Präpositionaladverb (LE)

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Definition

Präpositionaladverbien oder auch Pronominaladverbien sind Umstandswörter, welche aus den Elementen da(r), hier, wo(r) und einer Präposition wie an, auf, nach, hinter usw. gebildet werden. Am seltensten ist dabei die Verbindung mit hier-.

Während der Terminus Präpositionaladverb eher auf die Bildungsweise des Umstandsworts bzw. Adverbs Bezug nimmt, referiert der häufig synonym verwendete Fachbegriff Pronominaladverb eher auf die Funktion, für eine Präpositionalphrase oder auch für einen ganzen Satz zu stehen.

Auch andere Adverbien können Pro-Funktionen erfüllen, so z.B. Interrogativadverbien, Relativadverbien und Konjunktionaladverbien. Funktional gehören die wo-Bildungen zu den Interrogativadverbien bzw. Relativadverbien und die da- bzw. hier-Bildungen zu den phorischen Adverbien und den Konjunktionaladverbien.

Präpositionaladverbien werden entweder konkret auf eine räumliche Bezugsgröße zeigend verwendet, also deiktisch, oder aber im Text rückweisend (anaphorisch) bzw. vorausweisend (kataphorisch). Die anaphorischen Präpositionaladverbien können sich auf Substantive, Nominalphrasen oder den ganzen Satz beziehen. Bei kataphorischen Vorausweisen kann das Präpositionaladverb das Korrelat eines Nebensatzes, einer Infinitivgruppe oder eines Hauptsatzes bilden.

Im weiteren Sinne werden auch Ausdrücke wie hinauf, nachher, währenddessen und trotzdem zu den Präpositionaladverbien gerechnet.

Beispiele

„Das Buch legte er darein (in die Kiste).“

„Ich kann hiermit nicht arbeiten (mit dem Schraubendreher).“

Hierzu/Dafür/Dazu (um das Auto zu öffnen) muss ich erst meinen Schlüssel finden.“

Davon (von der Sache/Krise) geht die Welt nicht unter.“

Wovor hast du Angst?“

Worauf wartest du?“

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Präpositionaladverb evoziert den Präpositionaladverb-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

UMSTANDSWORT

LEXIKALISCHER_MARKER (verwendet als „Präposition“)

FUNKTION