Annotationsreport Diskursmarker

Aus Terminologisches Grundwissen der Gesprächs- und Diskurslinguistik: eine Lehr- und Lernplattform
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sprechersignal

Farben einblenden (Benötigt aktiviertes JavaScript)

FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT1
BEISPIEL5
FREQUENZ1
HINWEIS29
POSITION5
REALISIERUNGSART2
SPRACHE2
SPRECHER2
SUBTYP2
WIRKUNG2

Determinativkompositum mit deverbalem Kopf von markieren. Zweiwertige Valenz: ‚jmd. markiert etw.’ Das FE HINWEIS wird – gewissermaßen im übertragenen Sinn: Diskursmarker, als ein Marker, der auf die Organisation des Diskurses hinweist – im Erstglied ‚Diskurs-’ realisiert und als solches annotiert.

Kurzdefinition: Ein Diskursmarker ist ein Sprechersignal, das dem Hörer einen Hinweis auf die Anordnung bzw. Organisation des Diskurses gibt.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Anders steht es mit Gesprächspartikeln (...), [Diskurs]Hinweismarkern (...) und manchen Interjektionen (...), [die tatsächlich nur in konzeptioneller Mündlichkeit vorkommen]Auftretensort (...). Schwitalla 2006: 25
Der letzte Teil plädiert dafür [ich schwöre]Beispiel [als jugendspezifischen]Sprecher [Diskurs]Hinweismarker zu fassen. Bahlo 2010: 101
Auer/Günthner (2003:1) fassen im Bezug auf [Diskurs]Hinweismarker zusammen: (…) [Diskurs]Hinweismarker in diesem Sinn sind metapragmatische sprachliche Zeichen. Sie machen das sprachliche Handeln interpretierbar, d.h. sie kommentieren es, steuern es, sichern seine formalen Voraussetzungen oder verankern es im Kontext. Sie können prosodisch selbständig sein, also eigene Intonationsphrasen bilden. Bahlo 2010: 110
Günthner/Imo (2003) stellen in ihrer Arbeit zur Reanalyse von Matrixsätzen am Beispiel von ich-meine-Konstruktionen fest, dass sich die vorliegenden Fälle von herkömmlichen [Diskurs]Hinweismarkern unterscheiden, da sie nicht den Wortklassen der Konjunktionen, Adverbien, Interjektionen bzw. Präpositionalphrasen entstammen (vgl. Günthner/Imo 2003:20). Bahlo 2010: 111
Mit dem Rückgang des Auftretens von ich schwöre geht auch die Anzahl der [ich-schwöre-]Beispiel [Diskurs]Hinweismarker zurück. Bahlo 2010: 118
[Jugendsprachliche]Sprecher [Diskurs]Hinweismarker unterscheiden sich nicht signifikant von [Diskurs]Hinweismarkern, [die der Standardvarietät entstammen]Realisierungsart. Bahlo 2010: 118
Hingewiesen sei hier auf die Arbeiten von Auer (2003) und auch Androutsopoulos (2002), die sich u.a. mit [ethnolektal]Realisierungsart [markierten]Kontroll [Diskurs]Hinweismarkern beschäftigen. Bahlo 2010: 118 Kontroll-Verb
Auffällig ist bei dieser Auswertung, dass es sich bei ich schwöre um einen [Diskurs]Hinweismarker handelt, [dessen Verwendung mit Zunahme des Alters rückläufig zu sein scheint]Frequenz. Bahlo 2010: 120
[Diskurs]Hinweismarker sind in der Regel vermehrt in der mündlichen Rede zu finden. Bahlo 2010: 120
Geht man mit Auer/Günthner (2003:14ff.) davon aus, dass sich eine tag question wie ne? aus dem Negationsadverb nicht entwickelt hat, das Teil einer komplexeren syntaktischen Form war, bevor es zum [äußerungsfinalen]Position [Diskurs]Hinweismarker wurde, lässt sich auf der Grundlage der Bedeutung der lexikalischen Elemente eines Syntagmas wie nicht wahr? etwa folgende Bedeutungsbestimmung ansetzen: 'Entspricht das, was ich gesagt habe, nicht der Wahrheit?'. Hagemann 2009: 152
Die Merkmale der syntaktischen Dekategorisierung, der Reduktion der internen Syntax (Univerbierung), der semantischen Ausbleichung, des phonologischen Substanzverlusts sowie des Wandels von denotativer zu metapragmatischer Bedeutung (vgl. Auer/Günthner 2003:16ff.) sprechen dafür, [tag questions]Subtyp [wie ne?]Beispiel als [Diskurs]Hinweismarker oder 'pragmatic marker' aufzufassen. Hagemann 2009: 152
Auch Turnübernahmesignale oder [turneinleitende]Wirkung [Diskurs]Hinweismarker [wie ja, nee, gut oder okay]Beispiel werden je nach prosodischer Realisierung als Bestandteil der folgenden Intonationsphrase, als prosodisch unselbstständige Intonationsphrasen oder als prosodisch selbstständige Intonationsphrase transkribiert. Selting et al. 2009: 375
Die [deutschen]Sprache [Diskurs]Hinweismarker sind topologisch durch ihre ‚periphere‘ syntaktische Stellung gekennzeichnet (die sie u.a. von den Modalpartikeln unterscheidet): sie sind selbständigen Syntagmen voran- oder nachgestellt. Auer & Günthner 2003: 1
Die [deutschen]Sprache [Diskurs]Hinweismarker sind teils homophon mit Adverbien, Konjunktionen, Subjunktionen u.a.; von diesen unterscheiden sie sich in Bezug auf ihre syntaktische Rolle und ihre Funktion. Auer & Günthner 2003: 1
Eine weitere wichtige Quelle für [vorangestellte]Position [Diskurs]Hinweismarker sind Subjunktionen. Auer & Günthner 2003: 5
Der [Diskurs]Hinweismarker [der Höflichkeit]Wirkung [bitte]Beispiel ist aus ich bitte (darum), dass... reduziert (erkennbar am phonologischen Substanzverlust sowie dem Verlust externer Syntax). Auer & Günthner 2003: 12
Wir haben uns bisher mit [Diskurs]Hinweismarkern beschäftigt, die vor allem [vor Äußerungen]Position (Sätze) [gestellt werden]Support. Auer & Günthner 2003: 14 Support-Verb
Daneben gibt es eine Vielzahl an [Diskurs]Hinweismarkern, die [nachgestellt werden]Support. Auer & Günthner 2003: 14 Support-Verb
Aus Platzgründen erwähnen wir hier nur summarisch die wichtigsten Entstehungswege für solche [äußerungsfinalen]Position [Diskurs]Hinweismarker: (…). Auer & Günthner 2003: 14
Matrixsätze mit Verba sentiendi und dicendi sind im Deutschen nicht nur eine beliebte Quelle für [vorangestellte]Position [Diskurs]Hinweismarker, sondern auch für [Diskurs]Hinweismarker [in der Funktion von tagquestions]Subtyp. Auer & Günthner 2003: 15
[Diskurs]Hinweismarker sind meist starken Stellungseinschränkungen unterworfen. Auer & Günthner 2003: 17
Im Gegensatz zu den ursprünglichen Konstruktionen sind die [Diskurs]Hinweismarker grammatisch gesehen immer weglassbar, d.h. die entsprechende Äußerung wird ohne den [Diskurs]Hinweismarker nicht ungrammatisch. Daraus ergibt sich in der Regel eine Abnahme der Obligatorik. Auer & Günthner 2003: 17
[Diskurs]Hinweismarker sind nicht obligatorisch und deshalb nicht Teil der Satzgrammatik als ars obligatoria. Auer & Günthner 2003: 19
Auf der phonologischen Ebene ist die Erosion weniger einheitlich: Bei [manchen] [Diskurs]Hinweismarkern ist ein Verlust an phonologischer Substanz zu beobachten, bei anderen nicht. Auer & Günthner 2003: 19
(…) [Diskurs]Hinweismarker sind fast ausschließlich auf die peripheren Satzpositionen beschränkt, ihre Vorgängerstrukturen (z.B. Adverbien) nicht unbedingt. Auer & Günthner 2003: 20