Diskontinuitätsmarker

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Definition

Der Diskontinuitätsmarker (mlat. discontinuus, ,unterbrochen’) als ein Phänomen der gesprochenen Sprache ist ein Signal seitens eines Sprechers, das den Hörer auf Unterbrechungen eines laufenden Diskurses hinweist. Diese Unterbrechungen können unterschiedlicher Art sein. So gibt ein Diskontinuitätsmarker bspw. einen Sprecherwechsel, einen Themawechsel, Handlungswechsel usw. an. Die Diskontinuität eines Diskurses kann sowohl sprachlich (d.h. mit lexikalischen Mitteln) als auch parasprachlich (z.B. durch Pausen, Veränderungen im Rhythmus etc.) markiert werden.

Beispiele

  • „ja aber“
  • „by the way“
Transkriptbeispiel: Solo (Segment 80-85)

Der Diskontinuitätsmarker „aber“ weist hier auf eine inhaltliche Wende des Gesprächsbeitrags hin. Sprecher AD drückt zunächst seine persönliche (grundsätzlich nicht negative) Meinung zu einem Aspekt - hier geht es um eine Melodie - aus, weist jedoch mit „aber“ daraufhin, dass er seine Meinung relativieren möchte. Es findet also ein thematischer Wechsel statt.

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Diskontinuitätsmarker evoziert den Sprechersignal-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

SPRECHER

HÖRER

HINWEIS (verwendet als „hinweist“)

WIRKUNG (verwendet als „Unterbrechungen des laufenden Diskurses“)

ZWECK (verwendet als „Sprecherwechsel“ , „Themawechsel“ , „Handlungswechsel“)

REALISIERUNGSART (verwendet als „sprachlich“ , „parasprachlich“)

AUFTRETENSORT (verwendet als „gesprochenen Sprache“)