Annotationsreport Lautstärke

Aus Terminologisches Grundwissen der Gesprächs- und Diskurslinguistik: eine Lehr- und Lernplattform
Wechseln zu: Navigation, Suche

Prosodie_Sprechausdruck

Farben einblenden (Benötigt aktiviertes JavaScript)

FEsAnzahl annotierter FEs
AUSPRÄGUNG7
DYNAMISCHER_SPRECHAUSDRUCK20
INDIVIDUALITÄT1
PRODUZENT1
SPRECHEN1

Die LE ‚Lautstärke’ wird im übergeordneten Frame Sprechausdruck selbst als FE DYNAMISCHER_SPRECHAUSDRUCK annotiert, da Lautstärke selbst eine Form von Sprechausdruck ist.

Kurzdefinition: Mit Lautstärke wird der akustisch wahrnehmbare, individuelle Ausdruck der Sprechdynamik bezeichnet.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
In der empirischen, interaktional orientierten Prosodieforschung konnte (…) gezeigt werden, daß Intonation, Rhythmus und [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck satzübergreifend bestimmte Abschnitte innerhalb komplexer Redebeiträge zusammenfassen. HSK 2001 (16.2): 1128
Laut Goldberg (1979) kann auch [erhöhte]Ausprägung [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck eingesetzt werden, um den Beginn eines neuen Themas zu kontextualisieren. HSK 2001 (16.2): 1128
Die interne Kohäsion eines solchermaßen abgegrenzten thematischen oder sonstigen Abschnitts innerhalb eines größeren Redebeitrags (…) wird dann durch die intonatorische Deklination, durch (…) [langsam abnehmende]Ausprägung [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck sowie interne Rhythmisierung (…) sichergestellt. HSK 2001 (16.2): 1128
So werden laut Schönherr Parathesen meist durch die Bildung eigener intonatorischer Phrasen mit gegenüber dem Matrixsatz geänderten und abgeschwächten Akzenten als "zurückgenommen" dargestellt, bleiben aber hinsichtlich Sprechgeschwindigkeit, [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck und Tonhöhe unmarkiert. HSK 2001 (16.2): 1128
Selting illustriert, wie von Erzählerinnen prosodische Strukturen wie die Veränderung des Rhythmus, die Kontrastierung von Intonationskonturen, die Veränderung der [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck und der Wechsel von unpräziser zu präziser Artikulation in Konkurrenz mit bestimmten syntaktischen und lexiko-semantischen Strukturen verwendet werden, um den Zuhörern die Hintergründe, die dramatische Entwicklung und Zuspitzung der Ereignisse bis hin zum Höhepunkt der Erzählung verstehbar zu machen. HSK 2001 (16.2): 1128
Primäre prosodische Systeme betreffen den Tonhöhenverlauf, das Tonhöhenregister, den Tonhöhenumfang (range), Phrasierung und Pausen, [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck, Sprechgeschwindigkeit und Rhythmus; (…). HSK 2001 (16.2): 1122
Andere prosodische Signalisierungsmittel für das Äußerungsende, die vor allem für das Englische nachgewiesen worden sind, sind Dehnungen und Verlangsamungen (utterance final lengthening/drawl), die Abnahme der [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck sowie ein downstep auf der (dann letzten) Akzentsilbe der Äußerung (Cutler/Pearson 1986). HSK 2001 (16.2): 1124
Günthner (1996) vergleicht prosodisch unmarkierte mit prosodisch markierten Realisierungen von wieso/warum/weshalb-Fragen; prosodische Markierung durch fallende terminale Tonhöhenbewegung, [erhöhte]Ausprägung [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck, extrem steigend-fallende oder fallend-steigendekontur-interne Tonhöhenbewegungen, ener (besonders verum-) Fokus, staccato-Rythmisierung und erhöhtes Tempo führen (teils in Kookkurrenz mit lexiko-grammatischen Merkmalen wie Partikeln) zu einer Interpretation der grammatischen Frage als Aktivität 'Vorwurf'. HSK 2001 (16.2): 1126
Plötzliche Tonhöhensprünge nach unten oder oben, oft verbunden mit Änderungen] der [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck und der Sprechgeschwindigkeit, haben neben einer segmentierenden Funktion auch eine expressive.“ Schwitalla 2006: 71
Einen anderen Aspekt der [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck rücken Zuckermann/Driver (1989) und Zuckermann et. al. (1990) in den Mittelpunkt ihrer Argumentation. Sie gehen davon aus, dass weniger die [absolute]Ausprägung [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck als vielmehr die Lautstärkevariation innerhalb einer Äußerung die Wahrnehmung der sprecherischen Wirkung beeinflusst. Demnach können Sprecher mit [variierender]Individualität [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck effektiver die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und erscheinen somit attraktiver als Sprecher, die nur minimale Anzeichen der Lautstärkenvariierung anzeigen. Redecker 2008: 36 f.
Die [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck [einer Stimme]Produzent hängt nämlich auch von der Schnelle ab, mit der sich die Stimmlippen öffnen oder schließen. Dieses kann man mit dem Schließen eines Wasserhahns vergleichen, an den ein Schlauch geschlossen ist. Reetz 2003: 125
Zur Stilisierung der zitierten Figuren verwenden Sprechende in Alltagsinteraktionen häufig prosodische Verfahren - wie Tonhöhenverlauf, [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck, Sprechgeschwindigkeit und Rhythmus - sowie Veränderungen der Stimmqualität. Günthner 2002: 61
Die [erhöhte]Ausprägung [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck, die gedehnten Vokale und vor allem der Wechsel in die lokale Dialektvarietät bilden einen auffallenden Kontrast zu den vorausgehenden Äußerungen und indizieren, dass nun die Figur des Martin Bitt spricht. Günthner 2002: 70
Die Beteiligten „verhärten“ sich (Perspektivenabschottung), starten immer neue Angriffe und sprechen z. T. ironisch aggressiv; (…) die [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck geht bis zum Anschreien (…). HSK 2001 (16.2): 1379
Prosodische Merkmale sind [große]Ausprägung [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck und Intonationsbandbreite, (…). HSK 2001 (16.2): 1378
Nicht jedes Sprechen ist adressiert: Man kann mit [reduzierter]Ausprägung [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck vor sich hin sprechen, z. B. um bei kritischen Bemerkungen oder monologischem Lamentieren Obligationen von Hörern zu reduzieren (Schmitt 1992, 192, 197 f). HSK 2001 (16.2): 1357
Bei der sogenannten Nebenkommunikation wird der Kreis der Adressaten schon durch die [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck [der Äußerung]Sprechen eingeschränkt. HSK 2001 (16.2): 1352
Während also B die Bestätigung emphatisch und in der [Lautstärke]Dynamischer_Sprechausdruck dominant bestätigt, d. h. also die Bestätigung bestätigt, sagt C: sie hatten doch auch nur ein. HSK 2001 (16.2): 1216