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|Auf eine partielle Wiederholung des Äußerungsanfangs bzw. der begonnenen Kostituente wird aber insbesondere dann oft verzichtet, wenn es um die [sofortige]<sub>Zeit</sub> und [leicht identifizierbare] '''Korrektur''' [nur eines Wortes]<sub>Bezugsausdruck</sub> geht.
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|Auf eine partielle Wiederholung des Äußerungsanfangs bzw. der begonnenen Kostituente wird aber insbesondere dann oft verzichtet, wenn es um die [sofortige]<sub>Zeit</sub> und leicht identifizierbare '''Korrektur''' [nur eines Wortes]<sub>Bezugsausdruck</sub> geht.
 
|Kindt/ Rittgeroth 2009: 170
 
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Version vom 21. Januar 2020, 14:53 Uhr

Reparaturverfahren

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FEsAnzahl annotierter FEs
ANZAHL4
ART_UND_WEISE4
BEISPIEL1
BEZUGSAUSDRUCK8
EBENE7
FORM_DER_DURCHFÜHRUNG12
FUNKTION4
GESPRÄCHSPARTNER_12
GESPRÄCHSPARTNER_25
INDIKATOR1
REPARANDUM1
ZEIT3

Deverbal von korrigieren. Zweiwertige Valenz: ‚jmd. korrigiert jmdn.’ ‚Jmd.’ Und ‚jmdn.’ werden in den Belegstellen als GESPRÄCHSPARTNER_1 oder GESPRÄCHSPARTNER_2 und BEZUGSAUSDRUCK realisiert.

Kurzdefinition: Die Korrektur ist eine spezielle Art der Reparatur. Hier wird der Bezugsausdruck durch den Sprecher selbst (selbstdurchgeführte Korrektur) oder durch den Gesprächspartner (fremddurchgeführte Korrektur) korrigiert und durch ein Reparandum ersetzt.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Ich mein folgt also Typ (iii) und hat als Diskursmarker eine andere Funktion als die eines klassischen Verbum sentiendi, nämlich vor allem eine diskursorganisierende als Disfluenzmarker (Fischer 1992) in Zusammenhang mit einer [Selbst]Form_der_Durchführungkorrektur. Günthner 2003: 10
[SprecherInnen]Gesprächspartner_1 [initiieren]Support [mit ich mein]Indikator [Selbst]Form_der_Durchführungkorrekturen, Präzisierungen bzw. Modifikationen vorausgehender Äußerungen, sie führen Refokussierungen bzw. Neuperspektivierungen ein, nehmen Modalitäts-, Rahmen- bzw. Aktivitätenwechsel vor oder leiten eine Illustration bzw. eine Konklusion ein (Günthner/Imo in Vorb.). Günthner 2003: 10 Support-Verb
Die Spontanität von Nähediskursen kann auch eine Korrektur [von bereits versprachlichten Äußerungen]Bezugsausdruck notwendig machen, sei es einfach durch Abbruch derselben oder durch Korrektursignale wie etwa non, bon und das im Erzählteil sehr häufig verwendete enfin. Buzek 2013: 22
Damit können nicht nur lautliche, morphosyntaktische oder lexikalische Fehlgriffe korrigiert werden, sondern es kann sich auch um sachlich-inhaltliche Präzisierungen handeln, wobei der Übergang von [lexikalischer]Ebene zu [sachlich-inhaltlicher]Ebene Korrektur fließend sein kann (vgl. Koch/Oesterreicher 2011, 57). Buzek 2013: 22
In den Arbeiten der Aixer Forschungsgruppe wird über eine Darstellung der Transkriptionen als analyse en grille auch visuell deutlich gemacht, dass bei typischen Phänomenen der gesprochenen Sprache wie Wortsuchen, [Selbst- und Fremd]Form_der_Durchführungkorrekturen u.ä. von den Teilnehmenden immer Orientierungen an syntaktischen Konstruktionen nachgewiesen werden können, wobei die Spuren der interaktiven Textproduktion in der Darstellung en grille dann in den Hintergrund treten und meistens sogar auf Sprecherangaben verzichtet wird (vgl. dazu auch Gülich 1999). Apfelbaum 2004: 125
Generell kann außerdem festgehalten werden, dass interaktive Vervollständigungen und Ratifizierungen durch die dolmetschende Person auch Korrektur-Potenzial haben bzw. [weitere]Anzahl [Selbst]Form_der_Durchführungkorrekturen bei dem oder der betreffenden Primären Interaktionspartner/in initiieren können. Apfelbaum 2004: 192 f.
Hier ergänzt die Dolmetscherin eine mögliche Fortsetzung im Rahmen eines projizierten Syntagmas (112), woraufhin [S]Gesprächspartner_1 zunächst ratifiziert, dann jedoch eine Korrektur [nachschiebt]Kontroll (auf ein Schwungrad auf eine Welle . äh gehn,; 113). Apfelbaum 2004: 193 Kontroll-Verb
Auch wenn S hier nach einer turnübernahmerelevanten Stelle bereits in seinen Erläuterungen fortgefahren ist, kann er [die von Do]Gesprächspartner_2 [angebrachte]Support Korrektur offenbar noch auf die „alte“ syntaktische Projektierung beziehen, ratifiziert dann allerdings mit markierter Explizitheit das gesamte Segment: wir hab(e)n ein(en) Ausgang ja’ (6). Apfelbaum 2004: 193 Kontroll-Verb
Im folgenden Fall hingegen scheint ihr vorzeitiger Einsatz gerade dadurch motiviert, dass sie in S’ Beitrag wegen der [projizierten]Kontroll [Selbst]Form_der_Durchführungkorrektur eine semantische Redundanz antizipiert: (…). Apfelbaum 2004: 219 Kontroll-Verb
Es kommt hier ebenfalls zu einer Korrektur [durch einen Primären Interaktionspartner]Gesprächspartner_2; allerdings wird diese nicht vom (primären) Adressaten der Dolmetschung ins Französische initiiert und durchgeführt, sondern vom Produzenten des Originals, dem deutschen Schulungsleiter. Apfelbaum 2004: 263
Nachdem die Dolmetscherin [seine]Gesprächspartner_2 Korrektur sofort akzeptiert hat (äh . ne,) geht der Turn an ihn zurück und er reformuliert den korrekten Fachzusammenhang (141/142). Apfelbaum 2004: 264
Hier zum Beispiel bleibt das Gemeinte schillernd, denn der Produzent der [explizierenden]Funktion [Selbst]Form_der_Durchführungkorrektur zeigt seine negative moralische Bewertung durch andere Handlungen an (hier: die Kaffee-Episode war ein Entlassungsgrund). Deppermann/ Schmitt 2003: 223
Beispiele dafür sind Korrekturinitiierungen („WAS für fotos von früher?“, #3; „muss ich erst mal verstehen was sie meinen“, #6) und [Selbst- bzw. Fremd]Form_der_Durchführungkorrekturen [(„ich hab doch net gesacht dass es verBOten is“, #1)]Beispiel, Bekundungen von revidiertem Verstehen (change of state-tokens, „ach so“, „aha“, #3), Verstehensappelle („verstehen sie was ich sagen will“, #2), Explikationen („sie haben gesacht n taschendieb is ihnen zu KLEIN“, #6), Verweise auf unterstelltes geteiltes Wissen („das DEtail wollt ihr ja noch“, #5) etc. Deppermann/ Schmitt 2003: 237
In anderen Fällen zeigen Verstehensexplikationen an, dass die umstandslose Progression nicht problemlos durchführbar zu sein scheint, sondern vorgängige Absicherungen und retrospektive Kontextualisierungen (z.B. bei antizipa- torischen Initiativen; vgl. Schmitt (i.d.Bd., Kap. 6.1) oder nachträgliche Reparaturen nötig sind (vgl. etwa die [wiederholten]Anzahl Korrekturen in ebd., Kap. 6.2.1). Deppermann 2010: 366
Die Produktivität der standortgebundenen Verstehensdokumentation zeigt sich auch, wenn ein Akteur erst in der Auseinandersetzung mit Verständnissen seines Handelns, die für ihn inakzeptabel sind, dazu gelangt, die eigene Position durch die Korrektur [ihrer Formulierung]Bezugsausdruck zu klären und somit eine über das Scheitern am Fremden vermittelte Selbstverständigung erreicht (vgl. Schmitt i.d.Bd., Kap. 6.2.1). Deppermann 2010: 367
Zu Monitoring als mentalem, selbstbezogenem „Kontrollverfahren“ von Akteuren bei der Realisierung von Handlungsplänen siehe Rehbein (1977, S. 216-219) und Levelt (1983) bei [Selbst]Form_der_Durchführungkorrekturen [während der Äußerungsproduktion]Zeit. Deppermann/ Schmitt 2007: 25
Beginn mit dem Reparandum: [Lexikalische]EbeneKorrekturen. Uhmann 2006: 192
Beginn mit dem Reparandum: [Phonologische]EbeneKorrekturen. Uhmann 2006: 193
In der Äußerung in Zeile 03 finden wir die prosodisch fortgesetzte Ausklammerung auf de' dIngs FERNsehn, die in sich eine [Selbst]Form_der_Durchführungkorrektur [von dIngs]Bezugsausdruck [zu FERNsehn]Reparandum enthält. Kern/ Selting 2006: 327
Über bestimmte Sprechausdruckskonventionen gestalten die beobachteten Kinder auch ihre Beziehung zum Spielpartner, indem sie zum Beispiel die besondere Nähe zu ihm und die Zustimmung zu seinen Spielhandlungen unterstreichen, [inhaltliche]Ebene Korrekturen [in Sprechausdruckskonsonanz zu den Partneräußerungen]Funktion vorbringen und so potenzielle Auseinandersetzungen verhindern oder abschwächen, aber auch Imageverletzungen deutlich machen. Bose 2001: 290
Susann verbindet mit ihrer mit sprecherisch harmonisch weiterführenden Äußerungsergänzung (S43g) übrigens eine Korrektur [von Katjas Handlungsvorschlag]Bezugsausdruck (S41g): (…). Bose 2001: 294
Mit der besonderen Sprechausdrucksgestaltung ihrer Äußerungsergänzung verhindert Susann eine potenzielle Gefährdung der kooperativen Spielatmosphäre, die von Nichtakzeptanzen oder Korrekturen [an Spielvorschlägen]Bezugsausdruck im vorliegenden Korpus ausgehen kann. Bose 2001: 294
Denn die [inhaltliche]Ebene Korrektur wird im Sprechausdruck überlagert durch die Signalisierung von Zuwendung und Übereinstimmung. Bose 2001: 294
Sie unterscheidet zwischen [unmarkierter und markierter]Art_und_Weise [Selbst]Form_der_Durchführungkorrektur: [Unmarkierte]Art_und_Weise Korrekturen [werden]Support [mit derselben Tonhöhe, Lautstärke und Dauer produziert]Support wie das reparierte Element. HSK (16.2) 2001: 1126 Support-Verb
Die Instrukteurin hat ihre Instruktion zum einen aufgrund der [vielen]Anzahl Korrekturen und zum anderen aufgrund der oder- Konstruktion neben den blauen <--> oder so dahinter recht verwirrend formuliert. Kindt/ Rittgeroth 2009: 25
Dies gilt u.a. für [lexikalische]Ebene [Fremd]Form_der_Durchführungkorrekturen wie im Beispiel 08I015ff von 2.2.2 oder wie die im folgenden Dialogausschnitt. Kindt/ Rittgeroth 2009: 50
Auf eine partielle Wiederholung des Äußerungsanfangs bzw. der begonnenen Kostituente wird aber insbesondere dann oft verzichtet, wenn es um die [sofortige]Zeit und leicht identifizierbare Korrektur [nur eines Wortes]Bezugsausdruck geht. Kindt/ Rittgeroth 2009: 170
Beispiel 148: Durch problemspezifizierende Widerspruchsmarkierung von R und Inkorrektsmarkierung von P eingeleitete sowie durch Äußerungswiederholung von P [unterstützte]Kontroll [nachträgliche]ZeitKorrektur [eines wörtlichen Verstehensproblems]Bezugsausdruck. Kindt/ Rittgeroth 2009: 192
So scheinen [Fremd]Form_der_Durchführungkorrekturen [von kindlichen Äußerungen]Bezugsausdruck [seitens der Erwachsenen/Eltern]Gesprächspartner_2 nicht so dispräferiert zu sein wie in anderen Kommunikationssituationen. Papantoniou 2012: 23
[Formulierungs]Funktionkorrekturen betreffen „nicht-,glatte‘, teilweise mißlungene oder problematische Formulierungen“ (ebd., S. 81) bzw. sie stellen Äußerungen dar, mit „denen Formulierungsfehler oder Formulierungsschwierigkeiten bereinigt oder überwunden werden“ (ebd., S. 83). Papantoniou 2012: 58
Insofern könnte die mit „bezIehungsweise“ eingeleitete Reformulierung in Z. 10 als eine [unauffällige]Art_und_Weise, [als Paraphrasierung]Art_und_Weise [getarnte]KontrollKorrektur analysiert werden, [mit der M ein Problem des Sprechens behebt, das er sich selbst zuschreibt]Funktion. Papantoniou 2012: 76 Kontroll-Verb
Am häufigsten wurde das an narrativen Textsorten untersucht, und wie die Texte bei Sacks (1971: Fall 1971, October 19), Quasthoif (1980), Mandelbaum (1987) und Hartog (1992) zeigen, werden gemeinsam vorgetragene Erzählungen und Berichte mit wechselnden Rollen eines Haupt- und eines Ko-Erzählers durchgeführt, wobei der Haupterzähler für einen längeren Zeitraum die Sprecherrolle übernimmt und meist die Episode erzählt, die ihn als Erzählfigur damals am meisten betraf (Zuständigkeitsprinzip), während [der Ko-Erzähler]Gesprächspartner_2 „unterstützende, ergänzende und verstärkende Formen der Beteiligung“ (Quasthoff 1980: 125) und manchmal auch [geringe]Anzahl Korrekturen [beisteuert]Support. Schwitalla 1993: 72 f. Support-Verb