Annotationsreport Analepse: Unterschied zwischen den Versionen

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Analepse im altgriechischen Ἀνάληψις, auch Rückblende, Rückwendung  kann als deverbales Nomen („jmd. wendet etwas zurück“) aufgefasst werden.. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die Person, welche Satzteile auslässt (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert, obwohl dieses FE aufgrund der Valenz des deverbalen Nomens implizit vorhanden ist. Für das Auslösen der Analepse (z.B. Subjektbezug, aufeinanderfolgende Handlungen derselben Person) wurde das FE GRUND gewählt.
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Analepse im altgriechischen Ἀνάληψις, auch Rückblende, Rückwendung  kann als deverbales Nomen („jmd. wendet etwas zurück“) aufgefasst werden. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die Person, welche Satzteile auslässt (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert, obwohl dieses FE aufgrund der Valenz des deverbalen Nomens implizit vorhanden ist. Für das Auslösen der Analepse (z.B. Subjektbezug, aufeinanderfolgende Handlungen derselben Person) wurde das FE GRUND gewählt.
  
 
<u>Kurzdefinition:</u> Im linguistischen Gebrauch wird die Analepse als Weglassung von Satzteilen, welche bereits aus dem semantischen und syntaktischen Kontext vorheriger Sätze erschlossen werden können, bezeichnet. Dabei orientieren sich Analepsen am Rhema (wenn das Thema der Äußerung klar ist, konzentriert sich die Aussage auf das Rhema).
 
<u>Kurzdefinition:</u> Im linguistischen Gebrauch wird die Analepse als Weglassung von Satzteilen, welche bereits aus dem semantischen und syntaktischen Kontext vorheriger Sätze erschlossen werden können, bezeichnet. Dabei orientieren sich Analepsen am Rhema (wenn das Thema der Äußerung klar ist, konzentriert sich die Aussage auf das Rhema).
 
 
  
 
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Zusammenhang mit der [Verbkomplex]<sub>Satzteil</sub>-'''Analepse''' und der [Vorfeld]<sub>Vorkommen</sub>-'''Analepse''' und damit die dominante Operationsweise (>von links nach rechts<) verdeutlichen: (…).
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Aktuelle Version vom 21. August 2018, 11:23 Uhr

Kurzform

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FEsAnzahl annotierter FEs
EIGENSCHAFT1
FORM1
GRUND3
KONSTRUKTION2
REALISIERUNGSART6
SATZTEIL4
VORKOMMEN12

Analepse im altgriechischen Ἀνάληψις, auch Rückblende, Rückwendung kann als deverbales Nomen („jmd. wendet etwas zurück“) aufgefasst werden. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die Person, welche Satzteile auslässt (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert, obwohl dieses FE aufgrund der Valenz des deverbalen Nomens implizit vorhanden ist. Für das Auslösen der Analepse (z.B. Subjektbezug, aufeinanderfolgende Handlungen derselben Person) wurde das FE GRUND gewählt.

Kurzdefinition: Im linguistischen Gebrauch wird die Analepse als Weglassung von Satzteilen, welche bereits aus dem semantischen und syntaktischen Kontext vorheriger Sätze erschlossen werden können, bezeichnet. Dabei orientieren sich Analepsen am Rhema (wenn das Thema der Äußerung klar ist, konzentriert sich die Aussage auf das Rhema).

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Es handelt sich hierbei nicht um eine [einfache]Realisierungsart Analepse: (…). Deppermann 2006: 14
Folglich könnte man nun von einer Kombination aus '[Vorfeld]Vorkommen-Analepse' mit einer 'Analepse [im Bereich des Verbalkomplexes']Vorkommen sprechen. Günthner 2006: 109
Eine [subjektbezogene]Grund Analepse kann sich auf Vorgänger-Konstituenten beziehen, die an anderer Position stehen, im folgenden Beispiel ist es ein Subjekt-Ausdruck im Mittelfeld; der Rest der Vorgängerstruktur wird defokussiert: (…). Hoffmann 1998: 11
Wenn der syntaktisch zentrale (Tempus; Numerus-, Personendung) finite Verbteil schon vom ersten Konjunkt übernommen wird, kann dies die Analepse [des ganzen Verbalkomplexes]Satzteil mit sich bringen (43,44). Hoffmann 1998: 16
Wir beginnen die Darstellung mit einer Serie von Beispielen, die den Zusammenhang mit der [Verbkomplex]Satzteil-Analepse und der [Vorfeld]Vorkommen-Analepse und damit die dominante Operationsweise (>von links nach rechts<) verdeutlichen: (…). Hoffmann 1998: 18
Mindestens umgangssprachlich finden sich auch Analepsen, [die unterschiedliche Numerus- und Personkennzeichnungen überspringen]Eigenschaft, aber nicht differente Tempora: (…). Hoffmann 1998: 16
Die Regularitäten [diskontinuierlicher]Realisierungsart [Mittelfeld]Vorkommen-Analepsen illustrieren die folgenden Beispiele; ist die Bedingung der unmarkierten Folge erfüllt, finden sich auch [diskontinuierliche]Realisierungsart Analepsen im Mittelfeld, [denen kein paralleler Strukturaufbau zugrunde liegt: (…)]Konstruktion. Hoffmann 1998: 19
Folglich könnte man nun von einer Kombination aus '[Vorfeld]Vorkommen-Analepse' mit einer 'Analepse [im Bereich des Verbalkomplexes]Vorkommen' sprechen. Günthner 2006: 109
Eine [subjektbezogene]Grund Analepse kann sich auf Vorgänger-Konstituenten beziehen, die an anderer Position stehen, (…). Hoffmann 1998: 11
Wenn der syntaktisch zentrale (Tempus; Numerus-, Personendung) finite Verbteil schon vom ersten Konjunkt übernommen wird, kann dies die Analepse [des ganzen Verbalkomplexes]Satzteil mit sich bringen (43,44). Hoffmann 1998: 16
Die Beispiele (68-70) sind unproblematisch, obwohl eine diskontinuierliche Struktur der [Mittelfeld]Vorkommen-Analepsen entsteht: (…). Hoffmann 1998: 20
[Diskontinuierliche]Realisierungsart Analepsen sind nur möglich, wenn die Konjunkte durch Konjunktoren verbunden sind (syndetische Konstruktion) und im Vorgänger-Konjunkt die (relativ zu Skopusverhältnissen und semantisch bedingter Anbindungsfolge) unmarkierte Mittelfeldfolge vorliegt; (…). Hoffmann 1998: 21
Bei Juxtaposition oder gar bloßer Satzfolge sinkt die Akzeptabilität [diskontinuierlicher]Realisierungsart Analepsen drastisch. Hoffmann 1998: 20
Wenn wir die Nominalphrasen in (71) wie in (71’) - also zur markierten Abfolge - umstellen, ergibt sich eine ungrammatische Struktur aufgrund der [diskontinuierlichen]Realisierungsart Analepsen. Hoffmann 1998: 20
In seiner funktional-pragmatischen Systematisierung unterscheidet Hoffmann bei den Koordinationsstrukturen nach sogenannten ,Analepsen' und ,Katalepsen' und behandelt als Ellipsen die folgenden Typen: (…). Selting 1997: 120
Die Daten enthalten [Vorfeld]Vorkommen-''Analepsen'' (…), [bei denen das Vorfeld (meist SUBJ) der ersten Teiläußerung auch für die folgende – koordinierte – Teiläußerung gilt]Konstruktion. Breckle 2009: 140
Wie bei den [in koordinierenden Äußerungen produzierten]Vorkommen Analepsen gilt auch in diesen Fällen das vorherige Vorfeld für den folgenden- korrigierten, reformulierten bzw. wiederholten – Äußerungsteil. Breckle 2009: 140
Außer den Analepsen [für aufeinanderfolgende Handlungen derselben Person]Grund (…), den Analepsen [in der Reformulierung]Vorkommen (…) und [im Kommentar einer Hörerin zur Person, von der gerade die Rede ist]Vorkommen (…), haben wir eine Analepsenfolge (…), welche zur großen Detailliertheit der direkten Rede vorher im Kontrast steht. Schwitalla 2003: 105
Die unmittelbare Vorstufe einer freien IK finden wir in Koordinations-ellipsen, in denen die [IK]Form die Analepse [einer vorangehenden Modal-konstruktion]Satzteil ist: (…). Deppermann 2006: 4 Kopula-Konstruktion
Eine Konstruktion, die in den vorliegenden Erzählungen immer wieder verwendet wird, stellt die "[Vorfeld]Vorkommen-analepse" (…) bzw. "uneigentliche Verbspitzenstellung" (…) dar und damit eine Äußerung, die mit dem finiten Verb einsetzt und deren Vorfeld unbesetzt bleibt. Günthner 2005: 3