Annotationsreport Kurzform (LE): Unterschied zwischen den Versionen

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Kompositum mit „--form“ als bedeutungstragendem Kopf. Deverbal von formen: „jmd. formt etw“. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die formende Person (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert, obwohl dieses FE aufgrund der Valenz des deverbalen Nomens implizit vorhanden ist. Geformt werden Sätze und Satzteile, weshalb das FE SATZTEIL gewählt wurde.  
 
Kompositum mit „--form“ als bedeutungstragendem Kopf. Deverbal von formen: „jmd. formt etw“. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die formende Person (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert, obwohl dieses FE aufgrund der Valenz des deverbalen Nomens implizit vorhanden ist. Geformt werden Sätze und Satzteile, weshalb das FE SATZTEIL gewählt wurde.  
  
Der erste Stamm „Kurz-“ des Kompositums präzisiert hier den zweiten Stamm „–form“. Aufgrund des KURZFORM-FRAMES interpretiert es hier eine kurze oder verkürzte Form. Deshalb ist das FE GRUND bei dieser LE durch das Erstglied „Kurz-“ fest besetzt.
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Der erste Stamm „Kurz-“ des Kompositums präzisiert hier den zweiten Stamm „–form“. Aufgrund des <span style="font-family: courier new;">[[Kurzform]]</span>-Frames interpretiert es hier eine kurze oder verkürzte Form. Deshalb ist das FE GRUND bei dieser LE durch das Erstglied „Kurz-“ fest besetzt.
  
 
<u>Kurzdefinition:</u> Eine Kurzform wird als eine verkürzte Äußerung in der gesprochenen Sprache beschrieben, bei der bereits sprachlich eingeführte Redegegenstände aus Ökonomiegründen nicht mehrmals wiederholt werden müssen.  
 
<u>Kurzdefinition:</u> Eine Kurzform wird als eine verkürzte Äußerung in der gesprochenen Sprache beschrieben, bei der bereits sprachlich eingeführte Redegegenstände aus Ökonomiegründen nicht mehrmals wiederholt werden müssen.  
 
 
  
 
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|Siehe Schwitalla (1997[2003]: 101ff.) für eine ausführliche Behandlung der [unterschiedlichen]<sub>Realisierungsart</sub> ['''Kurz''']<sub>Grund</sub>'''<sub></sub>''''''formen''', [die in gesprochener Sprache verwendet werden können]<sub>Vorkommen</sub>.
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|Siehe Schwitalla (1997[2003]: 101ff.) für eine ausführliche Behandlung der [unterschiedlichen]<sub>Realisierungsart</sub> ['''Kurz''']<sub>Grund</sub>'''formen''', [die in gesprochener Sprache verwendet werden können]<sub>Vorkommen</sub>.
 
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|Wie schon angedeutet, sind für uns solche [elliptischen]<sub>Grund</sub> [‚extremen‘]<sub>Realisierungsart</sub> ['''Kurz''']<sub>Grund</sub>''' formen''' [(Bewertungen oder Aufforderungen)]<sub>Form</sub>als Ellipsen zu fassen.
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|Wie schon angedeutet, sind für uns solche [elliptischen]<sub>Grund</sub> [‚extremen‘]<sub>Realisierungsart</sub> ['''Kurz''']<sub>Grund</sub>''' formen''' [(Bewertungen oder Aufforderungen)]<sub>Form</sub> als Ellipsen zu fassen.
 
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|(…) es fehlen Arbeiten zur Klassifikation verschiedener [sprachlicher]<sub>Realisierungsart</sub> ['''Kurz''']<sub>Grund</sub>''' formen''', [in denen Ellipse eindeutig von anderen Phänomenen abgegrenzt wird]<sub>Realisierungsart</sub>;(…)
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|FE Satzteil metonymisch
 
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Aktuelle Version vom 21. August 2018, 10:44 Uhr

Kurzform

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FEsAnzahl annotierter FEs
BEISPIEL1
FORM4
FUNKTION1
GRUND24
REALISIERUNGSART10
SATZTEIL7
VORKOMMEN1

Kompositum mit „--form“ als bedeutungstragendem Kopf. Deverbal von formen: „jmd. formt etw“. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die formende Person (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert, obwohl dieses FE aufgrund der Valenz des deverbalen Nomens implizit vorhanden ist. Geformt werden Sätze und Satzteile, weshalb das FE SATZTEIL gewählt wurde.

Der erste Stamm „Kurz-“ des Kompositums präzisiert hier den zweiten Stamm „–form“. Aufgrund des Kurzform-Frames interpretiert es hier eine kurze oder verkürzte Form. Deshalb ist das FE GRUND bei dieser LE durch das Erstglied „Kurz-“ fest besetzt.

Kurzdefinition: Eine Kurzform wird als eine verkürzte Äußerung in der gesprochenen Sprache beschrieben, bei der bereits sprachlich eingeführte Redegegenstände aus Ökonomiegründen nicht mehrmals wiederholt werden müssen.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Siehe Schwitalla (1997[2003]: 101ff.) für eine ausführliche Behandlung der [unterschiedlichen]Realisierungsart [Kurz]Grundformen, [die in gesprochener Sprache verwendet werden können]Vorkommen. Brône 2007: 369
Bevor auf den Begriff der Ellipse im grammatischen Sinne verwiesen werden kann, sollte betont werden, dass er aus der Rhetorik in die Grammatik übernommen wurde, um eine bestimmte Art [sprachlicher]Realisierungsart [Kurz]Grund formen zu beschreiben. Rybszleger 2009: 13
Auch im Rahmen der generativen Transformationsgrammatik wurden [sprachliche]Realisierungsart [Kurz]Grund formen zunächst als defizitäre Oberflächenstrukturen (…) aufgefasst, die mittels Tilgungstransformationen aus vollständigen syntaktischen Tiefenstrukturen generiert werden. Rybszleger 2009: 24
Nach Hoffmann (1999: 71) dagegen gibt es eine solche Identität nicht, deswegen kann sie nicht bei der Erklärung der [syntaktischen]Grund [Kurz]Grund formen behilflich sein. Rybszleger 2009: 27
Selting (1997: 124) kritisiert die funktional-syntaktischen Analysen und stellt fest, dass sie an ihre Grenzen geraten, wenn z.B.versucht wird, elliptische Eigenkonstruktionen von anderen [sprachlichen]Realisierungsart [Kurz]Grund formen [wie Anakoluthen]Form zu unterscheiden. Rybszleger 2009: 27
Wie schon angedeutet, sind für uns solche [elliptischen]Grund [‚extremen‘]Realisierungsart [Kurz]Grund formen [(Bewertungen oder Aufforderungen)]Form als Ellipsen zu fassen. Rybszleger 2009: 32
(…) es fehlen Arbeiten zur Klassifikation verschiedener [sprachlicher]Realisierungsart [Kurz]Grund formen, [in denen Ellipse eindeutig von anderen Phänomenen abgegrenzt wird]Realisierungsart;(…). Rybszleger 2009: 35
Die [Kurz]Grund form [oder wie]Beispiel, [die als verkürzte elliptische Alternativfrage verstanden werden kann (klares Bezugsobjekt)]Form, dient für die beiden Gesprächspartnerinnen als eine Art Ansporn zur weiteren Diskussion. Rybszleger 2009: 133
In der älteren deutschen Literatur finden sich derartige „Reflexe gesprochener Sprache“ (Sonderegger 1985; Grosse 1985; Bischoff 1985) allerdings nicht nur im Dialog, der etwa im fnhd. Roman zuweilen syntaktisch komplexer gestaltet ist als die Erzählerrede; im Mittelalter reflektieren [mündliche]Realisierungsart [Kurz]Grund formen und Satzstrukturen grundsätzlich die Oralität des Schaffens oder fungieren als Stilmittel (Betten 1990b). Rehbock 2001: 963
Sein Beitrag besteht aus einer dreiteiligen Struktur: einer [Kurz]Grund form [der Frage (11: „wieso; WIE: begründet er das;“)]Satzteil, einem inhaltlichen Resümee (12-13) sowie einer ausführlicheren Version der Frage (15-16). Pitsch 2006: 56
[Standardisierte]Grund [Kurz]Grund formen, [wie z.B.Gruß- und Verabschiedungsformeln, Kontaktformeln, redeorganisierende Formeln, oder auch "Kurzsätze" (z. B. in Fußballreportagen)]Form, usw. zählt Rath nicht zu den Ellipsen. Selting 1997: 121
In (41) und (42) nennt die [substantivische]Realisierungsart [Kurz]Grund form die ganze Situation auf eine spezifische Weise. Polikarpov 1997: 194
Der zweite Teil besteht nur aus einem Satz bzw. aus der [Kurz]Grund form [eines Satzes]Satzteil. Siepmannn 2011: 56
Die [Kurz]Grund form [eines Satzes]Satzteil ist z.B.'Mona bucht', [der etwa der Satz 'Mona bucht heute eine Reise' zugrundeliegt]Satzteil. Siepmannn 2011: 56 FE Satzteil metonymisch
Durch die [Kurz]Grund form [der Kombination von Agens, Prädikat und Temporalität]Satzteil wird somit jeder eventuelle Widerspruch vermieden. Werdecker 2008: 72
Zum einen gibt es [Kurz]Grund formen, [die in ihrer Funktion auf einen gesprochensprachlichen Kontext hinweisen]Grund. Betz 2004: 165
Letzteres führt dazu, dass manche der phatischen Ellipsen "schon formelhaft" sind und oft zusätzlich "von Formeln wie du weißt schon begleitet" werden oder sogar als [konventionalisierte"]Grund[Kurz]Grund formen [von Sprichwörtern und Redensarten" im Sprachwissen]Satzteil sedimentiert sind (Zifonun et al. 1997:433). Imo, 2011: 270
Die [unvollständige]Realisierungsart[Kurz]Grund form [des Werbesatzes]Satzteil wird auch mitunter als `Abweichung` abgewertet, weil sie manchmal etwas ′anders′ als die normale Form ist. Lapasau, 2005: 156
Die Intonation ist in der Regel fallend (). Eine Realisierung als [nuancierende – einen abzukürzenden Verarbeitungsprozess signalisierende]Funktion – [Kurz]Grund form ist möglich (jà’). Hoffmann 2008: 204