Annotationsreport Sprachwechsel

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Sprachwechsel

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT2
BEDEUTUNG2
EFFEKT1
FREQUENZ1
FUNKTION3
INDIVIDUALITÄT3
REALISIERUNGSART3
REGIONALITÄT1
SEQUENZIELLE_ABFOLGE1
SPRACHE17
SPRACHEII2
SPRECHER2

Determinativkompositum mit ,-wechsel‘ als semantischem Kopf. ,Wechsel‘ ist deverbales Nomen von wechseln; dreiwertige Valenz: ,jmd. wechselt von etwas in etwas anderes/zu etwas anderem‘. Hier wechselt ein SPRECHER von einer SPRACHE in eine andere SPRACHEII. Das inkorporierte Erstglied ,Sprache‘ wird als SPRACHE annotiert. Weitere erwartbare zentrale FEs: SPRECHER und SPRACHEII, wobei dieses FE seltener extern realisiert ist, weil die zweite SPRACHE, in die gewechselt wird, oftmals nicht explizit genannt wird.

Kurzdefinition: Von einem Sprachwechsel spricht man, wenn mehrsprachige Nutzer von einer Sprache A in eine Sprache B oder von einer lokal abhängigen Varietät in eine andere Varietät wechseln.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Kommunikativ besonders „aufwendig“ scheint für die Beteiligten die Organisation derjenigen Turnübernahmen zu sein, bei denen [zwischen vorausgehender Dolmetschung und (weiterer) Dolmetschvorlage]Auftretensort ein [Sprach]Sprachewechsel [vollzogen werden muss]Support z.B. wenn ein/e Primäre/r Interaktionspartner/in längere Ausführungen machen will: (…). Apfelbaum 2004: 172 Support-Verb
Neben diesen [sequenziell bedeutungsvollen]Bedeutung [Sprach]Sprachewechseln zeigen insbesondere zwei Äußerungen, welche Muster im Code-Mixing für die "Unmündigen" charakteristisch sind. Cindark 2013: 137
Ein Übermaß an englischer Terminologie verleitet zum [gänzlichen]Realisierungsart [Sprach]Sprachewechsel, weil der Grad der Sprachmischung nicht mehr natürlich erscheint. Androutsopoulos 2006:42
Etablierter Sprachgebrauch lässt sich nicht einfach rückgängig machen, und die globale Dominanz des Englischen nötigt viele Benutzer deutscher Terminologie zum [gelegentlichen]Frequenz [Sprach]Sprachewechsel; er sollte mnemotechnisch möglichst gut gestützt sein. Androutsopoulos 2006: 43
Die zweite Unterscheidung ist die zwischen [teilnehmerbezogenem]Sprecher und [diskursfunktionalem]Funktion [Sprach]Sprachewechsel (vgl. Dirim/Auer 2004: 158ff.). Androutsopoulos 2006: 177
Dies ist ein [auffallender]Individualität [Sprach]Sprachewechsel, [der sowohl vom eigenen Rollenstil abweicht (der Webmaster äußert sich normalerweise auf Deutsch) als auch von der Sprachwahl des Adressaten]Individualität. Androutsopoulos 2006: 188
Solche [kommentierenden]Funktion [Sprach]Sprachewechsel sind nicht unbekannt in der Fachliteratur. Androutsopoulos 2006: 190
Der Beitrag geht der Frage nach, ob und wie der [vollzogene]Support [Sprach]Sprachewechsel [aus dem Tschechischen ins Deutsche]SpracheII im Werk der einzelnen Schriftsteller ablesbar ist und dieses durch den bewussten Umgang mit der Sprache produktiv beeinflusst hat. Cornejo 2009: 105 Support-Verb
Einige von ihnen lösten das Dilemma eines [Sprach]Sprachewechsels [im deutschsprachigen Raum]Regionalität durch eine konsequente Sprachverweigerung als eine Art ‚sprachlicher Rettungsmission’ wie Ivan Diviš, einige entschieden sich für einen [‚partiellen’]Realisierungsart [Sprach]Sprachewechsel, [der mitunter zu einem Wandel in der literarischen Orientierung und zu funktionalen Genrepräferenzen führte]Effekt, abhängig vom jeweiligen Adressatenkreis (wie z.B. Pavel Kohout, Petr Chudožilov oder Ludvík Aškenazy). Cornejo 2009: 106
Der Nebeneffekt dieser Textarbeit, die insgesamt fast drei Monate gedauert hat, war die enorme Erweiterung des Wortschatzes, dessen Erlernen und Verinnerlichung in der Fremdsprache, vor allem aber [der sich unbewusst und unbemerkt vollzogene]Realisierungsart [Sprach]Sprachewechsel. Cornejo 2009:

115

Als [code]Sprache-switch werden nur die in der Interaktion [lokal oder global bedeutungsvollen]Bedeutung [Sprach]Sprachewechsel verstanden; je häufiger die Sprecher jedoch intra- und/oder intersentenziell zwischen den beteiligten Sprachen ‚wechseln’, desto mehr verliert diese Interaktionsstrategie ihre Qualität als Kontextualisierungshinweis (Gumperz 1982, Auer 1986) und es verdichtet sich der Eindruck eines gemischtsprachlichen Codes, des „mixing“, in dem [die einzelnen]Individualität [Sprach]Sprachewechsel geringe oder keine Bedeutung mehr haben (1998, 15ff.). Kallmeyer 2002: 1f. Kopula
Muysken (1997, 2001) verwendet den Begriff des „mixing“ für alle [intrasentenziellen]Auftretensort[Sprach]Sprachewechsel. Kallmeyer 2002: 2
Sprachewechsel [in sozialsymbolisierender Funktion]Funktion sind sehr häufig im Mixing eingebettet, z.B. in Redewiedergaben in Erzählungen, in denen auf eine bestimmte soziale Kategorie verwiesen wird, und damit Teil des Mixing. Kallmeyer 2002: 21
Die Studentin S4 schließt in Zeile 4 ihren Redebeitrag ebenfalls auf Englisch an, wobei der [vorherige]Sequenzielle_Abfolge [Sprach]Sprachewechsel [des Lehrers]Sprecher [ins Englische]SpracheII als möglicher Auslöser (d.h. trigger) für die englische Sprachwahl fungiert hat, wie dies typischerweise der Fall ist. Liebscher 2011: 176