Annotationsreport Abbruch

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Anakoluth

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT5
BEISPIEL1
FREQUENZ1
REALISIERUNGSART11
RELATION1
SPRECHER2
UMSTAND1
ÄUSSERUNG14

Deverbales Nomen von abbrechen; zweiwertige Valenz: ,jemand bricht etwas ab‘. Zentrales FE: SPRECHER. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die abbrechende Person (FE Sprecher) allerdings in den Belegstellen selten realisiert. Abgebrochen werden Gespräche, Beiträge, Sätze, Wörter oder Silben (FE ÄUSSERUNG).

Kurzdefinition: Mit Abbruch wird im gesprochensprachlichen Kontext das Abbrechen einer Äußerung (Gespräch, Beitrag, Satz, Wort, Silbe)beschrieben.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
"„Zunächst nur als „Fehlplanung“ gesehen, konnten Abbrüche [mit Bezug auf Äußerungen eines anderen Beteiligten]Relation als interaktiv sinnvoll ausgewiesen werden (…).“" Schwitalla 2001: 898
"„Ein Abbruch [der syntaktischen Konstruktion]Äusserung, gefolgt von einem korrigierenden Neueinsatz, wurde oft aus psychischen Gründen erklärt (…).“" Schwitalla 2001: 899
Das Zusammenbringen von Inkompatiblem resultiert in diesen Sequenzen nicht in Unverständnis und einem [konversationellen]Realisierungsart Abbruch. Ehmer 2010: 285
Durch den [syntaktischen]Realisierungsart Abbruch und die progrediente Intonation aber projiziert die Sprecherin eine Fortsetzung der Äußerung, die jedoch nicht erfolgt. Ehmer 2010: 333
Der Abbruch [des Syntagmas]Äusserung findet also erst nach dem „glaub ich-" statt. Imo 2006: 267
Der Abbruch [des nicht-ratifizierten Code-Switching]Äusserung erinnert strukturell auch an den in Kapitel 1.2 als (2,1) dokumentierten Versuch von Laurent F., das Französische als Kommunikationssprache zu etablieren. Apfelbaum 2004: 122
Während hier der Abbruch [von S]Sprecher noch dadurch erklärt werden kann, dass sich T1 mit einem Rezeptionssignal beteiligt und sich so bereits frühzeitig der Dolmetscherin als nächster Rezipient zur Verfügung stellt, belegen andere Fälle, dass ein/e Primär/er Interaktionspartner/in der dolmetschenden Person auch dann noch den Turn überlässt, wenn sie zunächst mit einem continuer einen Verzicht auf Turnübernahme signalisiert hatte. Apfelbaum 2004: 215
MO versucht seinen Turn zu realisieren; es kommt jedoch zum Abbruch [in seiner Äußerung]Auftretensort. Rybszleger 2009: 115
Es kommt zu einem Abbruch [in der eigenen Äußerung]Auftretensort. Rybszleger 2009: 120
Der Kommentar in (365) bewirkt einen [abrupten]Realisierungsart Abbruch bei [MO]Sprecher (366). Rybszleger 2009: 139
In (130) kommt es zu einem Abbruch innerhalb der Äußerung]Auftretensort. Rybszleger 2009: 153
Wenn wir also Rezipienten eines solchen Redezugs sind, löst der Abbruch [des Redezugs]Äusserung so etwas wie einen Dekodierungsalarm aus: (…). Uhmann 2006: 184
Doch wie Transkriptausschnitt (15) zeigt, (…), ist auch dies eine Beobachtung, die nicht die Generalisierung erlaubt, dass der Abbruch [innerhalb des Reparandums]Auftretensort notwendigerweise bedeutet, dass auf eine syntaktische Schleife verzichtet werden muss. Uhmann 2006: 194
Der Bindestrich stellt _ semiotisch kontraintuitiv _ einen [artikulatorischen]Realisierungsart Abbruch, das Gleichheitszeichen einen unmittelbar raschen turn-Anschluß („latching“) dar. Redder 2001: 1045
Da der Wechsel und die Bestätigung von Sprecher- und Hörerrollen zu Grundvoraussetzungen des Gesprächs gehören, ist anderseits auch das Ausbleiben von Höreraktivitäten ein starkes Steuerungsmittel, falls es vom Sprecher als Zeichen für Desinteresse oder Aufmerksamkeitsentzug gewertet wird und so zum Abbruch [der Interaktion]Äusserung führen kann. Tiittula 2001: 1365
Sie sind eindeutig reaktiv, wenn sie beispielsweise den erfolglosen Abbruch [einer Interaktion]Äusserung signalisieren:(…). Techtmeier 2001: 1459
Beispiel 109 EL-Selbstreparatur unmittelbar nach Abbruch [des zu korrigierenden Wortes]Äusserung. Rittgeroth 2009: 167
Auf der Grundlage von finnischen Gesprächsdaten untersuchen Laakso/Sorjonen (2010) nicht-lexikalische und lexikalische Verfahren der Selbstinitiierung von Reparaturen und stellen diese in Zusammenhang mit unterschiedlichen Typen der Reparaturdurchführung, nämlich mit der Ersetzung der Problemquelle („replacing“), mit der Hinzufügung von neuem Sprachmaterial („inserting“) sowie mit dem Abbruch [einer TCU]Äusserung und dem Beginn einer neuen („abandoning“). Papantoniou 2012: 59
Das am meisten verbreitete nicht-lexikalische Verfahren ist der Abbruch [anhand eines Glottalverschlusses („cut-off“)]Realisierungsart. Papantoniou 2012: 59
So projiziert die ausschließlich zu Reparaturzwecken verwendete Negationspartikel „eiku“ eine Ersetzung der Problemquelle oder einen Abbruch [der gesamten TCU]Äusserung. Papantoniou 2012: 60
Die Entscheidung, ob ein [syntaktischer]Realisierungsart Abbruch vorhanden ist, wird bereits während der Verschriftung der Dialoge getroffen und in der Transliteration durch spezielle Symbole markiert. Peters 2006: 28
Der erste Datensatz enthält etwa 300 prosodische Phrasen, die mit einem [syntaktischen]Realisierungsart Abbruch enden, [der nicht durch eine Unterbrechung durch den Dialogpartner hervorgerufen wurde]Umstand. Peters 2006: 176
In der Etikettierung sind [syntaktische]Realisierungsart Abbrüche gekennzeichnet. Peters 2006: 200
Wenn an der Position eines [syntaktischen]Realisierungsart Abbruchs eine prosodische Grenze etikettiert ist, kann davon ausgegangen werden, dass es sich nicht um eine gezielte, inhaltlich gliedernde Grenze handelt, sondern dass es an dieser Position der Äußerung Planungsprobleme gab, die den [syntaktischen]Realisierungsart Abbruch bedingten und ebenfalls zu dem prosodischen Einschnitt geführt haben. Peters 2006: 214
(…), wenn also z.B. ein [syntaktischer]Realisierungsart Abbruch zusammen mit einer nachfolgenden Hasitationspartikel vorkommt, wird diese prosodische Grenze in keine der drei Klassen einbezogen. Peters 2006: 215
Die Ursachen für den Abbruch [einer Äußerung]Äusserung liegen zum einen bei störendem Einfluß durch bei der Aufnahme anwesende Personen (vgL (1»)), zum anderen bei der Umgestaltung oder Korrektur der Äußerung durch den Sprecher selbst. Spiekermann 1997: 266
Der [zweimalige]FrequenzAbbruch [des Interrogatives was]Äusserung (Z. 10) hängt ebenfalls mit dem parallelen Sprechen zusammen. Werdecker 2008: 21
Der Abbruch [nach der Referenz ich]Auftretensort (Z. 28) wie auch die gefüllte Pause äh (Z. 28) markieren die kurze Sprachlosigkeit des primären Sprechers und geben ihm Zeit zu überlegen. Werdecker 2008: 38
Die steigende Intonation und der Artikel den (Z. 9) in Endstellung markieren den Abbruch [der Proposition]Äusserung. Werdecker 2008: 61
Da das vorherige parallele Sprechen jedoch die Sprecherrolle RE eingeschränkt hatte, wurde der Abbruch [der Thematik]Äusserung nicht als störend empfunden und somit auch nicht geahndet. Werdecker 2008: 65
Auch der Abbruch [wa (Z. 8)]Beispiel [des Interrogativpronomens ‚was’]Äusserung ist in diesem Sinne zu verstehen. Werdecker 2008: 80