Annotationsreport Ausklammerung

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Formen_syntaktischer_Diskontinuität

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT5
BEISPIEL1
FUNKTION3
INHALT1
INTENSITÄT1
POSITION25
REALISIERUNGSART5
SATZKONSTRUKTION16
STARTORT1
ZIELORT1

Determinativkompositum aus attributivem Erstglied „Aus-“ und dem Substantiv „-klammerung“ als semantischem Kopf. „Klammerung“ ist ein deverbales Nomen: „Jemand klammert etwas aus.“ Aufgrund der Fachsprachenebene wird die ausklammernde Person (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert, obwohl es aufgrund der Valez des deverbalen Nomens implizit vorhanden ist. Ausgeklammert werden Bestandteile, wie Wörter oder Wortgruppen, weshalb das FE SATZKONSTRUKTION gewählt wurde. Das Erstglied „Aus-„ definiert die Stellung, wohin geklammert wird. Deshalb ist das FE POSITION bei dieser LE durch das Erstglied „Aus-“ fest besetzt.

Kurzdefinition: Ausklammerung beschreibt das Phänomen, bei dem Satzglieder außerhalb der Satzklammer stehen.

Beispiel:

Sie hat ein Spiel bekommen, das sie sofort ausprobierte.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
In der Äußerung in Zeile 03 finden wir die [prosodisch fortgesetzte]Realisierungsart [Aus-]Positionklammerung [auf de' dIngs FERNsehn]Beispiel, [die in sich eine Selbstkorrektur von dIngs zu FERNsehn enthält]Inhalt. Kern/ Selting 2006: 327
Im folgenden Beispiel (9) handelt es sich um eine Konstruktion mit einer Nachstellung in Form der [Aus-]Positionklammerung [eines obligatorischen Satzgliedes]Satzkonstruktion. Kern/ Selting 2006: 328
Bei der Äußerung in den Zeilen 01-02 handelt es sich um eine [prosodisch fortgesetzte]Realisierungsart [Aus-]Positionklammerung [der Präpositionalphrase von den JUNGS]Satzkonstruktion. Kern/ Selting 2006: 329
So finden sich zentrale Analyseergebnisse zur Prosodie, die auf der Grundlage von Face-to-Face-Gesprächen – allerdings unter [ausdrücklicher]Intensität [Aus-]Positionklammerung [des optischen Kanals]Satzkonstruktion – beruhen (z. B. Selting 1987a, 1987c, 1995a, 1996b), in meinen Telefondaten wieder. Papantoniou 2012: 62
Syntaktisch handelt es sich meist um [Aus-]Positionklammerungen [von fakultativen Satzgliedern]Satzkonstruktion [aus dem Mittelfeld des Satzes]Startort [hinter die rechte Satzklammer]Zielort. Kern/ Selting 2006: 323
Auch hier handelt es sich syntaktisch um [Aus-]Positionklammerungen [fakultativer Satzglieder]Satzkonstruktion. Kern/ Selting 2006: 324
Die [eindeutig integrierte]Realisierungsart [Aus-]Positionklammerung hat keinen eigenen Akzent, keine eigene Tonhöhenbewegung und keine sie von der Vorgängerstruktur abtrennende Phrasierungsgrenze. Auer 1991: 146
Die wenigen hier zitierten Beispiele aus dem bearbeiteten Corpus wären allesamt schriftsprachlich unakzeptabel — ein deutlicher Beleg dafür, daß die [Aus-]Positionklammerung [im Gesprochenen und im Geschriebenen Deutsch]Auftretensort eine recht unterschiedliche Rolle spielt. Auer 1991: 147
Eine Möglichkeit, die Grammatikalität von [Aus-]Positionklammerungen [im Gesprochenen Deutsch]Auftretensort zu untersuchen, läge in der Analyse von Korrekturen. Auer 1991: 147
In den meisten Fällen von Nachträgen und [Aus-]Positionklammerungen, [von reparierenden, konjunktionalen oder appositiven Expansionen]Satzkonstruktion ist es zwar ebenfalls zutreffend, daß der augenblickliche Sprecher in der Satzexpansion — mehr oder weniger unter dem Einfluß des Rezipienten — Information nachliefert, diese ist aber nicht thematisch, sondern rhematisch. Auer 1999: 155
Außerdem unterliegt die [Aus-]Positionklammerung [in langen Sätzen]Auftretensort oft intonatorischen Gründen: (…). Shevchukova 2009: 29
Diese Auffassung des Nachfelds als einer strukturellen Hilfe bei der Informationsverteilung im Satz erlaubt den IDS-Grammatikern, die Funktionen der [Aus-]Positionklammerung in [1. Informationsentflechtung]Funktion, [2. Nachtrag]Funktion und [3. Hervorhebung]Funktion zu sehen. Shevchukova 2009: 35
Was die [Aus-]Positionklammerung [von Attributen]Satzkonstruktionbetrifft, kann man mit großer Wahrscheinlichkeit behaupten, dass solange die attributive Funktion von einem Adjektiv ausgeübt wird, wird es nicht ausgeklammert. Shevchukova 2009: 40
Was die [Aus-]Positionklammerung [von Akkusativ-Objekten]Satzkonstruktion [(in Form einer einfachen Nominalphrase)]Realisierungsart angeht, ist sie nach H.-W. Eroms normalerweise nicht möglich. Shevchukova 2009: 44
(Die Gründe für das Fehlen der [Subjekt]Satzkonstruktion-[Aus-]Positionklammerung sind bereits auf Seite 40 erläutert worden.). Shevchukova 2009: 44
Quantitativ gesehen ist der Anteil der eigentlichen [Rhema-]Satzkonstruktion [Aus-]Positionklammerung sehr gering. Shevchukova 2009: 129
Neben der eigentlichen [Rhema-]Satzkonstruktion [Aus-]Positionklammerung kommen auch ausgeklammerte Elemente vor, die das Rhema, das sich in der Satzklammer befindet, nur erläutern. Shevchukova 2009: 134
Am häufigsten ist die [Aus-]Positionklammerung [des zweiten und dritten Typus]Satzkonstruktion zu beobachten. Shevchukova 2009: 142
Für solche Ausklammerungstypen wie Präpositionalgruppen und Vergleiche lassen sich zahlreiche Beispiele finden, jedoch gibt es kaum Belege für [Subjekt]Satzkonstruktion bzw. [Objekt-]Satzkonstruktion [Aus-]Positionklammerungen ohne Präposition, die von H.-W. Eroms (1986) und U. Schmitt (2004) für möglich gehalten werden. Shevchukova 2009: 44
Es werden im folgenden Ausklammerungstypen analysiert, wie sie im Kapitel 4.4. unterschieden wurden: Präpositional- und Vergleichsgruppen, [Aus-]Position klammerungen [im Nebensatz]Auftretensort und Ergänzungsausklammerungen im reinen Kasus. Shevchukova 2009: 127
Die Funktionen, die die [Aus-]Positionklammerungen in den Nebensätzen ausüben können, sind im Wesentlichen mit den Ausklammerungsfunktionen in den einfachen Sätzen vergleichbar. Shevchukova 2009: 141
Die [Aus-]Positionklammerungen [innerhalb der Nebensätze]Auftretensort können das eigentliche Rhema oder ein Teil des Rhemas sein. Shevchukova 2009: 142
Es konnte festgehalten werden, dass zu den meist verbreiteten Ausklammerungstypen Präpositional- und Vergleichsgruppen gehören, weniger [Aus-]Positionklammerungen [von Nominalphrasen ohne Präposition]Satzkonstruktion. Shevchukova 2009: 164
Die [Aus-]Positionklammerung [der Elemente]Satzkonstruktion, die mittelfähig sind, also im Mittelfeld, d.h. innerhalb der Satzklammer stehen können, ist kommunikativ-pragmatisch bedingt. Zebrowska 2006: 105
Das eigentliche Nachfeld, also die [fakultative]Realisierungsart[Aus-]Positionklammerung, bilden ausschließlich die integrierten Einheiten, die sich immer einrahmen lassen. Zebrowska 2006: 106