Annotationsreport Sprechgeschwindigkeit

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Prosodie_Sprechausdruck

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUSPRÄGUNG8
SPRECHEN1
TEMPORALER_SPRECHAUSDRUCK19
UMSTAND2


Die LE ‚Sprechgeschwindigkeit’ wird im übergeordneten Frame Sprechausdruck selbst als FE TEMPORALER_SPRECHAUSDRUCK annotiert, da die Sprechgeschwindigkeit selbst eine Form des Sprechausdrucks ist.

Kurzdefinition: Mit Sprechgeschwindigkeit wird der akustisch wahrnehmbare, individuelle Ausdruck des Sprechtempos bezeichnet.


Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
So werden laut Schönherr (1993; 1997, Kap. 4.2. ff) Parenthesen meist durch die Bildung eigener intonatorischer Phrasen mit gegenüber dem Matrixsatz geänderten und abgeschwächten Akzenten als "zurückgenommen" dargestellt, bleiben aber hinsichtlich [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck, Lautstärke und Tonhöhenniveau oftmals unmarkiert. HSK 2001 (16.2): 1128
Plötzliche Tonhöhensprünge nach unten oder oben, oft verbunden mit Änderungen der Lautstärke und der [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck, haben neben einer segmentierenden Funktion auch eine expressive. Schwitalla 2006: 71
[Lokale]Umstand [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck und zeitliche Struktur gesprochener Sprache stehen in so enger Beziehung zueinander, daß wir das eine nicht ohne das andere betrachten sollten. Hardcastle 1985: 247-263
„Elektropalatographisch untersucht wurden Auswirkungen des Vokalkontextes, der Junktur sowie der [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck auf die antizipatorische Koartikulation in /kl/-Folgen. Hardcastle 1985: 247-263
Mit [zwei unterschiedlichen]Ausprägung [Sprechgeschwindigkeiten]Temporaler_Sprechausdruck sowie in zwei typischen Vokalkontexten erzeugten vier Versuchspersonen Testsegmente, in denen verschiedene, prosodisch unterschiedlich markierte syntaktische Junkturen zwischen /k/ und /l/ lagen. Hardcastle 1985: 247-263
(…) dass trotz einer Fülle von Einzelergebnissen eine einheitliche Theorie der [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck noch aussteht. Grunwald 1982: 7
Die [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck beträgt normalerweise zwischen 4 - 6 Silben pro Sekunde bzw. um 20 Laute. Franke 1978
Individuelle Sprecher haben [unterschiedliche]Ausprägung [Sprechgeschwindigkeiten]Temporaler_Sprechausdruck. Schwitalla 1997: 159
Auch die Wahrnehmung dieser Strukturen ist abhängig von der [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck und vom Rhythmus [der umliegenden Rede]Umstand. HSK 2001 (16.2): 1065
„Sprechausdruck“ wird als Oberbegriff für konventionelle Gestaltungsweisen und -muster im Sprechschall verstanden, die durch Merkmale wie Sprechstimmhöhe, Lautheit, Stimmklang, [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck, Artikulation und Merkmalskomplexe wie Akzentuierung, Sprechrhythmus, Sprechspannung und andere zustande kommen. Bose 2001: 262
Klanglich fällt das Muster am stärksten auf, da die Prosodie in der Interaktion zwischen Erwachsenen und Kleinkindern Basisfunktionen erfüllt (…): zum Beispiel höhere mittlere Sprechstimmlage mit überdeutlichen, häufig wiederholten Melodieverlaufsmustern, [geringe]Ausprägung[Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck und Lautstärke, Skandierungstendenz mit häufigen Akzenten, lange Gliederungspausen, präzise Artikulation mit Vokaldehnungen. Bose 2001: 270
Die [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck [im frei formulierenden Sprechen]Sprechen ist sehr unterschiedlich und schwankt kleinräumig. Sie ist unter anderem abhängig vom Sprechplanungsaufwand, von der Sprechgliederung und der Sprechausdrucksgestaltung. Bose 2001: 279
Die Einschätzung der Lautdauer hängt aber unter anderem auch mit der [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck zusammen, zum Beispiel bedingt [geringe]Ausprägung[Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck insgesamt längere Lautdauer, kann aber auch zustande kommen durch einzelne stark gedehnte Laute oder auch Silben. Bose 2001: 280
Die zitierte Rede wird sehr manieriert durch Erhöhung der Lautstärke, hohes Tonhöhenregister, starke Schwankungen im Tonhöhenverlauf und [erhöhte]Ausprägung [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck wiedergegeben: (…). Günthner 2002: 62
Die Stimme der Ich-Protagonistin wird in derselben Dialektvarietät reproduziert, die auch Ulla und Sara in der Erzählwelt sprechen. Sie zeichnet sich ferner durch eine [schnelle]Ausprägung [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck und eine entrüstete Stimme (unter anderem mittels einer steigend-fallenden Kontur auf der gedehnten Silbe "´`U::N") aus. Günthner 2002: 71
Der breitere Dialekt (markiert unter anderem durch die starken Vokaldehnungen, die Partikeln "jo:" beziehungsweise "hei jo::h. ") und die [extrem langsame]Ausprägung [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck in Kombination mit der tiefen Stimme indizieren, dass es sich um die Reaktion der Antagonistin auf die Beschwerde der Protagonistin handelt. Günthner 2002: 71
(…) der bisherige turn-Inhaber reagiert seinerseits entweder mit [langsamer]Ausprägung [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck und größerer Lautstärke, um seinen Anspruch auf das Rederecht durchzusetzen, oder er reduziert seine Lautstärke und läßt seinen turn ‘auslaufen’. HSK 2001 (16.2): 1125
Außer Intonation, Lautstärke und [Sprechgeschwindigkeit]Temporaler_Sprechausdruck spielt zumindest im Englischen und anderen akzentzählenden Sprachen auch der Rhythmus eine wichtige Rolle für die Übergabe des Rederechts (vgl. Couper-Kuhlen 1993; Auer/Couper-Kuhlen 1994; Auer/ Couper-Kuhlen/Müller 1999, Kap. 3). HSK 2001 (16.2): 1125