Turn-Taking: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Terminologisches Grundwissen der Gesprächs- und Diskurslinguistik: eine Lehr- und Lernplattform
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Frame-Definition)
Zeile 8: Zeile 8:
 
In diesem Frame nimmt sich ein Gesprächsteilnehmer (hier: GESPRÄCHSPARTNER_2) das REDERECHT, welches zuvor beim einem anderen Gesprächsteilnehmer lag (hier: GESPRÄCHSPARTNER_1). Anders formuliert wechseln sich mindestens zwei GESPRÄCHSPARTNER im Turn-Taking, also dem gegenseitigen Nehmen des REDERECHTS, ab.
 
In diesem Frame nimmt sich ein Gesprächsteilnehmer (hier: GESPRÄCHSPARTNER_2) das REDERECHT, welches zuvor beim einem anderen Gesprächsteilnehmer lag (hier: GESPRÄCHSPARTNER_1). Anders formuliert wechseln sich mindestens zwei GESPRÄCHSPARTNER im Turn-Taking, also dem gegenseitigen Nehmen des REDERECHTS, ab.
  
Der Frame [https://framenet2.icsi.berkeley.edu/fnReports/data/frameIndex.xml?frame=Taking&banner= <span style="font-family:courier new;">Taking</span>] des FrameNet-Projekts kann als übergeordneter Eltern-Frame betrachtet werden. Das FE ‚Agent‘ (FrameNet) wird hier zum spezielleren FE GESPRÄCHSPARTNER_2, das FE ‚Source‘ (FrameNet) zum FE GESPRÄCHSPARTNER_1 und das FE ‚Theme‘ (FrameNet) zum FE REDERECHT.
+
Dieser Frame weist Ähnlichkeiten zum [https://framenet2.icsi.berkeley.edu/fnReports/data/frameIndex.xml?frame=Taking&banner= <span style="font-family:courier new;">Taking</span>]-Frame des FrameNet-Projekts auf. Korrespondierende Frame-Elemente:
 +
*Agent (FrameNet) &rarr; GESPRÄCHSPARTNER_2 (LingTermNet)
 +
*Source (FrameNet) &rarr; GESPRÄCHPARTNER_1 (LingTermNet)
 +
*Theme (FrameNet) &rarr; REDERECHT (LingTermNet)
  
 
<u>Belegstellen für die Verwendung in der fachsprachlichen Literatur: </u>
 
<u>Belegstellen für die Verwendung in der fachsprachlichen Literatur: </u>
Zeile 15: Zeile 18:
  
 
''Kommunikative Rahmenbedingungen, soziale, rituelle oder situationale Vorgaben sowie Anlässe, die ausdrücklich das ['''Turn''']<sub>Rederecht</sub> '''taking''' [zwischen verschiedenen Sprechern]<sub>Gesprächspartner</sub> [im Verlauf der kommunikativen Interaktion]<sub>Übergeordnete_Handlung</sub> vorsehen oder nötig machen.''
 
''Kommunikative Rahmenbedingungen, soziale, rituelle oder situationale Vorgaben sowie Anlässe, die ausdrücklich das ['''Turn''']<sub>Rederecht</sub> '''taking''' [zwischen verschiedenen Sprechern]<sub>Gesprächspartner</sub> [im Verlauf der kommunikativen Interaktion]<sub>Übergeordnete_Handlung</sub> vorsehen oder nötig machen.''
 
  
 
== Frame-Elemente ==
 
== Frame-Elemente ==

Version vom 14. Januar 2020, 12:35 Uhr

Frame-Index / LE-Index

Farben einblenden (Benötigt aktiviertes JavaScript)

Frame-Definition

Turn-Taking


In diesem Frame nimmt sich ein Gesprächsteilnehmer (hier: GESPRÄCHSPARTNER_2) das REDERECHT, welches zuvor beim einem anderen Gesprächsteilnehmer lag (hier: GESPRÄCHSPARTNER_1). Anders formuliert wechseln sich mindestens zwei GESPRÄCHSPARTNER im Turn-Taking, also dem gegenseitigen Nehmen des REDERECHTS, ab.

Dieser Frame weist Ähnlichkeiten zum Taking-Frame des FrameNet-Projekts auf. Korrespondierende Frame-Elemente:

  • Agent (FrameNet) → GESPRÄCHSPARTNER_2 (LingTermNet)
  • Source (FrameNet) → GESPRÄCHPARTNER_1 (LingTermNet)
  • Theme (FrameNet) → REDERECHT (LingTermNet)

Belegstellen für die Verwendung in der fachsprachlichen Literatur:

In der Regel [berücksichtigen]Kontroll [wir]Gesprächspartner beim [turn]Rederecht-taking die sogenannte Satzbildungsregel, d.h. es gibt bevorzugte Zeitpunkte während eines Gesprächsschrittes für den Sprachwechsel (...).

Kommunikative Rahmenbedingungen, soziale, rituelle oder situationale Vorgaben sowie Anlässe, die ausdrücklich das [Turn]Rederecht taking [zwischen verschiedenen Sprechern]Gesprächspartner [im Verlauf der kommunikativen Interaktion]Übergeordnete_Handlung vorsehen oder nötig machen.

Frame-Elemente

Kern-FE Definitionen
REDERECHT Anrecht und grundsätzliche Möglichkeit eines GESPRÄCHSPARTNERS zu sprechen. Recht auf den nächsten Turn.

Beispielbelegstelle: In der Regel berücksichtigen wir beim [turn]Rederecht-taking die sogenannte Satzbildungsregel.

GESPRÄCHSPARTNER_1

(schließt Gesprächspartner aus)

Derjenige Gesprächspartner, der im Zuge des Turn-Takings das Rederecht abgibt.
GESPRÄCHSPARTNER_2

(schließt Gesprächspartner aus)

Derjenige Gesprächspartner, der im Zuge des Turn-Takings das Rederecht bekommt.
GESPRÄCHSPARTNER

(schließt Gesprächspartner_1 und Gesprächspartner_2 aus)

Diejenigen Gesprächspartner, zwischen denen das Rederecht wechselt. Die am Sprecherwechsel beteiligten Gesprächspartner.

Beispielbelegstelle: In der Regel wird beim turn-taking [zwischen Arzt und Patient]Gesprächspartner die sogenannte Satzbildungsregel berücksichtigt.

Nicht-Kern-FE Definitionen
ART_UND_WEISE Die Art und Weise, in der das Turn-Taking vonstattengeht.

Beispielbelegstelle: In der Regel berücksichtigen wir beim [nicht-kompetitiven]Art_und_Weise turn-taking die sogenannte Satzbildungsregel.

KOMMUNIKATIVES_MITTEL Verbale und nonverbale Mittel, die das Turn-Taking ankündigen bzw. mittels derer Turn-Taking vollzogen wird.

Beispielbelegstelle: In der Regel wird turn-taking [mittels gesprächsschrittbeanspruchender Signale]Kommunikatives_Mittel als kompetitiv wahrgenommen.

GESPRÄCHSSTELLE Stelle im Gespräch oder im Turn eines Gesprächspartners, an der das Turn-Taking stattfindet.

Beispielbelegstelle: In der Regel berücksichtigen wir beim turn-taking [am Satzende]Gesprächsstelle die sogenannte Satzbildungsregel.

FUNKTION Allgemeiner oder spezieller Zweck bzw. Effekt des Turn-Takings.

Beispielbelegstelle: In der Regel berücksichtigen wir beim turn-taking [zur Aufrechterhaltung des Gesprächs]Funktion die sogenannte Satzbildungsregel.

ÜBERGEORDNETE_HANDLUNG Allgemeine kommunikative Handlung innerhalb derer das Turn-Taking stattfindet.

Beispielbelegstelle: In der Regel berücksichtigen wir beim turn-taking [in institutionellen Gesprächen]Übergeordnete_Handlung die sogenannte Satzbildungsregel.

FREQUENZ Häufigkeit der Turn-Takings innerhalb der übergeordneten Handlung oder eines Gesprächspartners.

Beispielbelegstelle: Trotz [häufigen]Frequenz turn-takings wird die sogenannte Satzbildungsregel berücksichtigt.


Frame-evozierende Lexikalische Einheiten


Annotationsreporte


Frame-zu-Frame-Relationen

  • In einer Verwendet-Relation-Relation zum Frame Nonverbale_Kommunikation (Nonverbale_Kommunikation>Turn-Taking).
  • In einer Vererbungs-Relation zum Frame Turn-Taking-Form (Turn-Taking>Turn-Taking-Form).
  • In einer Untergeordnet_von-Relation zum Frame Turn (Turn-Taking>Turn).
  • In einer Verwendet-Relation zum Frame Turn-Taking-Machinery (Turn-Taking>Turn-Taking-Machinery).

Gesamtübersicht Frame-zu-Frame-Relationen

Bitte aktivieren Sie JavaScript in Ihrem Browser um den interaktiven Graph zu laden.

Legende
Vererbungs-Relation (FrameNet: Inheritance-Relation)
Perspektive_auf-Relation (FrameNet: Perspective_on-Relation)
Untergeordnet_von-Relation (FrameNet: Subframe-Relation)
Verwendet-Relation (FrameNet: Using-Relation)
Bezug_auf-Relation (FrameNet: See_also-Relation)
Vorangehend_von-Relation (FrameNet: Precedes-Relation)
Inchoativ-Relation (FrameNet: Inchoative_of-Relation)
Ursächlich_für-Relation (FrameNet: Causative_of-Relation)