Annotationsreport Gliederungssignal

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Sprechersignal

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT2
BEISPIEL4
FREQUENZ1
HINWEIS28
POSITION4
REALISIERUNGSART3
SPRECHER2
SUBTYP1
WIRKUNG3
ZWECK1

Determinativkompositum mit deverbalem Kopf von signalisieren. Dreiwertige Valenz: ‚jmd. signalisiert jmdm. etwas’. Das FE HINWEIS wird im Erstglied ‚Gliederung-’ realisiert und als solches annotiert.

Kurzdefinition: Ein Gliederungssignal ist ein Sprechersignal, das dem Hörer einen Hinweis auf die Gliederung der Sprecheräußerung gibt.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
[Gliederungs]Hinweissignale sind Partikeln zur Gliederung von Texten in inhaltliche Abschnitte. Sie kommen hauptsächlich in gesprochener Sprache zum Einsatz und fungieren als "Orientierungshilfen" im Diskurs. Stäbler 1995: 137
Zu den [verbalen]Realisierungsart [Gliederungs]Hinweissignalen, mit denen ich mich schwerpunktmäßig beschäftigen werde, gehört eine (offene Klasse von Redemitteln), die man in der Vergangenheit, je nach Funktion, die man ihnen im Rahmen der Linguistik zuerkannt hat, mit unterschiedlichen Etiketten versehen hat: Flickwörter, Erlebniswörter, Füllwörter, Farbewörter, Modalwörter, Modaladverbien, Partikeln, rangverleihende Partikeln, kommunikative Partikeln, Satzpartikeln, emotional-expressive Partikeln, Abtönungspartikeln, Modalpartikeln u.a.m. (Heinrichs 1981, Nikolaeva 1985, 3ff.). Kosta 1995: 184
Wir haben bereits gesagt, daß sich [Gliederungs]Hinweissignale dazu eignen, thematische Sequenzen in einem Dialog zu strukturieren und dabei die einzelnen Gesprächsphasen (Gesprächseröffnung, Gesprächsmitte und Gesprächsbeendigung) im interaktionalen Rahmen anzuzeigen. Kosta 1995: 189
Da [Gliederungs]Hinweissignale und Hörerrückmeldungen den Sprecher- und Hörersignalkomplex konstituieren helfen, müssen sie auch aus der Sicht von Sprecher und Hörer bzw. des Sprecherwechsels analysiert und beschrieben werden. Kosta 1995: 189
Es sind gerade solche unauffälligen sprachlichen Ausdrucksmittel, wie Abtönungspartikel und [Gliederungs]Hinweissignale, [die von den Sprachnormen als Füllwörter oder "Läuse im Pelz der Sprache" bezeichnet werden], [die aber in Wirklichkeit den rituellen Stil einer Äußerung prägen und deshalb für die rituelle Kommunikation großes Gewicht haben]Wirkung. Holly 1979: 213
Schon dieser kurze Dialogausschnitt hat deutlich gemacht, daß die [gleichen]SubTyp [Gliederungs]Hinweissignale [im Dialog]Auftretensort verschiedene Funktionen annehmen können, je nach Stellung im Gesprächsverlauf und in der Sprecherwechselabfolge (vgl. also unter Ziffern 10 und 14). Ferner ist zu beachten, daß diese Signale oft kombiniert auftreten und in ihrer Signalbedeutung zusammenwirken (vgl. 12/13: ja, hör mal und 18/19: ja, ich mein'). Weinrich 1993: 831
Die [Gliederungs]Hinweissignale sind dadurch gekennzeichnet, daß ihre lexikalische Bedeutung stark reduziert ist. Diese Signale beziehen sich vielmehr auf den Kommunikationsprozeß: sie haben kommunikative Funktion, d.h., 1) geben sie dem Hörer Orientierungshilfen für Aufbau und Inhalt der Rede des Sprechers, 2) dienen sie dem Sprecher als Hilfsmittel bei der Formulierung seiner Rede. Wackernagel-Jolles 1973: 162
E. Gülich schließt ihre Untersuchung mit der Beobachtung: "Die [Gliederungs]Hinweissignale sind in ihrer Funktion mit den Interpunktionszeichen der geschriebenen Sprache zu vergleichen. Für andere Sprachen konstatierten Wissenschaftler das gleiche. Cohen spricht von der "ponctuation du discours", Pittenger von "spoken punctuation". Wackernagel-Jolles 1973: 179
Tatsächlich hilft das [Gliederungs]Hinweissignal durch Unterteilung des lautsprachlichen Kontinuums in einer ähnlicher Weise zum Verständnis, wie es die Zeichensetzung für die schriftlichen Sätze leistet. Freilich darf man keine genaue Parallele erwarten, etwa für jedes Koma ein Gliederungssignal. Wackernagel-Jolles 1973: 179
Das Erkennen von textsortenspezifischen Invarianten und [Gliederungs]Hinweissignalen [im Text]Auftretensort macht solche Texte durchsichtiger und verständlicher. Stolze 2011: 111
Einer derjenigen Phänomenbereiche gesprochener Sprache, die in der Forschung am frühesten Beachtung gefunden haben und gerade in der Romanistik zuerst untersucht worden sind (Gülich 1970), ist das Feld der sogenannten [Gliederungs]Hinweissignale. Sie sind zu beachten als ein charakteristisches Verfahren zur Markierung des Aufbaus mündlicher Diskurse. Koch/ Oesterreicher 2011: 43
[Gliederungs]Hinweissignale [werden]Support [von den Sprechern]Sprecher [verwendet]Support, [um den Aufbau ihres Diskurses zu markieren]Zweck. Barme 2012: 37 Support-Verb
Sowohl auf der sprachlichen Ebene des Erzähltextes als auch auf der Ebene des Erzählten gibt es [Gliederungs]Hinweissignale, [die eine rezeptionslenkende Funktion haben]Wirkung (Gülich 1974). Sie zeigen dem Leser an, wo eine narrative Einheit beginnt und wo sie endet (=Grenzsignale). Sie sind bezogen auf Gegenstände, Sachverhale, Raum und Zeit in der erzählten Welt. Ehlers 2011: 21
[Gliederungs]Hinweissignale: sind eine Funktionsklasse sprachlicher und außersprachlicher Mittel zur Sicherung der Textprogression und des Textverstehensprozesses. Müller 2010: 76
[Gliederungs]Hinweissignale sind an der Textoberfläche erkennbar und gliedern den Text auf allen Textstrukturebenen. Sie [können]Support [auf lexikalische, syntaktische und typographische Weise]Realisierungsart [realisiert werden]Support. Müller 2010: 76 Support-Verb
Darüber hinaus ergibt sich eine präzisere Fassung des Begriffes Eröffnungssignal, der seit Gülich 1970 auch für die Binnengliederung von Textsegmenten herangezogen wird (sozusagen als «Satzeröffnungssignal»), während wir zwischen Eröffnungssignal eines Gesprächsschrittes und [gesprächsschrittinternem]Position [Gliederungs]Hinweissignal unterscheiden, da sich kommunikative Funktion zumeist verändert: Eröffnungssignale sind primär Kontaktpartikeln, während [gesprächsschrittinterne]Position [Gliederungs]Hinweissignale primär die Aussage bzw. den thematischen Ablauf gliedern oder Sprecherstrategien der Überbrückung, der Verhinderung eines Sprecherwechsels u.a.m. indizieren. Radtke 1994: 250 f.
Da wir die Unterscheidung von [Gliederungs]Hinweissignalen [am Anfang eines Satzes]Position und [Gliederungs]Hinweissignalen [am Ende eines Satzes]Position wie oben ausgeführt für fragwürdig halten, bezeichnen Schlußsignale hier Gliederungspartikeln am Ende eines Gesprächsschrittes. Radtke 1994: 289
[Fallend intoniertes Satzende mit kurz steigendem ne/]Beispiel ist ein [häufig]Frequenz [gebrauchtes]Support [Gliederungs]Hinweissignal. HSK (16.2) 2001: 1221 Support-Verb
Diese [Gliederungs]Hinweissignale strukturieren und portionieren zusammen mit Intonation, Pausen (und weiteren Verzögerungsphänomenen) und mit der projektierenden Kraft der Syntax den Gespärchsschritt und damit auch-in Verbindung mit Sprecherwechseln-das ganze Gespräch. HSK (16.2) 2001: 1221
Dass die [Gliederungs]Hinweissignale gleichzeitig weitere Funktionen erfüllen (Vergewisserung, Werbung um Zustimmung, Aufmerksamkeitssteuerung) und für ihre Verwendung textsortenspezifisch und personenabhängige Vorlieben bestehen können, ändert nichts an ihrer gesprächsgliedernden Kraft. HSK (16.2) 2001: 1221
[Gliederungs]Hinweissignale in Verbindung mit Pausen und Intonation übernehmen hier die Segmentierung des Textes in Äußerungseinheiten. HSK (16.2) 2001: 1222
Die Äußerungseinheit [wird]Kontroll mit dem [Gliederungs]Hinweissignal [nich?]Beispiel [abgeschlossen]Kontroll. HSK (16.2) 2001: 1222 Kontroll-Verb
Ich selbst habe (zuerst Rath 1976, 65 ff; zuletzt Rath 1997, 7 ff) den Vorschlag gemacht, Gesprächsschritte in Äußerungseinheiten zu gliedern und dabei vor allem Tonhöhenverlauf, Verzögerungsphänomene (Pausen und Wiederholungen), [lexikalische]Realisierungsart [Gliederungs]Hinweissignale sowie formelhafte Wendungen (wie ich meine, ich würde sagen usw.) als Segmentierungsmittel anzusehen. HSK (16.2) 2001: 1220
Mit einem [Gliederungs]Hinweissignal [(also)]Beispiel [wird]Kontroll die Gesprächsbeendigung in 1 [eröffnet]Kontroll. HSK (16.2) 2001: 1268 Kontroll-Verb
[Gliederungs]Hinweissignale (Gülich 1970) bzw. discourse markers (Schiffrin 1987; Lenk 1998) haben ebenso wie die anderen gesprächsorganisierenden Formen eine hörer- und eine sprecherorientierte Funktion. HSK (16.2) 2001: 1338
[Das [„Gut“]Beispiel [des Sachbearbeiters]Sprecher] ist hier keine bewertende Äußerung, sondern ein [themenbeendendes]Wirkung [Gliederungs]Hinweissignal. HSK (16.2) 2001: 1516