Annotationsreport Modalpartikel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Terminologisches Grundwissen der Gesprächs- und Diskurslinguistik: eine Lehr- und Lernplattform
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Die Seite wurde neu angelegt: „<p align="right">Gesprächspartikel <!--[if gte mso 9]><xml> <o:OfficeDocumentSettings> <o:RelyOnVML/> <o:AllowPNG/> </o:OfficeDocumentSettings> </xm…“)
 
Zeile 224: Zeile 224:
 
</td>  </tr>
 
</td>  </tr>
 
<tr style="height: 58.3pt; mso-yfti-irow: 1;">  <td colspan="4" style="height: 58.3pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.65pt; width: 742.5pt;" valign="top" width="1238">  <div class="MsoNormal" style="line-height: 115%; margin-top: 12.0pt;">
 
<tr style="height: 58.3pt; mso-yfti-irow: 1;">  <td colspan="4" style="height: 58.3pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.65pt; width: 742.5pt;" valign="top" width="1238">  <div class="MsoNormal" style="line-height: 115%; margin-top: 12.0pt;">
<span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12.0pt; line-height: 115%; mso-bidi-font-size: 11.0pt;">Kompositum mit „-partikel“ als  bedeutungstragendem Kopf. Wortherkunft von Partikel laut Online-Duden-Eintrag  zu „Partikel“: „lateinisch particula = Teilchen, Stück, Verkleinerungsform  von: pars, Partei.“ Partikel ist ein relationales Nomen: „ein Partikel von  etw.“ --&gt; FE <b style="mso-bidi-font-weight: normal;">Auftretensort</b>. Vor  dem Hintergrund des </span><span style="font-family: &quot;Courier New&quot;; font-size: 12.0pt; line-height: 115%; mso-bidi-font-size: 11.0pt;">Gesprächspartikeln</span><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12.0pt; line-height: 115%; mso-bidi-font-size: 11.0pt;">-Frames wird der Kompositumskopf selbst  als Realisierung des Frame-Elements <b style="mso-bidi-font-weight: normal;">Äußerungsteilchen</b>  annotiert. Das Erstglied realisiert das FE <b style="mso-bidi-font-weight: normal;">Funktion</b>.</span></div>
+
<span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12.0pt; line-height: 115%; mso-bidi-font-size: 11.0pt;">Kompositum mit „-partikel“ als  bedeutungstragendem Kopf. Wortherkunft von Partikel laut Online-Duden-Eintrag  zu „Partikel“: „lateinisch particula = Teilchen, Stück, Verkleinerungsform  von: pars, Partei.“ Partikel ist ein relationales Nomen: „ein Partikel von  etw.“ --&gt; FE <b style="mso-bidi-font-weight: normal;">Auftretensort</b>. Vor  dem Hintergrund des </span><span style="font-family: &quot;Courier New&quot;; font-size: 12.0pt; line-height: 115%; mso-bidi-font-size: 11.0pt;">Gesprächspartikel</span><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12.0pt; line-height: 115%; mso-bidi-font-size: 11.0pt;">-Frames wird der Kompositumskopf selbst  als Realisierung des Frame-Elements <b style="mso-bidi-font-weight: normal;">Äußerungsteilchen</b>  annotiert. Das Erstglied realisiert das FE <b style="mso-bidi-font-weight: normal;">Funktion</b>.</span></div>
 
<div class="MsoNormal" style="line-height: 115%; margin-top: 12.0pt;">
 
<div class="MsoNormal" style="line-height: 115%; margin-top: 12.0pt;">
 
<span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12.0pt; line-height: 115%; mso-bidi-font-size: 11.0pt;">Modalpartikeln sind meist unflektierbare  Wörter und kleinere Phrasen, die keine selbstständigen Satzglieder bilden und  weder am Satzanfang noch am Satzende stehen. Modalpartikeln sind Partikeln  mit der spezifischen Funktion die Satzaussage in eine bestimmte Richtung hin zu  modellieren, je nach verwendeter Modalpartikel. Z. B.: keine Partikel: <i style="mso-bidi-font-style: normal;">Ich gehe zur Universität</i>. vs.  Modalpartikel „doch“: <i style="mso-bidi-font-style: normal;">Ich gehe doch zur  Universität</i>. vs. Modalpartikel „wohl“: <i style="mso-bidi-font-style: normal;">Ich gehe wohl zur Universität</i>. Neben der lexikalischen Form der  Modalpartikel ist vor allem auch die Realisierungsart, insbesondere  hinsichtlich der Intonation, entscheidend für die Bedeutung der Partikel.</span></div>
 
<span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12.0pt; line-height: 115%; mso-bidi-font-size: 11.0pt;">Modalpartikeln sind meist unflektierbare  Wörter und kleinere Phrasen, die keine selbstständigen Satzglieder bilden und  weder am Satzanfang noch am Satzende stehen. Modalpartikeln sind Partikeln  mit der spezifischen Funktion die Satzaussage in eine bestimmte Richtung hin zu  modellieren, je nach verwendeter Modalpartikel. Z. B.: keine Partikel: <i style="mso-bidi-font-style: normal;">Ich gehe zur Universität</i>. vs.  Modalpartikel „doch“: <i style="mso-bidi-font-style: normal;">Ich gehe doch zur  Universität</i>. vs. Modalpartikel „wohl“: <i style="mso-bidi-font-style: normal;">Ich gehe wohl zur Universität</i>. Neben der lexikalischen Form der  Modalpartikel ist vor allem auch die Realisierungsart, insbesondere  hinsichtlich der Intonation, entscheidend für die Bedeutung der Partikel.</span></div>

Version vom 6. Januar 2016, 15:09 Uhr

Gesprächspartikel

Lexikalischer Eintrag
Kompositum mit „-partikel“ als bedeutungstragendem Kopf. Wortherkunft von Partikel laut Online-Duden-Eintrag zu „Partikel“: „lateinisch particula = Teilchen, Stück, Verkleinerungsform von: pars, Partei.“ Partikel ist ein relationales Nomen: „ein Partikel von etw.“ --> FE Auftretensort. Vor dem Hintergrund des Gesprächspartikel-Frames wird der Kompositumskopf selbst als Realisierung des Frame-Elements Äußerungsteilchen annotiert. Das Erstglied realisiert das FE Funktion.
Modalpartikeln sind meist unflektierbare Wörter und kleinere Phrasen, die keine selbstständigen Satzglieder bilden und weder am Satzanfang noch am Satzende stehen. Modalpartikeln sind Partikeln mit der spezifischen Funktion die Satzaussage in eine bestimmte Richtung hin zu modellieren, je nach verwendeter Modalpartikel. Z. B.: keine Partikel: Ich gehe zur Universität. vs. Modalpartikel „doch“: Ich gehe doch zur Universität. vs. Modalpartikel „wohl“: Ich gehe wohl zur Universität. Neben der lexikalischen Form der Modalpartikel ist vor allem auch die Realisierungsart, insbesondere hinsichtlich der Intonation, entscheidend für die Bedeutung der Partikel.
In den Belegstellen realisierte Frame-Elemente:
Äußerungsteilchen, Funktion, Auftretensort, Sprache, Beispiel, Realisierungsart
Belegstellen & Annotationen
Quellen
Realisierte FEs
Auffälligkeiten
Sowohl die Antwortpartikel ja als auch die [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [auch]Beispiel fungieren in diesem Fall in Bs Äußerung als Indikatoren des Einverständnisses; für Sprecherin A ratifizieren sie den unterstellten Konsens.
Hagemann 2009: 169
Äußerungsteilchen
Funktion
Beispiel
Bei Durchsicht der von mir gesammelten (und hier exemplarisch analysierten) Vorkommen redezuginterner tag questions fällt auf, dass eine Kookkurenz besteht zwischen dem Vorkommen von redezuginternen tags und [bestimmten] [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen – und zwar gerade solchen, [mit denen ein Sprecher ebenfalls Konsens indiziert oder unterstellt]Funktion.
Hagemann 2009: 170
Äußerungsteilchen
Funktion
Dieses gemeinsame Auftreten sprachlicher Einheiten – der Gebrauch redezuginterner tags als Evidenzmarker und [konsensuskonstituierender]Funktion (vgl. Lütten 1977:274; 1979:30ff.) [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen – hat sich, so ist zu vermuten, aus derselben interaktiven Anforderung heraus entwickelt: Als gemeinsam geteiltes Wissen hinzustellen, auch wenn es erst dadurch zu diesem wird.
Hagemann 2009: 170
Äußerungsteilchen
Funktion
Hentschel (1986:172) bemerkt zur [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [halt]Beispiel, dass diese (wie eben) auf zuvor genannte oder als bekannt vorausgesetzte Umstände und Bedingungen verweist.
Hagemann 2009: 171
Äußerungsteilchen
Funktion
Beispiel
Ausdrucksweisen der Sprechereinstellung im Deutschen und Englischen. Untersuchungen zur Syntax, Semantik und Pragmatik der [deutschen]Sprache [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen und ihrer englischen Entsprechungen.
Hagemann 2009: 173
Äußerungsteilchen
Funktion
Sprache
In vielen Kontexten wirken auch [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [(ja, doch)]Beispiel zumindest als Teilindikatoren einer Kausalrelation i.e. S.
HSK (16.2) 2001: 1313
Äußerungsteilchen
Funktion
Beispiel
Nach zunächst allgemeinen Charakterisierungen sprachlicher Formen in der Zeit des Umbruchs (S.210) und einigen inhaltlichen Differenzen zwischen Ost- und Westsprechern in diesen Interviews konzentriert er sich auf die Frequenz der [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [halt]Beispiel in ihrem Kontrast zu eben.
Schwitalla 2000: 26
Äußerungsteilchen
Funktion
Beispiel
Die sequenzstrukturelle und kontextsensitive Analyse von denn mündet in allgemeinere Überlegungen zur Bedeutungsbeschreibung von [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen, für die neben der lexemspezifischen und konstruktionsspezifischen Bedeutung die äußerungs- und interaktionskontextspezifischen Bedeutungen konstitutiv sind.
Drescher 2011: 148
Äußerungsteilchen
Funktion
Ohne hier auf eine ausführliche Charakterisierung von [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen einzugehen (vgl. dazu ausführlich THURMAIR 1989: 21-37 u. 94-99), soll als wesentlicher Aspekt die interaktionsbezogene Funktion von [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen hervorgehoben werden: [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen verankern Äußerungen im Interaktionszusammenhang und modifizieren oder spezifizieren Illokutionstypen.
Thurmair 1991: 378
Äußerungsteilchen
Funktion
Wie alle [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen ist auch denn satzmodusabhängig: es tritt nur in w-Fragesätzen und in Entscheidungsfragesätzen auf.
Thurmair 1991: 378
Äußerungsteilchen
Funktion
Nur ein w-Fragesatz enthält eigentlich, einer bloß, und 112 Fragesätze weisen keine [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen auf.
Thurmair 1991: 379
Äußerungsteilchen
Funktion
In diesem Typ, der hier w-Versicherungsfragesatz genannt wird, kann die [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [denn]Beispiel grundsätzlich nicht auftreten.
Thurmair 1991: 381
Äußerungsteilchen
Funktion
Beispiel
Was hier der [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [denn]Beispiel als Funktion zugeschrieben wird, liegt keineswegs an denn, sondern läßt sich auf die [Eigenschaften einer in die Interaktion eingebundenen Entscheidungsfrage zurückführen.]Funktion
Thurmair 1991: 384
Äußerungsteilchen
Funktion
Beispiel
[Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [in Fragesätzen]Auftretensort.
Thurmair 1991: 386
Äußerungsteilchen
Funktion
Auftretensort
Deshalb kann denn auch in rhetorischen Fragen auftreten, z.B. in Kombination mit der [rhetorizitätsanzeigenden]Funktion [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [schon]Beispiel, oder auch in Kombination mit bloß/ nur.
Thurmair 1991: 386
Äußerungsteilchen
Funktion
Beispiel
In anderen Sprachen gibt es [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen, [die diverse pragmatische (oder semanto-pragmatische) Funktionen erfüllen]Funktion, die aber durch ihre relativ starken Distributionsregeln hinsichtlich bestimmter Satzmodi sekundär auch die Funktion der Satzmodusmarkierung übernehmen können.
Péteri 2011: 94
Äußerungsteilchen
Funktion
[Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen [in russischen Interrogativsätzen: (…)]Auftretensort.
Péteri 2011: 96
Äußerungsteilchen
Funktion
Auftretensort
Die Partikel num impliziert eine negative Antworterwartung, steht dadurch der [deutschen]Sprache [Modal]Funktion[partikel]Äußerungsteilchen [etwa]Beispiel nahe.
Péteri 2011: 96
Äußerungsteilchen
Funktion
Sprache
Beispiel
Im zweiten Teil meines Beitrags stelle ich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Interrogativpartikeln und die [interrogativen]Realisieurngsart [Modal]Funktion[partikeln]Äußerungsteilchen kategorial zu unterscheiden und welche Kriterien diese Unterscheidung motivieren.
Péteri 2011: 98
Äußerungsteilchen
Funktion
Realisierungsart