Bestimmter Artikel: Unterschied zwischen den Versionen

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Sortales Nomen, von lat. ''articulus'' ( = Gelenk)  
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== Definition ==
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Der bestimmte Artikel (lat. ''dēfīnīre'', ‚anpassen‘, ‚abgrenzen‘, ‚bestimmen‘ und lat. ''articulus'', ‚Gelenk‘; auch ‚Begleiter‘ oder ‚Geschlechtswort‘) ist eine flektierbare Wortart, die aus einer unbestimmten Menge etwas Bestimmtes bzw. bereits Bekanntes benennt. Das bedeutet, er dient der Determination, also der näheren Bestimmung, eines [[Nomen|Nomens]]/[[Substantiv|Substantivs]], als dessen '''Begleiter''' er auftritt.
  
Auch: Begleiter, Geschlechtswort
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Er flektiert nach '''Numerus''' und '''Kasus''', im Singular auch nach dem Genus. Dabei korrespondiert er mit seinem '''Bezugswort''', dem nachfolgenden Nomen/Substantiv, mit welchem er eine [[Nominalphrase]] bildet. 
  
Der semantische Kopf 'Artikel' wird selbst als die Realisierung des FE BEGLEITER annotiert, da er im übergeordneten Kontext der Wortarten als solcher verstanden und verwendet wird.
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Die '''Position''' des bestimmten Artikels ist durch seine Begleitfunktion festgelegt. Er steht immer vor dem Nomen/Substantiv. Wenn zwischen Artikel und Nomen/Substantiv ein attributives [[Adjektiv]] oder ein nominalisiertes Adjektiv bzw. Partizip steht, regiert der bestimmte Artikel die schwache Flexion dieser Satzglieder. Des Weiteren können bestimmte Artikel unterschiedliche '''Funktionen''' übernehmen: Demonstrativ-Artikel verweisen auf etwas Bekanntes bzw. bereits Eingeführtes, Quantifikativ-Artikel bestimmen Mengen näher und Possessiv-Artikel drücken die Zugehörigkeit aus.  
  
<u>Kurzdefinition:</u> Wortart, die Genus, Kasus und Numerus des Bezugsnomens anzeigt und mit diesem eine Nominalphrase bildet.
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Unter bestimmten Kontextbedingungen kann der bestimmte Artikel auch mit der nachfolgenden [[Präposition]] verschmelzen („Ich gehe zur Tür“ statt „Ich gehe zu der Tür“).
  
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== Beispiele ==
  
{| class="wikitable"
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*schwache Flexion beim Partizip: <u>Der</u> Angeklagte erhebt sich.
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!Belegstellen & Annotationen
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!Quellen
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!Auffälligkeiten
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|In der Duden-Grammatik (1998: 316-317) wird diese Form der Generalisierung (['''bestimmter''']<sub>Merkmal</sub> ['''Artikel''']<sub>Begleiter</sub> [im Singular oder Plural]<sub>Numerus</sub>) als „extensionale Generalisierung“ bezeichnet.
+
|Hormuth 2009: 245
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|
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|In der grammatischen Konstruktion Adjektiv-als-nominales-Abstraktum fungiert der ['''bestimmte''']<sub>Merkmal</sub> ['''Artikel''']<sub>Begleiter</sub> [das]<sub>Beispiel</sub> als Konstruktion-evozierendes Element („Construction Evoking Element“, CEE).
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|Ziem 2014: 285
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|
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|Sprachreflexiv ist der ['''bestimmte''']<sub>Merkmal</sub> ['''Artikel'''] <sub>Begleiter</sub> [im Genitiv]<sub>Kasus</sub> der sprachliche Faden […].
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|Neumann 2011: 473
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|
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|Danach macht sie einen neuen Versuch und produziert den ['''bestimmten''']<sub>Merkmal</sub> ['''Artikel''']<sub>Begleiter</sub> [die] <sub>Beispiel</sub> und bewegt ihre rechte Hand auf der Seite nach unten […].
+
|Tiittula 2013: 65
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|
+
|-
+
|Alle drei Substantive des ersten Satzes sind mit dem ['''bestimmten'''] <sub>Merkmal</sub> ['''Artikel'''] <sub>Begleiter</sub> versehen, [der bekanntlich auf Bekanntes verweist]<sub>Funktion</sub>.
+
|Wolf 2013: 251
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|Das Textwort Lebens erscheint besonders oft mit dem ['''bestimmten'''] <sub>Merkmal</sub> ['''Artikel'''] <sub>Begleiter</sub> [des] <sub>Beispiel</sub> oder einem Adjektiv wie menschlichen in Kontaktstellung an linker Position: […].
+
|Lasch 2015: 136
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|
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|[…] möglicherweise wegen des ['''bestimmten'''] <sub>Merkmal</sub>  ['''Artikels'''] <sub>Begleiter</sub> [im Deutschen]<sub>Sprache</sub>, dessen Verhältnis im Schwedischen stattdessen mit einer Endung ausgedrückt wird und deshalb weniger Wörter braucht.
+
|Engström 2014: 16
+
|
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|Die geläufigste Art der Familiennamenbildung aus Mikrotoponymen im Niederländischen ist die Voranstellung der Präposition van mit dem [deklinierten]<sub>Eigenschaft</sub> ['''bestimmten'''] <sub>Merkmal</sub> ['''Artikel''']<sub>Begleiter</sub>.
+
|Marynissen 2009: 184
+
|
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|-
+
|Zu einer Art allgemeinen und neutralen Formel wird die Frage E’s durch die Verwendung einer unpersönlichen Satzkonstruktion (wie war=n), des ['''bestimmten'''] <sub>Merkmal</sub>  ['''Artikels''']<sub>Begleiter</sub>  [die] <sub>Beispiel</sub> (anstatt des Personalpronomens deine) sowie der Modal- oder Abtönungspartikel so und jetzt.
+
|Hormuth 2009: 127
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*Demonstrativ-Artikel: „Ich fahre <u>diesen</u> Sommer in den Urlaub.“
  
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*Quantifikativ-Artikel: „<u>Jedem</u> Kind ein Instrument.“
  
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*Possessiv-Artikel: „<u>Sein</u> Bruder wohnt im Ausland.“
  
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== Verwandte Begriffe ==
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*[[Artikel (LE)]]
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*[[Definiter Artikel]]
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*[[Unbestimmter Artikel]]
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*[[Indefiniter Artikel]]
  
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== Relevanter Wissensrahmen (Frame)  ==
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''Bestimmter Artikel'' evoziert den [[Artikel]]-Frame.
  
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In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:
  
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Aktuelle Version vom 10. September 2018, 10:47 Uhr

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Definition

Der bestimmte Artikel (lat. dēfīnīre, ‚anpassen‘, ‚abgrenzen‘, ‚bestimmen‘ und lat. articulus, ‚Gelenk‘; auch ‚Begleiter‘ oder ‚Geschlechtswort‘) ist eine flektierbare Wortart, die aus einer unbestimmten Menge etwas Bestimmtes bzw. bereits Bekanntes benennt. Das bedeutet, er dient der Determination, also der näheren Bestimmung, eines Nomens/Substantivs, als dessen Begleiter er auftritt.

Er flektiert nach Numerus und Kasus, im Singular auch nach dem Genus. Dabei korrespondiert er mit seinem Bezugswort, dem nachfolgenden Nomen/Substantiv, mit welchem er eine Nominalphrase bildet.

Die Position des bestimmten Artikels ist durch seine Begleitfunktion festgelegt. Er steht immer vor dem Nomen/Substantiv. Wenn zwischen Artikel und Nomen/Substantiv ein attributives Adjektiv oder ein nominalisiertes Adjektiv bzw. Partizip steht, regiert der bestimmte Artikel die schwache Flexion dieser Satzglieder. Des Weiteren können bestimmte Artikel unterschiedliche Funktionen übernehmen: Demonstrativ-Artikel verweisen auf etwas Bekanntes bzw. bereits Eingeführtes, Quantifikativ-Artikel bestimmen Mengen näher und Possessiv-Artikel drücken die Zugehörigkeit aus.

Unter bestimmten Kontextbedingungen kann der bestimmte Artikel auch mit der nachfolgenden Präposition verschmelzen („Ich gehe zur Tür“ statt „Ich gehe zu der Tür“).

Beispiele

  • schwache Flexion beim Partizip: „Der Angeklagte erhebt sich.“
  • Demonstrativ-Artikel: „Ich fahre diesen Sommer in den Urlaub.“
  • Quantifikativ-Artikel: „Jedem Kind ein Instrument.“
  • Possessiv-Artikel: „Sein Bruder wohnt im Ausland.“

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Bestimmter Artikel evoziert den Artikel-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

BEGLEITER

NUMERUS

KASUS

POSITION

BEZUG (verwendet als „Bezugswort“)

FUNKTION