Annotationsreport Dialekt

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Varietät_Standard

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FEsAnzahl annotierter FEs
AKTUALITÄT4
AUSPRÄGUNG3
REALISIERUNGSART9
REGIONALITÄT8
SPRECHER4
VARIETÄT25

Relational (etym.) von lat. dialectus (=Redeweise) im Sinne von ,Dialekt/Redeweise von einer Sprechergemeinschaft in einer bestimmten Region‘. Erwartbares FE: SPRECHER oder SPRECHERGEMEINSCHAFT. Die LE selbst wird als VARIETÄT annotiert.

Kurzdefinition: Mit dem Begriff Dialekt werden diatopische, also mit lokalen Faktoren verbundene Varietäten beschrieben. Das heißt ein Dialekt kennzeichnet sich dadurch, dass er spezifische sprachliche Charakteristika summiert, die für den Sprachgebrauch einer geographisch abgrenzbaren Sprachgemeinschaft typisch sind.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Diese unterschiedlichen Transkriptionskonventionen gaben bereits Anlaß zu zwei experimentalphonetisch ausgerichteten Untersuchungen, die die phonetische Basis der Fortis-Lenis-Opposition [einiger] [Dialekte]Varietät [aus dem Saarland, aus Rheinland-Pfalz und aus dem germanophonen Lothringen]Regionalität zum Gegenstand haben. Pützer 1997: 36
Während Hedda in der Dialogrekonstruktion ihre eigene Äußerung (Z. 33-34) im [Dialekt]Varietät - [und damit in der Varietät]Varietät, [die sie selbst und auch ihre Interaktionspartner/ innen in der Erzählwelt verwenden]Sprecher- wiedergibt, rekonstruiert sie die barsche Reaktion des Arztes Doktor Hartmann (Z. 36) in der Standardsprache: "<<spitz, manieriert h> ACH. das könnt auch was Anders sein.>". Günthner 2002: 69
Seine Äußerung hebt sich vom umgebenden Kontext ab: Sie steht nicht nur im Kontrast zum [lokalen]Regionalität [Dialekt]Varietät [der Protagonistin]Sprecher, sondern auch zum [Dialekt]Varietät [der Teilnehmenden]Sprecher in der Erzählwelt. Günthner2002: 69
Durch die Wahl bestimmter prototypischer Merkmale des [schwäbischen]Regionalität [Dialektes]Varietät, wie die Partikel ha:, die Ersetzung des Vokals [a] durch [e] in des (statt des Standarddeutschen das), die Vokaldehnungen und die Verlangsamung des Tempos, versucht Gerda den [betreffenden] [Dialekt]Varietätzu imitieren. Günthner 2002: 70
Ohne die Antagonistin explizit einzuführen, signalisiert der Stimmenwechsel ab Zeile 309, dass nun eine andere Figur animiert wird: Der [breitere]Realisierungsart [Dialekt]Varietät [(markiert unter anderem durch die starken Vokaldehnungen, die Partikeln "jo:" beziehungsweise "hei jo::h. ")]Realisierungsart und die extrem langsame Sprechgeschwindigkeit in Kombination mit der tiefen Stimme indizieren, dass es sich um die Reaktion der Antagonistin auf die Beschwerde der Protagonistin handelt. Günthner 2002: 71
Die Stimme der Protagonistin, die eine entrüstete und insistierende Haltung offenbart, steht hierbei in Kontrast zur extrem langsamen Sprechweise und zum [breiteren]Realisierungsart [Dialekt]Varietät [der Antagonistin]Sprecher. Günthner 2002: 72
Solche Gespräche werden meist in Standard- oder regionaler Umgangssprache geführt, auf Seiten des Besuchers u. U. im [Orts]Regionalität[dialekt]Varietät. HSK (16.2) 2001: 1604
In Oberösterreich läßt Franz Xaver Kroetz seine Protagonisten Anni und Heinz ebenfalls beim Frühstück übers Wetter reden: ein Streitgespräch und Wetterstreit in [bairischem]Regionalität [Dialekt]Varietät wie aus dem Leben gegriffen - und doch weit davon entfernt. Hess-Lüttich 2003: 93
Die Apokope traf nicht unmittelbar den gesamten Sprachraum: Der Anfang dieser Lautveränderung liegt im [Holländischen und Utrechter]Regionalität [Dialekt]Varietät, [in denen bereits im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts das End-e bei der Hälfte bis Dreiviertel der Nominativ- und Akkusativformen von Wörtern wie mnl. riddere, rechtere weggelassen wurde (Zahlen und älteste Belege in Marynissen 1996, 184-186)]Realisierungsart. Marynissen 2009: 172
Das Lautgesetz hat sich anschließend einen Weg zu den [nördlichen und südlichen]Regionalität [Dialekten]Varietät bis zu ihren heutigen Grenzen gebahnt: (…). Marynissen 2009: 173 f.
Die konditionierenden Faktoren, die die Entstehung der Apokope im Mittelniederländischen bestimmt haben, gelten auch für den Verlauf der Apokope in den [modernen]Aktualität[Dialekten]Varietät. Marynissen 2009: 174
Wenn wir die phonologisch-prosodische Konditionierung, die für das Mittelniederländische galt, auf die [modernen]Aktualität[Dialekte]Varietät anwenden, müsste erwartungsgemäß in den [Dialekten]Varietät, [in denen kerk drei Silben zählt]Realisierungsart das End-Schwa als erstes wegfallen: kerka>keraka>kerak. Marynissen 2009: 175
Es ist daher anzunehmen, dass sich z.B. für das Lehnwort Park, das derzeit die assimilierten Pluralformen Parke und Pärke (im Schweizerdeutschen) aufweist, im Standard die Form ohne Umlaut, nur in [apokopierenden]Realisierungsart [Dialekten]Varietät die umgelautete durchsetzen wird. Wegener 2003: 120
Diese Strategie gilt heute noch für [süddeutsche]Regionalität [Dialekte]Varietät, [in denen finales -E nicht artikuliert wird]Realisierungsart und die deshalb -er oder den Umlaut kompensatorisch für -e einsetzen, sodass nebeneinander bestehen: (…). Wegener 2003: 121
Insbesondere bei Nomina, bei denen kein Umlaut möglich ist, bilden diese [Dialekte]Varietät [mit genereller Schwa-Apokope]Realisierungsart häufig er-Pluralformen (s. (5) sowie Globüsser im Schweizerdeutschen,Lexiköner im Schwäbischen). Wegener 2003: 121
Die Pluralbildung mit -s ist weniger aufwändig, ist kostengünstiger als die mit -e/-en: bei Kid,Job vs Hit, Top, die alle mit stimmlosem Endkonsonanten gesprochen werden, verlangt einenative Pluralisierung die Entscheidung darüber, ob (… [Anm.: Aufzählung]) - nur in [Dialekten]Varietät, [in denen der Umlautplural noch produktiv ist]Realisierungsart: ob der Vokal umgelautet wird oder nicht: Pärke (Alemannisch) vs Parke. Wegener 2003: 137
((Sprecher hat argumentiert, dass man mit [starkem]Ausprägung[Dialekt]Varietät in gehobenen Positionen schlechtere Karrierechancen habe.)). Birkner 2006: 158
Auch Burger streicht die „gravierenden sozio- und pragmalinguistischen Unterschiede zwischen der BRD, Österreich und der Schweiz" in dieser Frage hervor und stellt im süd- deutschen und österreichischen Raum „das Eindringen der ganzen Skala von Sprachformen zwischen [extremem]Ausprägung [Dialekt]Varietät und regionaler Standardsprache" in die Mediensprache fest (vgl. Burger 1990, 213-214; 240-249). Kaiser 2006: 277
Entsprechend der Bezeichnung hört man vielmehr eine Vielzahl von Übergängen zwischen [ausgeprägtem]Ausprägung [Dialekt]Varietät und Standarddeutsch (vgl. Ammon 2003, 166-168). Kaiser 2006: 281
Als auffällig erweist sich besonders die für den [heutigen]Aktualität [Dialekt]Varietät völlig unübliche Verwendung von [ʃ] bei kannscht (Z. 7). Werdecker 2008: 102
Auffällig ist weiter das aus einem [veralteten]Aktualität [Dialekt]Varietät entlehnte Attribut alleweil (Z. 26) statt der heute gebräuchlichen Form ‚immer’, was den Charakter der Vergangenheit unterstreicht und die Proposition mit einem höheren Relevanzgrad besetzt. Werdecker 2008: 57