Annotationsreport Modalpartikel: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 2. August 2016, 18:13 Uhr

Gesprächspartikel

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT2
BEISPIEL8
FUNKTION25
REALISIERUNGSART1
SPRACHE2
ÄUSSERUNGSTEILCHEN21


Von lat. particula (= Teilchen, Stück, Verkleinerungsform von lat. pars). Kompositum mit ‚-partikel’ als bedeutungstragendem Kopf. Relationales Nomen: ‚ein Partikel innerhalb von etw.’ Zentrales FE: AUFTRETENSORT. Zudem wird bei dieser LE auch das FE FUNKTION prominent, da es im Erstglied des Kompositums realisiert ist. Vor dem Hintergrund des Gesprächspartikel-Frames wird der Kompositumskopf selbst als Realisierung des FE ÄUSSERUNGSTEILCHEN annotiert.

Kurzdefinition: Modalpartikeln sind meist unflektierbare Wörter und kleinere Phrasen, die keine selbstständigen Satzglieder bilden und weder am Satzanfang noch am Satzende stehen. Modalpartikeln sind Partikeln mit der spezifischen Funktion, die Satzaussage in eine bestimmte Richtung je nach Verwendung zu modellieren, z. B. keine Partikeln: Ich gehe zur Universität. vs. Modalpartikel „doch“: Ich gehe doch zur Universität. vs. Modalpartikel „wohl“: Ich gehe wohl zur Universität. Neben der lexikalischen Form der Modalpartikeln ist vor allem auch die Realisierungsart, insbesondere hinsichtlich der Intonation, entscheidend für die Bedeutung der Partikeln.


Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Sowohl die Antwortpartikel ja als auch die [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [auch]Beispiel fungieren in diesem Fall in Bs Äußerung als Indikatoren des Einverständnisses; für Sprecherin A ratifizieren sie den unterstellten Konsens. Hagemann 2009: 169
Bei Durchsicht der von mir gesammelten (und hier exemplarisch analysierten) Vorkommen redezuginterner tag questions fällt auf, dass eine Kookkurenz besteht zwischen dem Vorkommen von redezuginternen tags und bestimmten [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen – und zwar gerade solchen, [mit denen ein Sprecher ebenfalls Konsens indiziert oder unterstellt]Funktion. Hagemann 2009: 170
Dieses gemeinsame Auftreten sprachlicher Einheiten – der Gebrauch redezuginterner tags als Evidenzmarker und [konsensuskonstituierender]Funktion(vgl. Lütten 1977:274; 1979:30ff.) [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen – hat sich, so ist zu vermuten, aus derselben interaktiven Anforderung heraus entwickelt: Als gemeinsam geteiltes Wissen hinzustellen, auch wenn es erst dadurch zu diesem wird. Hagemann 2009: 170
Hentschel (1986:172) bemerkt zur [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [halt]Beispiel, dass diese (wie eben) auf zuvor genannte oder als bekannt vorausgesetzte Umstände und Bedingungen verweist. Hagemann 2009: 171
Ausdrucksweisen der Sprechereinstellung im Deutschen und Englischen. Untersuchungen zur Syntax, Semantik und Pragmatik der [deutschen]Sprache [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen und ihrer englischen Entsprechungen. Hagemann 2009: 173
In vielen Kontexten wirken auch [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [(ja, doch)]Beispiel zumindest als Teilindikatoren einer Kausalrelation i.e. S. HSK (16.2) 2001: 1313
Nach zunächst allgemeinen Charakterisierungen sprachlicher Formen in der Zeit des Umbruchs (S.210) und einigen inhaltlichen Differenzen zwischen Ost- und Westsprechern in diesen Interviews konzentriert er sich auf die Frequenzder [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [halt]Beispiel in ihrem Kontrast zu eben. Schwitalla 2000: 26
Die sequenzstrukturelle und kontextsensitive Analyse von denn mündet in allgemeinere Überlegungen zur Bedeutungsbeschreibung von [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen, für die neben der lexemspezifischen und konstruktionsspezifischen Bedeutung die äußerungs- und interaktionskontextspezifischen Bedeutungen konstitutiv sind. Drescher 2011: 148
Ohne hier auf eine ausführliche Charakterisierung von [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen einzugehen (vgl. dazu ausführlich THURMAIR 1989: 21-37 u. 94-99), soll als wesentlicher Aspekt die interaktionsbezogene Funktion von [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen hervorgehoben werden: [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen verankern Äußerungen im Interaktionszusammenhang und modifizieren oder spezifizieren Illokutionstypen. Thurmair 1991: 378
Wie alle [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen ist auch denn satzmodusabhängig: es tritt nur in w-Fragesätzen und in Entscheidungsfragesätzen auf. Thurmair 1991: 378
Nur ein w-Fragesatz enthält eigentlich, einer bloß, und 112 Fragesätze weisen keine [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen auf. Thurmair 1991: 379
In diesem Typ, der hier w-Versicherungsfragesatz genannt wird, kann die [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [denn]Beispiel grundsätzlich nicht auftreten. Thurmair 1991: 381
Was hier der [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [denn]Beispiel als Funktion zugeschrieben wird, liegt keineswegs an denn, sondern läßt sich auf die Eigenschaften einer in die Interaktion eingebundenen Entscheidungsfrage zurückführen. Thurmair 1991: 384
[Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [in Fragesätzen]Auftretensort. Thurmair 1991: 386
Deshalb kann denn auch in rhetorischen Fragen auftreten, z.B. in Kombination mit der [rhetorizitätsanzeigenden]Funktion [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [schon]Beispiel, oder auch in Kombination mit bloß/ nur. Thurmair 1991: 386
In anderen Sprachen gibt es [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen, [die diverse pragmatische (oder semanto-pragmatische) Funktionen erfüllen]Funktion, die aber durch ihre relativ starken Distributionsregeln hinsichtlich bestimmter Satzmodi sekundär auch die Funktion der Satzmodusmarkierung übernehmen können. Péteri 2011: 94
[Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen [in russischen Interrogativsätzen: (…)]Auftretensort. Péteri 2011: 96
Die Partikel num impliziert eine negative Antworterwartung, steht dadurch der [deutschen]Sprache [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [etwa]Beispiel nahe. Péteri 2011: 96
Im zweiten Teil meines Beitrags stelle ich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Interrogativpartikeln und die [interrogativen]Realisierungsart [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen kategorial zu unterscheiden und welche Kriterien diese Unterscheidung motivieren. Péteri 2011: 98