Annotationsreport Satzabbruch

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Anakoluth

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT1
FORTGANG5
FREQUENZ1
REALISIERUNGSART4
UMSTAND2
ÄUSSERUNG11


Determinativkompositum mit „-abbruch“ als semantischem Kopf. „Abbruch“ ist ein deverbales Nomen: „Jemand bricht etwas ab.“ Aufgrund der Fachsprachenebene wird die abbrechende Person (FE Sprecher) allerdings in den Belegstellen selten realisiert. Abgebrochen werden Sätze und Wörter, weshalb das FE Äußerung gewählt wurde. Dem Abbruch folgt häufig eine Wiederholung, Korrektur oder ein Neubeginn der Äußerung, weshalb dafür das FE Fortgang gewählt wurde Das FE Äußerung ist bei dieser LE durch ihr Erstglied „Satz-“ fest besetzt.


Kurzdefinition: Mit dem Satzabbruch wird zunächst ein vorzeitiger Abbruch einer Äußerung durch den Sprecher beschrieben. Meistens folgt eine Wiederaufnahme der Äußerung oder einzelner Äußerungsteile.


Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Die [individuell bedingten]Realisierungsart [Satz-]Äusserung abbrüche oder Lücken [innerhalb einer Äußerung]Auftretensort scheiden also, wenn man unter Ellipsen konventionell geregelte, grammatisch beschreibbare Größen versteht, von vornherein als Gegenstand der Ellipsenforschung aus. Tschauder 1986: 464
Zum einen die [als ungrammatisch zu klassifizierenden]Realisierungsart [Satz-]Äusserung abbrüche und zum anderen die der kompetentiellen Norm entsprechenden Ellipsen. Tschauder 1986: 465
Auf syntaktischer Ebene sind in den Zeilen 14 bis 16 sowohl stockendes Sprechen mit zwei gefüllten Pausen äh (Z. 14, 15)27 und stillen Mikropausen als auch [zahlreiche]Frequenz [Satz-]Äusserung abbrüche [mit Wiederholung oder Korrektur]Fortgang zu beobachten. Werdecker 2008: 22
Das Gliederungssignal na (Z. 22), die gefüllte Pause äh (Z. 22) und der [Satz-]Äusserung abbruch [mit der Wiederholung des Interrogativpronomens]Fortgang wie (Z. 22) versuchen die Aufmerksamkeit auf den sekundären Sprecher zu lenken (Schwitalla 2003, 120), die Modalpartikel denn (Z. 22) verstärkt dabei die Proposition. Werdecker 2008: 38
Der [Satz-]Äusserung abbruch [mit Wiederholung]Fortgang markiert die Vorsichtigkeit und Formulierungsschwäche des folgenden Angriffes. Werdecker 2008: 42
Aufgrund von Dehnung und Akzentuierung der Angabe folgt ein [Satz-]Äusserung abbruch [mit einem Neustart des Satzes]Fortgang (Schwitalla 2003, 120ff.). Werdecker 2008: 57
Dem [situativ bedingten]Umstand [Satz-]Äusserung abbruch können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen: (…). Sowinski,1982: 111
Die Erkennbarkeit dei Gemeinten bei manchen [situativ bedingten]Umstand [Satz-]Äusserung abbrüchen rückt diese bereits in die Nähe der andeutenden Aposiopese, in der meist in ruhigerer Redeweise, bestimmte Wörter nicht ausgesprochen werden, (…). Sowinski 1982: 111
Der [apotropäische (unheilabwehrende)]Realisierungsart[Satz-]Äusserung abbruch ist heute nur noch in Redewendungen üblich, die einen Fluch oder eine Verwünschung andeuten. Sowinski 1982: 113
[Situative und andeutende]Realisierungsart [Satz-]Äusserung abbrüche waren besonders zu Beginn des 19. Jhs. in der Literatur beliebt. Sowinski 1982: 113
Während es sich hier um einen [Satz-]Äusserung abbruch [mit folgendem Neustart]Fortgang handeln könnte, wird sich anhand späterer Beispiele zeigen (vgl. (83)-(85)), daß Benny kurz danach weil-eingeleitete V2- und VI-Strukturen produziert. Fritzenschaft/ Gawlitzek-Maiwald/ Tracy/ Winkler 1990: 93