Annotationsreport Spiegelkonstruktion: Unterschied zwischen den Versionen

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Determinativkompositum mit „-konstruktion“ als semantischem Kopf. Deverbales Nomen von ''konstruieren''; zweiwertige Valenz: ,jemand konstruiert etwas‘. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die konstruierende Person (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert.
  
Determinativkompositum mit „-konstruktion“ als semantischem Kopf. Deverbales Nomen von ''konstruieren''; zweiwertige Valenz: ,jemand konstruiert etwas‘. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die konstruierende Person (FE Sprecher) allerdings in den Belegstellen selten realisiert.
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Das Erstglied „Spiegel-„ beschreibt eine Konstruktion, die gespiegelt ist, weshalb damit eine spezielle Art der Konstruktion beschrieben wird und mit dem FE SPEZIELLES_MERKMAL durch das Erstglied „Spiegel-“ instanziiert ist.
 
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Das Erstglied „Spiegel-„ beschreibt eine Konstruktion, die gespiegelt ist, weshalb damit eine spezielle Art der Konstruktion beschrieben wird und mit dem FE Spezielles_Merkmal durch das Erstglied „Spiegel-“ instanziiert ist.
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<u>Kurzdefinition:</u> Eine Spiegelkonstruktion wird mit dem Begriff Drehsatz synonym verwendet und beschreibt dasselbe Phänomen des Teils C, welcher häufig keinen neuen Satz eröffnet, sondern A oder Teile von A wiederholt. Dabei werden verschiedene Spiegelkonstruktionen unterschieden.  
 
<u>Kurzdefinition:</u> Eine Spiegelkonstruktion wird mit dem Begriff Drehsatz synonym verwendet und beschreibt dasselbe Phänomen des Teils C, welcher häufig keinen neuen Satz eröffnet, sondern A oder Teile von A wiederholt. Dabei werden verschiedene Spiegelkonstruktionen unterschieden.  
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aber der is halt . sagn-mir . ''hándwerklich'' is er nit ein-so (Scheutz, 1992, S. 249)
 
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Modifizierende Spiegelkonstruktion, bei der Anfangs- und Endkette von Teil A und C von der Struktur anders sind aber diese dennoch eine kongruente semantische Interpretation zulassen.  
 
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|Während Boon diese Fälle grundsätzlich von literarischen Apokoinus unterscheiden und sie höchstens als eigene Form des Apokoinus verstehen möchte, fasst Scheutz (1992) sie als ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub> '''konstruktionen''' auf, [die sowohl in der Literatur als auch im spontan Gesprochenen belegbar sind]<sub>Eigenschaft</sub>.
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|Während Boon diese Fälle grundsätzlich von literarischen Apokoinus unterscheiden und sie höchstens als eigene Form des Apokoinus verstehen möchte, fasst Scheutz (1992) sie als ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub>'''konstruktionen''' auf, [die sowohl in der Literatur als auch im spontan Gesprochenen belegbar sind]<sub>Eigenschaft</sub>.
 
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|Zum anderen kennzeichnet diese Art der ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub>'''konstruktion''' in prosodischer Hinsicht dass das Koinon, das einen Starkakzent trägt, ohne Pause in die umgebende Peripherie eingebettet ist.
 
|Zum anderen kennzeichnet diese Art der ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub>'''konstruktion''' in prosodischer Hinsicht dass das Koinon, das einen Starkakzent trägt, ohne Pause in die umgebende Peripherie eingebettet ist.
 
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|Von einer [modifizierenden]<sub>Art_und_Weise</sub> ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub>'''konstruktion''' spricht man, wenn bei strukturell verschiedener Anfangs- und Endkette A und C trotzdem eine kongruente semantische Interpretation zulassen.
|Von einer [modifizierenden]<sub>Art_und_Weise</sub>['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub> '''konstruktion''' spricht man, wenn bei strukturell verschiedener Anfangs- und Endkette A und C trotzdem eine kongruente semantische Interpretation zulassen.
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|Ab welchem Grad der Veränderung analysiert man sie als verschiedene Strukturen und damit als [modifizierende]<sub>Art_und_Weise</sub> ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub> '''konstruktion'''?
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|Scheutz jedenfalls formuliert als Fazit, das gegenwartssprachliche Apokoinu trete nur mehr in Form der ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub>'''konstruktion''' auf, [die die funktionalen Möglichkeiten und Vorteile der Konstruktion nutze, die perzeptuellen Nachteile jedoch vermeide]<sub>Eigenschaft</sub>.
 
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|Diese seien [„modifizierende“]<sub>Art_und_Weise</sub> ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub>'''konstruktionen''', [bei denen keine formalen Sprachproduktionsfehler (Versprecher), sondern vorwiegend konversationelle Unangemessenheiten (Angemessenheitsreparaturen) bearbeitet wurden.]<sub>Eigenschaft</sub>.
 
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|These, dass im Gegenwartsdeutschen (im Gegensatz zum Altdeutschen) grundsätzlich ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub>'''konstruktionen''' aufträten, [in denen (i) links- und rechtsseitiges Syntagma auf den gleichen Sachverhalt Bezug nähmen; (ii) das Koinon in beiden Syntagmen jeweils die gleiche syntaktische Funktion erfülle]<sub>Eigenschaft</sub>.  
 
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|Bei der [modifizierenden]<sub>Art_und_Weise</sub> ['''Spiegel-''']<sub>Spezielles_Merkmal</sub>'''konstruktion''' erscheint die linksperiphere Struktur rechtsseitig nicht nur ‘‘ergänzt‘‘ , sondern gleichzeitig auch in unterschiedlichem Ausmaß verändert.
 
|Scheutz 1992: 254
 
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Aktuelle Version vom 3. September 2018, 11:05 Uhr

Apokoinu

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FEsAnzahl annotierter FEs
ART_UND_WEISE6
EIGENSCHAFT6
SPEZIELLES_MERKMAL11

Determinativkompositum mit „-konstruktion“ als semantischem Kopf. Deverbales Nomen von konstruieren; zweiwertige Valenz: ,jemand konstruiert etwas‘. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die konstruierende Person (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert.

Das Erstglied „Spiegel-„ beschreibt eine Konstruktion, die gespiegelt ist, weshalb damit eine spezielle Art der Konstruktion beschrieben wird und mit dem FE SPEZIELLES_MERKMAL durch das Erstglied „Spiegel-“ instanziiert ist.

Kurzdefinition: Eine Spiegelkonstruktion wird mit dem Begriff Drehsatz synonym verwendet und beschreibt dasselbe Phänomen des Teils C, welcher häufig keinen neuen Satz eröffnet, sondern A oder Teile von A wiederholt. Dabei werden verschiedene Spiegelkonstruktionen unterschieden.

Spiegelkonstruktion mit Anfangs- und Endkette ( A und C), welche die gleiche Struktur haben. Allerdings ändert sich die Wortstellung.

Beispiel:

Das war ein schrecklicher Unfall war das.

Teil A Teil B (Koinon) Teil C (Teil A gespiegelt)

Spiegelkonstruktion, bei der das Koinon nicht an A prosodisch angeschlossen ist. In der Regel wird durch eine Pause vor dem Koinon von A getrennt. Zwischen Teil A und dem Koinon werden metasprachliche Ausdrücke oder fragmentarische Wiederholungen eingeschoben.

Beispiel:

aber der is halt . sagn-mir . hándwerklich is er nit ein-so (Scheutz, 1992, S. 249)

Teil A Teil B (Koinon) Teil C

Modifizierende Spiegelkonstruktion, bei der Anfangs- und Endkette von Teil A und C von der Struktur anders sind aber diese dennoch eine kongruente semantische Interpretation zulassen.

Beispiel:

die habm eine derartig ah derbe Mundart sprechn die daheim. (Scheutz, 1992, S. 250)

Teil A Teil B (Koinon) Teil C

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Während Boon diese Fälle grundsätzlich von literarischen Apokoinus unterscheiden und sie höchstens als eigene Form des Apokoinus verstehen möchte, fasst Scheutz (1992) sie als [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktionen auf, [die sowohl in der Literatur als auch im spontan Gesprochenen belegbar sind]Eigenschaft. Poncin 2000: 48
Zum anderen kennzeichnet diese Art der [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktion in prosodischer Hinsicht dass das Koinon, das einen Starkakzent trägt, ohne Pause in die umgebende Peripherie eingebettet ist. Poncin 2000: 52 Von einer [modifizierenden]Art_und_Weise [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktion spricht man, wenn bei strukturell verschiedener Anfangs- und Endkette A und C trotzdem eine kongruente semantische Interpretation zulassen.
Ab welchem Grad der Veränderung analysiert man sie als verschiedene Strukturen und damit als [modifizierende]Art_und_Weise [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktion? Poncin 2000: 55
Scheutz jedenfalls formuliert als Fazit, das gegenwartssprachliche Apokoinu trete nur mehr in Form der [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktion auf, [die die funktionalen Möglichkeiten und Vorteile der Konstruktion nutze, die perzeptuellen Nachteile jedoch vermeide]Eigenschaft. Poncin 2000: 61
Diese seien [echte]Art_und_Weise [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktionen [mit einer Pause vor dem Koinon bzw. dem Reparandum innerhalb des Koinons]Eigenschaft. Poncin 2000: 63
Diese seien [„modifizierende“]Art_und_Weise [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktionen, [bei denen keine formalen Sprachproduktionsfehler (Versprecher), sondern vorwiegend konversationelle Unangemessenheiten (Angemessenheitsreparaturen) bearbeitet wurden.]Eigenschaft. Poncin 2000: 64
Das gegenwartssprachliche Apokoinu tritt nur mehr in Form der [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktion auf, [die die im vorgehenden Abschnitt diskutierten funktionalen Möglichkeiten und Vorteile dieser Konstruktion nützt, die perzeptuellen Nachteile jedoch vermeidet]Eigenschaft. Scheutz 1992: 263
These, dass im Gegenwartsdeutschen (im Gegensatz zum Altdeutschen) grundsätzlich [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktionen aufträten, [in denen (i) links- und rechtsseitiges Syntagma auf den gleichen Sachverhalt Bezug nähmen; (ii) das Koinon in beiden Syntagmen jeweils die gleiche syntaktische Funktion erfülle]Eigenschaft. Poncin 2000: 31
Bei den [echten]Art_und_Weise [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktionen erfolgt rechtsperipher eine Art ``Duplizierung“ der linken Peripherie mit veränderter Wortstellung. Scheutz 1992: 253
Bei der [modifizierenden]Art_und_Weise [Spiegel-]Spezielles_Merkmalkonstruktion erscheint die linksperiphere Struktur rechtsseitig nicht nur ‘‘ergänzt‘‘ , sondern gleichzeitig auch in unterschiedlichem Ausmaß verändert. Scheutz 1992: 254