Annotationsreport Diskurspartikel: Unterschied zwischen den Versionen

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|Abschnitt 8.3 enthält einige Überlegungen zum semantischen Verhältnis der [unbetonten]<sub>Realisierungsart</sub> ['''Diskurs]'''<sub>Auftretensort</sub>['''partikel''']<sub>Äußerungsteilchen</sub> [''wohl'']<sub>Beispiel</sub> mit ihrem betonten Gegenstück WOHL.
 
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|Dieses Ziel wurde insofern erreicht, als dass unsere Hypothesen zur Intonation durch empirische Daten gestützt werden konnten, auch wenn sich im Vergleich mit der Interpretation der [lexikalisch leeren]<sub>Lexikalischer_Gehalt</sub> ['''Diskurs]'''<sub>Auftretensor</sub>['''partikel''']<sub>Äußerungsteilchen</sub> [hm]<sub>Beispiel</sub> ein spiegelbildliches Verhältnis steigender Konturen ergab.
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|Dieses Ziel wurde insofern erreicht, als dass unsere Hypothesen zur Intonation durch empirische Daten gestützt werden konnten, auch wenn sich im Vergleich mit der Interpretation der [lexikalisch leeren]<sub>Lexikalischer_Gehalt</sub> ['''Diskurs]'''<sub>Auftretensort</sub>['''partikel''']<sub>Äußerungsteilchen</sub> [hm]<sub>Beispiel</sub> ein spiegelbildliches Verhältnis steigender Konturen ergab.
 
|Kaiser & Baumann 2013: 23
 
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Aktuelle Version vom 2. August 2016, 18:13 Uhr

Gesprächspartikel

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FEsAnzahl annotierter FEs
ANZAHL1
AUFTRETENSORT20
BEISPIEL11
FREQUENZ1
FUNKTION3
LEXIKALISCHER_GEHALT1
POSITION2
REALISIERUNGSART2
SPRACHE3
ÄUSSERUNGSTEILCHEN19


Von lat. particula (= Teilchen, Stück, Verkleinerungsform von lat. pars). Kompositum mit ‚-partikel’ als bedeutungstragendem Kopf. Relationales Nomen: ‚ein Partikel innerhalb von etw.’ Zentrales FE: AUFTRETENSORT. Dieses wird bei der LE direkt im Erstglied des Kompositums realisiert. Vor dem Hintergrund des Gesprächspartikel-Frames wird der Kompositumskopf zudem selbst als Realisierung des FE ÄUSSERUNGSTEILCHEN annotiert. Dieses wird bei der LE direkt im Erstglied des Kompositums realisiert. Vor dem Hintergrund des Gesprächspartikel-Frames wird der Kompositumskopf außerdem selbst als Realisierung des Frame-Elements ÄUSSERUNGSTEILCHEN annotiert.

Kurzdefinition: Diskurspartikeln sind meist unflektierbare Wörter und kleinere Phrasen, die keine selbstständigen Satzglieder bilden. Sie sind häufig semantisch ausgewaschen und operieren eher auf der pragmatischen Ebene. Damit einhergehend haben sie primär eine diskursorganisierende und diskursmodellierende Funktion.


Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Heritage hat mit seiner Untersuchung der [englischen]Sprache[Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen [oh]Beispiel ebenfalls Argumente für die Annahme dreischrittiger Sequenzen geliefert. HSK (16.2) 2001: 1232
Local (1996) belegt, daß prosodisch unterschiedliche Versionen der [engl.]Sprache[Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen [OH]Beispiel verschiedene konversationelle Funktionen erfüllen. HSK (16.2) 2001: 1126
Gs Ablehnung des Vorschlags von S (eine Petition gegen die Videoüberwachung in einer Universitätsbibliothek zu unterschreiben) wird nach Kotthoff (1993, 198) durch folgende Merkmale als nichtpräferierte Reaktion markiert: die vorangestellte Abschwächung (ich hab halt die Befürchtung, Z 45), die mit der [(verzögernden)]Funktion [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen [na]Beispiel eingeleitet wird und die Modalpartikel halt enthält, die Pause und das leichte Lachen in Z 47, das Anzeigen der subjektiven Meinung durch ich mein sowie das Zögern in Z 48 und schließlich die teilweise positive Bewertung von Ss Vorschlag in Z 49. HSK (16.2) 2001: 1230
In den Abschnitten 2.3 und 3 wurde gezeigt, dass die [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen [wohl]Beispiel satztypabhängig in zweierlei Hinsicht ist. Zimmermann 2004: 20
Abschnitt 8.3 enthält einige Überlegungen zum semantischen Verhältnis der [unbetonten]Realisierungsart [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen [wohl]Beispiel mit ihrem betonten Gegenstück WOHL. Zimmermann 2004: 27
Im Gegensatz dazu liefert dieser letzte Abschnitt anhand eines Vergleichs der [Diskurs]Auftretensort[partikeln]Äußerungsteilchen [wohl und ja]Beispiel Evidenz für die Hypothese, dass verschiedene [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen trotz ihrer syntaktischen und phonologischen Gemeinsamkeiten semantisch keine gemeinsame Klasse bilden. Zimmermann 2004: 31
Schlussfolgerung: Vergleich - FBA bei deutschen MPn und [chinesischen]Sprache [satzfinalen]Position [Diskurs]Auftretensort[partikeln]Äußerungsteilchen Abraham 2010: 6
Es ist jedoch zweifelhaft, ob das Konzept des Akzents für die Beschreibung von hms und anderer [Diskurs]Auftretensort[partikeln]Äußerungsteilchen, [die eigene Intonationseinheiten bilden]Realisierungsart, sinnvoll ist – insbesondere wenn sie nur aus einer Silbe bestehen. Kaiser & Baumann 2013: 12
Die Funktion der [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen [im Diskurs]Auftretensort besteht nach Ehlich im Ausdruck von Konvergenz und Divergenz. Kaiser & Baumann 2013: 14
Dies bezieht sich in GToBI zwar nur auf initiale Grenztöne, könnte aber aufgrund der Kürze der Äußerungen auch für unsere hm-Stimuli gelten – zumal (wie oben erwähnt) unklar ist, inwiefern bei Äußerungen, die nur aus [einer]Anzahl [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen bestehen, eine Unterscheidung der Konzepte Grenzton und Akzentton Sinn ergibt. Kaiser & Baumann 2013: 17
Dieses Ziel wurde insofern erreicht, als dass unsere Hypothesen zur Intonation durch empirische Daten gestützt werden konnten, auch wenn sich im Vergleich mit der Interpretation der [lexikalisch leeren]Lexikalischer_Gehalt [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen [hm]Beispiel ein spiegelbildliches Verhältnis steigender Konturen ergab. Kaiser & Baumann 2013: 23
Im nächsten Vortrag Die Prosodie von [linksperipheren vs. rechtsperipheren]Position [Diskurs]Auftretensort[partikeln]Äußerungsteilchen stellte Maria Alm (Sønderborg) ihre Untersuchung zur der im Deutschen und Schwedischen [frequenten]Frequenz [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen [also bzw. alltså]Beispiel vor. Butterworth 2013: 260
Hierbei konzentriert sich diese Arbeit auf [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen, [wie z.B. „hm“ oder „äh“]Beispiel. Siegert 2015: vii
Zuerst wird untersucht, ob diese Partikel als Indikator für eine Bedienungsunsicherheit beim Benutzer dienen können. Es konnte gezeigt werden, dass bei anspruchsvollen Dialogen signifikant mehr [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen genutzt werden als bei unkomplizierten Dialogen. Siegert 2015: vii
Deshalb schließen wir uns hier der in Zeevat (2003) aufgestellten etwas vorsichtigeren These an, dass [Diskurs]Auftretensort[partikeln]Äußerungsteilchen semantisch eine Relation zwischen der Äußerung, in der sie vorkommen, und dem Kontext markieren, beispielsweise dass es sich bei der Äußerung um eine alte, erwartbare, unerwartete, überraschende etc. Information handelt. Onea & Volodina 2009: 292
Wir analysieren [nämlich]Beispiel als eine [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen, [deren primäre Funktion darin besteht, zu markieren, dass die mit nämlich verbundene Äußerung im Kontext einer eindeutig bestimmbaren aber nicht overten Frage interpretiert werden muss]Funktion. Onea & Volodina 2009: 292 f.
Der Effekt kann noch gesteigert werden, wenn eine [Diskurs]Auftretensort[partikel]Äußerungsteilchen eingefügt wird, [die anzeigt, dass es sich bei dem unterspezifizierten Referenten um eine Antwort auf eine Frage handelt]Funktion [wie im Falle von nur]Beispiel (siehe Beaver & Clark 2008) in (29). Onea & Volodina 2009: 302