Annotationsreport Partikel

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Partikel

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT1
BEISPIEL18
FREQUENZ1
FUNKTION5
FUNKTIONSWORT20
REALISIERUNGSART2
SUBTYP1

Relationales Nomen: Partikel von etw. (Etym.) von lat. particula (= unveränderliches Teilchen). Mögliche Restvalenz: Partikel von etw., wobei mit „etw.“ ein Satz gemeint ist, innerhalb dessen die Partikel in Bezug auf ein vom Satz bezeichnetes Geschehen oder einen Sachverhalt verschiedene Funktionen übernimmt. Ein Kern-FE für Satz wird hier allerdings nicht realisiert, da sich die LE aufgrund des „Fachbegriff-Status“ quasi-sortal verhält.

Die LE wird selbst als Realisierung des FE FUNKTIONSWORT annotiert, da sie in dem übergeordneten Kontext der Wortarten als solches in Sätzen interpretiert wird.

Kurzdefinition: Partikel sind unflektierbare, nicht satzgliedfähige Wörter, denen unterschiedliche Funktionen zukommen. Allgemein lassen sich folgende Funktionen beschreiben: als Gradpartikeln geben sie den Intensitätsgrad einer Eigenschaft oder eines Sachverhaltes an, als Fokuspartikeln heben sie bestimmte Satzteile hervor, als Abtönungspartikeln bringen sie die Einstellung von Sprechern zum Gesagten zum Ausdruck, als Negationspartikeln verneinen sie einen Satz und als Antwortpartikeln fungieren sie als Antworten auf Fragen.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Auffällig ist ferner die hohe Frequenz von auch. Es ist die [häufigste]Frequenz[Partikel]Funktionswort (12 Vorkommen), [die meistens zur Intensivierung verwendet wird]Funktion: (…). Birkner 2006: 214
Es handelt sich um [so]Beispiel als [Quotativ]Subtyp-[Partikel]Funktionswort, [die eine oder mehrere nachfolgende, asyndetisch angeschlossene Turnkonstruktionseinheiten projiziert]Funktion, in denen verschobenes Sprechen (displaced speech) reponiert wird. Auer 2006: 295 Kopula-Konstruktion
Die [Partikel]Funktionswort [so]Beispiel ist sowohl durch „bis zu einem solchen Grad“ als auch durch „auf eine solche Weise“ ersetzbar. Auer 2006: 307
Hier ist das Adjektiv durch die [Partikel]Funktionswort[so]Beispiel zur AP erweitert. Spiekermann/ Stoltenburg 2006: 331
Mit dem W-Teilsatz „WEN ich auch nicht richtig einschätzen kann..." (Z. 11) subsumiert sie zugleich den vorausgehenden Dissens über Karims Vorlieben unter die Kategorie des „Nicht-richtig-einschätzen-Könnens", das sie nun (wie u.a. die [Partikel]Funktionswort [„auch"]Beispiel indiziert) als „gegeben" und zugleich als Rahmen für ihre folgende Einschätzung des „neuen Referenten" (Frank) konstruiert. Günthner 2006: 68
(Die zahlreichen Verwendungsformen als [alleinstehende]Realisierungsart [Partikel]Funktionswort, als alleinstehendes Adverb, in Vergleichsstrukturen des Typs so ... wie, als fakultative Einleitung der Apodosis von Konditionalstrukturen sowie als modifizierendes Element vor einem einzelnen Wort werden also nicht berücksichtigt. Sodass sehe ich als eigenständige Konjunktion an.). Auer 2004: 17
Er bespricht nur die Gleichzeitigkeit, obwohl die Subjunktion 'wenn' verschiedene Funktionen hat, und zwar irreal-optativ (in Verbindung mit der [Partikel]Funktionswort ['doch']Beispiel und/oder ['nur']Beispiel), konditional, konzessiv (in Zusammenhang mit der [Partikel]Funktionswort ['auch']Beispiel) und temporal (gleichzeitig und vorzeitig). Meysman 2014: 12
Die Subjunktion 'wenn' steht in unlösbarer Verbindung zu der [Partikel]Funktionswort ['auch']Beispiel. Meysman 2014: 16
Die [Partikel]Funktionswort ['doch']Beispiel bewirkt die konzessive Funktion des Nebensatzes, und damit auch eine Übersetzung mit der Subjunktion 'terwijl'. Meysman 2014: 27
Die Konjunktion 'und' leitet in (26), (27) und (28) einen 'wenn'-Satz ein, der eine konzessive Funktion hat ohne die [Partikel]Funktionswort ['auch']Beispiel. Meysman 2014: 36
Die Subjunktion 'obwohl' hat eine konzessive Funktion. Das [Partikel]Funktionswort ['auch']Beispiel [in (1b)]Auftretensort drückt eine Art Verwunderung aus. Meysman 2014: 67
In der Gesamterzählung selbst werden dann offenbar, die unsichereren Elemente mit der [Partikel]Funktionswort [wohl]Beispiel angezeigt und so von den sichereren Elementen un- Selting 1989: 215
Allein mit der Bezugsäußerung stellt Sprecher B eine Behauptung auf, mit der er den thematisierten Künstler in gewisser Weise zugleich in Schutz nimmt (die [Partikel]Funktionswort [schon]Beispiel signalisiert eine bloß eingeschränkte Zustimmung zum Einwand As, der Künstler hätte schon durch die Entscheidung für eine bestimmte Anordnung seiner Fotos Subjektivität ins Spiel gebracht). Hagemann 2009: 163
Die Konsensfähigkeit dokumentieren sowohl der Inhalt der Äußerung als auch die Verwendung der [Partikel]Funktionswort [ja]Beispiel. Hagemann 2009: 168
Auch die [Partikel]Funktionswort [eben]Beispiel signalisiert Allgemeingültigkeit der Aussage (zur Kookkurenz solcher Partikeln und redezuginterner tags vgl. Abschnitt 5). Hagemann 2009: 168
Die Kritik wird dabei durch eine herauszögernde Pause, den lachenden Tonfall und [floskelartig-ironisch eingeschobene]Realisierungsart [Partikel]Funktionswort ([nicht]Beispiel, [etwas]Beispiel zu teuer) verstärkt. Hormuth 2009: 159
Im Gegensatz zu dem selbstbewussten Darstellungsmodus E’s beschreibt N seinen Erfahrungshintergrund vorsichtiger (vgl. die [modalisierenden]Funktion [Partikel]Funktionswort und die Negativformulierung in auch nicht ganz unbeleckt). Hormuth 2009: 163
Allerdings relativieren sie diesen häufig auf einer kommunikativen Metaebene, zum Beispiel durch explizite Relativierungen, [relativierende]Funktion [Partikel]Funktionswort , Ironie etc. Hormuth 2009: 235
Die anschließende Aussage enthält einen nicht abschwächenden, sondern deutlich [verstärkenden]Funktion [Partikel]Funktionswort [(schlichtweg)]Beispiel. Hormuth 2009: 255