]Eigenschaft [Folge]Sequenzielle_Abfolgeäußerungen entbunden und markiert eher die sequenzielle Position der Reaktion im Rahmen einer globaleren Gesprächsstruktur. Apfelbaum 2004: 237
Während [T2]Sprecher [seine]Sprecher Äußerung nicht [weiterführt]Support, setzt Do ihre Erklärung noch fort und benutzt mehrmals illustrierende Gesten (118-120). T2 ratifiziert mehrmals explizit (120-122); (…). Apfelbaum 2004: 283 Support-Verb
Eine Äußerung [in mündlicher Interaktion]Übergeordnete_Handlung [wird]Support demnach einerseits [in der Interaktion selbst]Übergeordnete_Handlung [geformt]Support (context-shaped), indem sie nur durch Bezug zum Kontext, insbesondere den durch die [direkt vorhergehenden]Sequenzielle_Abfolge Äußerungen geschaffenen, verständlich wird. Asmuß 2003: 110 Support-Verb
Andererseits wird durch jede [neue]Sequenzielle_Abfolge Äußerung ein neuer Kontext geschaffen, in welchem die nachfolgenden Äußerungen durch die Gesprächsteilnehmer zu deuten sind. Asmuß 2003: 110
Nachdem Herta ein Rezipientensignal geliefert hat und eine Pause von einer Sekunde vergangen ist, in der Vera im Müllkalender blättert, widerruft sie ihre vorausgegangene Behauptung mit einer Äußerung, die [durch wobei]Inhalt [eingeleitet wird]Support. Auer & Günthner 2003: 9 Support-Verb
[Im folgenden Ausschnitt (Bsp. 10)]Übergeordnete_Handlung [leitet]Support [der Sprecher]Sprecher mit [ick=sag=mal=so bzw. ick=sach=mal=so]Inhalt (Z. 56, 59 und 62) [stark evaluierende]Intention Äußerungen [ein]Support. Auer & Günthner 2003: 12 Support-Verb
Festzuhalten ist weiterhin, dass uallah zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig grammatikalisch integriert ist – uallah wird als [holophrastische]Eigenschaft Äußerung verwendet. Bahlo 2010: 119
Während in mündlichen Gesprächen bei gleichzeitigem Reden zweier oder mehrerer Kommunikanten die Gefahr besteht, dass keine der [zeitgleich]Zeitpunkt [vorgebrachten]SupportÄußerungen adäquat wahrgenommen werden kann, macht die strikt sequenzielle Organisation der Bildschirmanzeige (die in SCUs schriftrollenartig aufgebaut wird) eine Beeinträchtigung der Wahrnehmung eines Beitrags durch einen anderen Beitrag unmöglich. Beißwenger 2003: 9 Support-Verb
Die Bezeichnung Chat-Beitrag (oder kurz: Beitrag) verwende ich für solche [Teilnehmer]Sprecheräußerungen, [die im Display aufgrund jeweils eines vorangehenden und eines nachfolgenden Absatzreturns als Einheiten isolierbar sind, die vom betreffenden Produzenten durch Ausführung eines Sendeakts als Einheit an den Chat-Server und von diesem in das Display der Adressatenrechner übermittelt wurden]Medium. Beißwenger 2003: 11
Intonation ist die Melodie, mit der [sprachliche]Eigenschaft Äußerungen [realisiert werden]Support. Blühdorn 2013: 243 Support-Verb
Ein erster Kerngedanke besteht darin, dass eine [gesprochene]Art_und_Weise Äußerung [in Einheiten]Bestandteil [zerlegt wird]Kontroll. Blühdorn 2013: 248 Kontroll-Verb
Bestehende Wahlmöglichkeiten zwischen Alternativen haben starken Einfluss darauf, wie eine [längere]Ausmaß Äußerung [gegliedert (phrasiert) werden kann]Kontroll. Blühdorn 2013: 273 Kontroll-Verb
Bei den beiden Hauptfiguren des Romans, dem Ich-Erzähler Paul und seinem Vater, lässt sich jedenfalls feststellen, dass Paul über ein weitaus größeres Repertoire an sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten verfügt als sein Vater, eine Tatsache, die Paul sehr stört und die [ihn]Sprecher [immer wieder]Sequenzielle_Abfolge zu [kritischen]Intention Äußerungen [veranlasst]Kontroll, wie im nun folgenden Kapitel aufgezeigt wird. Buzek 2013: 72 Kontroll-Verb
Z.B. wird in Spranz-Fogasy (i.d.Bd., Kap. 4.3) gezeigt, dass eine Patientin ihre Antwort auf eine ärztliche Informationsfrage so formuliert, dass erkennbar wird, dass sie die Arztfrage zugleich als eine Infragestellung der Glaubwürdigkeit [ihrer]Sprecher [früheren]Zeitpunkt Äußerungen interpretiert. Deppermann 2010: 380
Die Beziehung zwischen [zwei]Anzahl Äußerungen [(einer initiativen und einer reaktiven)]Eigenschaft wird durch eine Struktur charakterisiert, bei der die [initiative]Eigenschaft Äußerung die Realisierung eines korrespondierenden Typs erwartbar macht (eine Antwort als Reaktion auf eine Frage). Deppermann & Schmitt 2007: 28
Zwei verschiedene Texte, die zwei verschiedenen Personen (der Figur Anja und der Erzählerin Jutta) in zwei verschiedenen Welten (der erzählten Welt und der Erzählwelt) entstammen, werden in einer [komplexen]Eigenschaft Äußerung miteinander verwoben. Günthner 2002: 63
Die Äußerung [der zitierten Figur (Frau Berg)]Sprecher verschmilzt mit der Evaluation durch die Erzählerin. Günthner 2002: 65
Sie können sowohl der Äußerung, [auf die sie Bezug nehmen]Sequenzielle_Abfolge, mehr Nachdruck verleihen als auch eine strukturierende Funktion übernehmen. Hagemann 209: 147
Erstens würde er damit im Falle einer [assertiven]Intention Bezugs]Eigenschaftäußerung – [mit der immer auch zum Ausdruck gebracht wird, dass der Sprecher das, was er sagt, für wahr hält]Inhalt– die Konsistenz seiner Wissensbestände grundsätzlich in Frage stellen; und zweitens signalisiert die Suspendierung der einer tag question in der Regel folgenden übergaberelevanten Stelle, dass redezuginterne tags kein initiatives Sequenzpotential bergen. Hagemann 209: 152
Mit der [(Bezugs-)]EigenschaftÄußerung [in Zeile 06]Übergeordnete_Handlung (rembourSÉE) heißt das glaub ich- [vollzieht]Support

[Sprecher A]Sprecher eine [Vermutungs]Inhaltäußerung: die Illokutionskraft ist im Vergleich zu derjenigen einer Behauptung im Hinblick auf den Stärkegrad der Aufrichtigkeitsbedingung um eine Stufe herabgesetzt.

Hagemann 209: 167 Support-Verb
Diese zum Teil [sehr kurzen]Ausmaß und gelegentlich [unverständlichen]Eigenschaft Äußerungen haben [die Kinder]Sprecher demzufolge sprecherisch so eindeutig, geradezu [plakativ]Art_und_Weise [markiert]Kontroll beziehungsweise [stilisiert]Kontroll, dass sie mit den Vorstellungen erwachsener Hörer übereinstimmen. Hormuth 2009: 273 Kontroll-Verb
Es wird erfasst, ob dasjenige Kind, das die [(offenbar als nicht abgeschlossen empfundene)]Eigenschaft Äußerung [seines Spielpartners]Sprecher ergänzt, auch den Spannungsbogen aufnimmt und ohne Bruch weiterführt. Hormuth 2009: 281
Katja leitet den Exkurs mit einer [erzählend-redeankündigenden]Eigenschaft Äußerung ein: (…) (S22-24f); es ist zu vermuten, dass mit "se" beziehungsweise "die", anders als in den Vorgängeräußerungen S18-21f, nicht die 'erwachsenen Familienmitglieder' gemeint sind, sondern 'Kindergärtnerinnen'. Hormuth 2009: 288
Denn die [folgenden]Sequenzielle_Abfolge [äußerst kurzen (jeweils dreisilbigen)]Ausmaß [Zweiwort]Inhaltäußerungen sind nur zu verstehen, wenn man sie als in der 'Kindergärtnerinnen'-Identität gesprochene Anweisungen auffasst. Hormuth 2009: 288