Annotationsreport Prosodie

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Prosodie_Sprechausdruck

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUSPRÄGUNG2
FUNKTION1
PRODUZENT1
SPRACHSPEZIFIK1
SPRECHAUSDRUCK28
SPRECHEN4
UMSTAND2

Die Prosodie ist ein Ausdruck des Sprechens bzw. für das Sprechen charakteristisch. Die LE wird daher selbst als FE SPRECHAUSDRUCK annotiert.

Kurzdefinition: Mit Prosodie wird die Gesamtheit aller akustisch wahrnehmbaren Sprechausdrücke bezeichnet.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Bei kompetitivem turn-taking macht es die [Prosodie]Sprechausdruck möglich, dieses von nicht-kompetitiven, aber trotzdem simultan zum laufenden Sprecherbeitrag geäußerten Kommentaren abzugrenzen. HSK 2001 (16.2):

1125

Zahlreiche Untersuchungen deuten darauf hin, daß für die Konstitution und Interpretation von konversationellen Aktivitäten die [Prosodie]Sprechausdruck eine wichtige Rolle spielt. HSK 2001 (16.2): 1125
Cutler (1983) stellt fest, daß Sprecher die [Prosodie]Sprechausdruck verwenden, um sicherzustellen, daß Fehler, die die Verständigung gefährden könnten, erkennbar korrigiert werden. HSK 2001 (16.2): 1126
Diese Arbeiten zeigen, daß die [Prosodie]Sprechausdruck Untertypen innerhalb der von Schegloff/Jefferson/Sacks (1977) unterschiedenen Reparaturtypen nahelegt. HSK 2001 (16.2): 1127
Bereits Gumperz (1982) weist darauf hin, daß wir kommunikative Gattungen wie z.B. Nachrichtensendungen oder Sportkommentare ohne Kenntnis ihres Inhalts allein an [ihrer]Sprechen [Prosodie]Sprechausdruck erkennen. HSK 2001 (16.2): 1127
(a) Prosodische Strukturen müssen als integraler Bestandteil des Kontextes analysiert werden, in dem sie vorkommen, d.h. in dem die [Prosodie]Sprechausdruck kontext-sensitiv zur Erfüllung der anstehenden konversationellen Aufgaben verwendet wird. HSK 2001 (16.2): 1123
So näherten sich nach und nach die Überlegungen der Mündlichkeitsforscher denen der Gesprächsforscher an (vgl. die Arbeiten der Universite´ Paris III über Syntax und [Prosodie]Sprechausdruck [des gesprochenen Französisch]Sprachspezifik; (…)). HSK 2001 (16.2): 999
Die detaillierte phonetische Analyse empirischer Daten von diskursivem Umfang hat Formen der [suprasegmentalen]Ausprägung [Prosodie]Sprechausdruck und Modulation (…) und der segmentalen Intonation (…) erkennbar gemacht. HSK 2001 (16.2): 1051
Die Analyse der Funktionen von [Prosodie]Sprechausdruck [im Gespräch]Umstand baut selbstverständlich auf gründlichen Kenntnissen der Phonetik auf, die auch in der folgenden Darstellung vorausgesetzt werden; (…). HSK 2001 (16.2): 1123
Die [Prosodie]Sprechausdruck (und Syntax) [kollaborativer Satzproduktionen]Sprechen, an denen mehr als ein Sprecher beteiligt ist, untersucht Szczepek (2000). HSK 2001 (16.2): 1125
Sie zeigen, daß mündliche Texte polyphon sind und daß der Einsatz der [Prosodie]Sprechausdruck nicht nur der naturalistischen Charakterisierung der handelnden Personen in der Erzählung dient, sondern vor allem die Redewiedergabe vom umgebenden narrativen Kontext absetzt und dabei zugleich die Einstellung des Erzählers zur reportierten Person zum Ausdruck bringt. HSK 2001 (16.2): 1127
Sprachliche Mittel der Intensivierung sind Modalitätsadverbien (…) und die [Prosodie]Sprechausdruck [der Erregtheit]Sprechen (…). HSK 2001 (16.2): 1377 „Erregtheit“ metonymisch für „erregtes Sprechen“.
Schwitalla zeigt ferner, wie sich die Interdependenzen des Gesprächs auch in der [Prosodie]Sprechausdruck [der Äußerungen]Sprechen [der Beteiligten]Produzent niederschlagen. HSK 2001 (16.2): 1543
Außerdem vollzieht der Beamte, der bei der Aufklärung der Drogenszene, um die es geht, auf die Mitarbeit des Jugendlichen angewiesen ist, eine Reihe von sprachlichen Aktivitäten, die auf die Vereinnahmung des Jugendlichen zielen: in Lexik und Phonetik, mit wir und [väterlicher]Ausprägung [Prosodie]Sprechausdruck nähert er sich dem Jugendlichen an, demonstriert Perspektivenübernahme, bietet explizit Vertraulichkeit an und verharmlost die Situation als Unterhaltung. HSK 2001 (16.2): 1714
Erhalten die Studierenden die Transkriptionskonventionen vorab und werden dazu aufgefordert, mit Hilfe dieser Anweisungen völlig selbstständig zu transkribieren, stellt sich angesichts der Komplexität des Zeicheninventars und der Anforderung, neben dem Wortlaut auch [Prosodie]Sprechausdruck genau zu hören und schriftlich zu erfassen, bei vielen schnell ein Gefühl der Überforderung ein. Harren 2009: 2
Der Gegenstand der gängigen Prosodieforschung ist häufig (immer noch) die [Prosodie]Sprechausdruck im Hinblick auf ihre (meist letztlich introspektiv zugeschriebene) Funktion bei der Formulierung und Verwendung einzelner Sätze bzw. Äußerungen in (meist unexpliziert präsupponierten) Sprachverwendungssituationen. Selting 1995: 1
Demgegenüber ist der Gegenstand der vorliegenden Arbeit [Prosodie]Sprechausdruck [in Alltagsgesprächen]Umstand. Selting 1995: 1
Ich werde zeigen, daß [Prosodie]Sprechausdruck (…) nicht in systematischer Beziehung zum Satztyp oder Satzmodus der Äußerung steht. Selting 1995: 3
Mit der Analyse von [Prosodie]Sprechausdruck als Kontextualisierungsverfahren wird eine Analyseperspektive eröffnet (…). Selting 1995: 5
Da die [Prosodie]Sprechausdruck allein keine Aktivitäten konstituiert, sondern nur ein konstitutiver Parameter einer Aktivität ist, resultiert ihre Variation lediglich in der Konstitution unterschiedlicher Aktivitäten, auf die jeweils anders reagiert wird. Selting 1995: 16
Einklagungen oder die Markierung dyspräferierter Aktivitäten (…) beziehen sich ja auf holistisch interpretative Aktivitäten, i.d.R. nicht auf deren isolierte [Prosodie]Sprechausdruck. Selting 1995: 16
[Prosodie]Sprechausdruck wird als eigenständiges Signalisierungssystem unabhängig von Grammatik und Text(sorte), wohl aber in Kookkurrenz mit grammatischen und textuellen Signalen verwendet. Selting 1995: 16
Auch er sieht [Prosodie]Sprechausdruck als primär bezogen auf mündliche Interaktion: (…). Selting 1995: 17
Ähnlich wie Crystal 1969 verwende ich [Prosodie]Sprechausdruck als Oberbegriff (…). Selting 1995: 38
[Prosodie]Sprechausdruck wird dabei also als der umfassendere Begriff angesehen, der den Gegenstandbereich der Intonation mit umfaßt. Selting 1995: 38
[Prosodie]Sprechausdruck und Intonation werden verwendet zur Konstruktion ‚prosodisch kohäsiver Einheiten‘. Selting 1995: 38
Die [Prosodie]Sprechausdruck [der Konstruktion einzelner Turnkonstruktionseinheiten]Funktion kann man zunächst am einfachsten analysieren anhand von Turnkonstruktionseinheiten (…). Selting 1995: 53
Neben der globaler projektierenden Syntax kontextualisiert die [Prosodie]Sprechausdruck lokaler: mithilfe der lokal gleichbleibenden Tonhöhenbewegung kann sie lokal eine Fortsetzung projektieren wie auch durch die Wahl lokal fallender oder steigender Tonhöhenbewegungen mögliche Enden der Einheit kontextualisieren (…). Selting 1995: 73