Annotationsreport Einschubsequenz

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Sequenzerweiterung

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FEsAnzahl annotierter FEs
ANZAHL2
AUSLÖSER1
EFFEKT1
ERWEITERNDE_SEQUENZ19
ERWEITERTE_SEQUENZ1
ERWEITERUNG19
INHALT2
POSITION2
UMFANG2
ZWECK4

Kompositum mit ‚-sequenz’ als bedeutungstragenden Kopf, welcher vor dem Hintergrund des Sequenzerweiterung-Frame als Agens im Akt der Erweiterung selbst als FE ERWEITERNDE_SEQUENZ annotiert wird. Das Erstglied des Kompositums ‚Einschub-’ wird mit dem FE ERWEITERUNG annotiert.

Kurzdefinition: Mit Einschubsequenz wird eine Sequenz bezeichnet, die eine bereits bestehende Paarsequenz an einer bestimmten Position – in der Regel zwischen den beiden Gesprächsbeiträgen einer Paarsequenz – erweitert.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Durch [Einschub]Erweiterung[sequenzen]Erweiternde_Sequenz, [die sich zwischen die Eröffnung und den Abschluß von Nachbarschaftspaaren schieben]Position, die ihrerseits bereits, als Einschubsequenzen erzeugt worden sind, kommt es so zur Herausbildung einer hierarchisch gestaffelten Ordnung von primären Nachbarschaftspaar, [Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz zweiter Ordnung etc. Schneider 2009: 58
Das Nichteintreffen eines erwartbaren zweiten Teils fällt als sein Fehlen auf, und keine [noch so lange]Umfang [Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz tilgt die Erwartbarkeit des zweiten Teils, es sei denn, im Rahmen der [Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz wird der Status des ersten Teils als (sequenzeröffnender) Äußerung insgesamt getilgt (etwa indem man sich einigt, daß eine andere Person der geäußerten Bitte mit weniger Aufwand und mehr Effizienz nachkommen kann). HSK (16.2) 2001: 1206
Kommt es zu keiner derartigen Paarschließung und gewinnt die [Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz durch ihre Länge eine eigene Qualität, so indiziert dies ein ‘ausweichendes Verhalten’, aufgrund dessen derjenige, welcher die Sequenz initiierte, auf eine implizite Ablehnung schließen kann, wodurch er unter Umständen auf eine explizite Paarschließung durch den Partner verzichtet, um keine krisenhafte Situation herbeizuführen. HSK (16.2) 2001: 1206
Diese exploratorischen Sinnzuschreibungen haben oft einen fragenden Charakter, so daß sie als [interaktionell ‘harmlose’]Effekt[Einschub]Erweiterung[sequenzen]Erweiternde_Sequenz behandelt werden können, [die der Klärung der Prämissen vor einer endgültigen Reaktion dienen]Zweck. HSK (16.2) 2001: 1208
Das (konstruierte) Beispiel 2 zeigt [zwei]Anzahl ([ineinander verschachtelte], durch Einzüge markierte) [Einschub]Erweiterung[sequenzen]Erweiternde_Sequenz (B1-A3, A2-B2) [innerhalb einer Frage-Antwortsequenz]Erweiterte_Sequenz. HSK (16.2) 2001: 1233
Schegloff formuliert das damit verbundene Problem folgendermaßen: Wenn eine Frage (A1) eine Antwort konditional relevant macht, warum wird dann die initiale Frage einer eingeschobenen Frage-Antwortsequenz (B1 bzw. A2 in Beispiel 2) nicht als das explizite Verweigern einer Antwort (oder auch als Antwort) interpretiert, sondern als Teil einer [Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz? HSK (16.2) 2001: 1233
Seine Antwort darauf lautet: [Einschub]Erweiterung[sequenzen]Erweiternde_Sequenz müssen als Präsequenzen angesehen werden, die den sinnvollen Vollzug der mit der ersten Frage begonnenen Aktivität gewährleisten. HSK (16.2) 2001: 1233
Verbindendes Merkmal [aller]Anzahl [Einschub]Erweiterung und Expansions[sequenzen]Erweiternde_Sequenz ist, daß sie nicht selbständig, sondern immer nur in Verbindung mit einer minimalen a-priori oder einer kontingenten Sequenz auftreten können (d. h. nicht, daß es sich bei [Einschub-]Erweiterung und Expansions[sequenzen]Erweiternde_Sequenz nicht um strukturell abgeschlossene Sequenzen handeln würde, sondern lediglich, daß sie thematisch von einer anderen Sequenz abhängig und strukturell in sie eingebettet sind). HSK (16.2) 2001: 1233
Expansionssequenzen sind dabei entweder vor dem ersten (Präexpansion) oder nach dem zweiten Teil (Postexpansion) der Grundsequenz, [Einschub]Erweiterung[sequenzen]Erweiternde_Sequenz zwischen ihrem ersten und zweiten Redebeitrag platziert. HSK (16.2) 2001: 1233
Auf diese Weise wird eine sogenannte [Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz initiiert, [bei deren Abschluß die Fortsetzung der zuvor begonnenen, aber noch nicht abgeschlossenen Paarsequenz relevant wird]Effekt. Becker-Mrotzek/ Meier 2002: 28
Dabei können wiederum zwei Typen unterschieden werden: [Einschub]Erweiterung[sequenzen]Erweiternde_Sequenz, [mit denen ein Verständigungsproblem bearbeitet wird]Zweck, (…). Becker-Mrotzek/ Meier 2002: 28
(…) und [Einschub]Erweiterung[sequenzen]Erweiternde_Sequenz, [mit denen die Voraussetzungen für einen zweiten Paarsequenzteil geklärt werden]Zweck (Schegloff 1990, 64). Becker-Mrotzek/ Meier 2002: 28
Kapitel 5 beschäftigt sich mit der Dynamik von Anliegenbearbeitung mit [vorangestellter]Position[Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz, [die vorwiegend verständnissichernde Funktion aufweist]Zweck: [R wiederholt das Anliegen von C, fragt nach weiteren Details, initiiert eine Klärung des Kundenanliegens usw., 71).]Inhalt. Costa 2014: 118
[15 O: ACH]Beispiel (([kurze]Umfang [Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz)). Becker 2012: 116
Im weiteren Verlauf der Erzählung folgt nun (nach Zeile 15) eine [Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz, [die die Hörerin durch eine Rückfrage initiiert.]Auslöser. Becker 2012: 117
Diese [Einschub]Erweiterung[sequenz]Erweiternde_Sequenz hat jedoch anscheinend keinen Einfluss auf den weiteren strukturellen Verlauf der Erzählung. Becker 2012: 117