Annotationsreport Koartikulation

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FEsAnzahl annotierter FEs
ARTIKULATIONSORT4
ARTIKULIERTE_EINHEITEN6
INTENSITÄT5
UMSTAND2

Deverbales Nomen von koartikulieren; zweiwertige Valenz: ‚jmd. koartikuliert etw.‘ (hier im Sinne von: ‚mehrere Laute werden gleichzeitig artikuliert‘). Zentrale FE ARTIKULIERTE_EINHEITEN. Die von der Valenz her vorgegebene Agensposition tritt in den Hintergrund.

Die FE ARTIKULIERTE_EINHEITEN und RICHTUNG können, sofern sie innerhalb einer Belegstelle nicht realisiert werden, als inkorporiert aufgefasst werden: [Ko]Richtung[artikulation]Artikulierte_Einheiten – ‚gleichzeitige Artikulation von ARTIKULIERTE_EINHEITEN’ – ‚aufeinander gerichtete Lautanpassung‘.

Kurzdefinition: Die Koartikulation ist ein Phänomen der gesprochenen Sprache, bei dem mehrere Laute gleichzeitig artikuliert werden und sich in ihrer Aussprache aneinander anpassen.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
„[...]: In der [für das normale Sprechen notwendigen]Umstand sogenannten Koartikulation sind die Übergänge der Laute fließend [...].“ Holtappels 2013: 11
Dabei wird in diesem Modul auch der gegenseitigen Beeinflussung der Lage und Formung eines Artikulators durch die Lage und Formung eines anderen (benachbarten) Artikulators Rechnung getragen ([räumliche]Artikulationsort Koartikulation). Kröger 2001: 123
Korrektur von Kieferposition (mit Kinn und Unterlippe) zur Verhinderung von „[Über-]IntensitätKoartikulation“. Kröger 2001: 129
Insbesondere ist beim Gaumensegel die [vokalisch-konsonantische]Artikulierte_Einheiten Koartikulation schon durch die sich ändernde vokalische Neutralstellung des Gaumensegels gegeben. Kröger 2001: 130
Ansonsten kann es bei lingual-konsonantischen Sprechbewegungen im Kontext von hohen (insbesondere gerundeten) Vokalen zu einer „[Über]Intensität-Koartikulation“ d.h. zu einer rein koartikulatorisch erzeugten labialen Enge- oder sogar Verschlussbildung kommen. Kröger 2001: 130
Falls konsonantische Artikulation vorliegt, wird eine [schwächere]Intensität [räumliche]Artikulationsort Koartikulation [mit der Zungenspitze]Artikulationsort als im Fall der rein vokalischen Artikulation angenommen (…). Kröger 2001: 130
(…), da ansonsten ein in der Umgebung eines apikalen Konsonanten auftretender dorsaler Konsonant aufgrund [zu starker]Intensität [räumlicher]Artikulationsort Koartikulation gar keine Konstriktion ausbilden würde. Kröger 2001: 130
Sie besagt, dass trotz des kontinuierlichen Sprachverlaufs und [dadurch bedingter]Umstand Koartikulation eine ausreichende Kontrastierung akustischer Signale für den Sprecher möglich ist. Moers/ Wagner 2008: 1
Zentral war hierbei die Frage, ob anhand der akustischen Eigenschaften der Sprachsignale bereits deutlich werden würde, dass unerwünschte Effekte wie [zu starke]Intensität Koartikulation und Reduktion von der Sprecherin in schneller und bewusst deutlicher Sprache tatsächlich vermieden werden können. Moers/ Wagner 2008: 2
Speaker variability in the coarticulation [of the vowels /a,i,u /]Artikulierte_Einheiten was investigated in /CiVC2^/ pseudo-words, containing the consonants /p.t..d ^ nM .r /. Heuvel et al. 1996: 113
Coarticulation [in /a,u/]Artikulierte_Einheiten proved to be speaker-specific. Heuvel et al. 1996: 113
We will in greater detail focus on speaker variability observed in the coarticulation [of these vowels]Artikulierte_Einheiten (Section 4) and investigate if this variability can be used to help identify speakers (Section 5). Heuvel et al. 1996: 114
In his study the coarticulation [in [/ l /]]Artikulierte_Einheiten appeared to be more speaker-specific than in /r/. Heuvel et al. 1996: 115
From the table we infer that coarticulation [in /muta/, /nuka/ and /dupa/]Artikulierte_Einheiten was significantly stronger than in /sura/ (…). Heuvel et al. 1996: 122