Annotationsreport Sprecherwechselmechanismus

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Turn-Taking-Machinery

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FEsAnzahl annotierter FEs
FORSCHUNGSHINTERGRUND2
GESPRÄCHSPARTNER1
SPRECHERWECHSEL7
SYSTEM7
ÜBERGEORDNETE_HANDLUNG3

Dreigliedriges Kompositum mit ‚Mechanismus‘, als semantischem Kopf. Sortales Nomen, hier im Sinne von ‚Mechanismus als System‘. Die mechanische und damit automatische und systematische Arbeitsweise einer Maschine bzw. eines Systems wird auf die Sprecherwechselorganisation übertragen. Der semantische Kopf ‚Mechanismus‘ wird im übergeordneten Frame Turn-Taking-Machinery selbst als FE SYSTEM annotiert. Die ersten beiden Glieder ‚Sprecherwechsel‘ des Kompositums realisieren das FE SPRECHERWECHSEL.

Kurzdefinition: Der Sprecherwechselmechanismus beschreibt eine Art System im Sprecherwechsel, das gewisse Regeln, die die Turnkonstruktion und die Rederechtverteilung betreffen, vorgibt und dessen sich die Gesprächspartner teil bewusst, teils unbewusst bedienen.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Die bildliche Darstellung des Sequenzmodells in Form einer ‚Schüssel‘ verdeutlicht semantisch die Unterscheidung der Diskurswelt der Sprechsituation (…) von der Diskurswelt der ‚Geschichte‘ (…) und gleichzeitig strukturell die Unterscheidung des turn-by-turn-talks von den besonderen Bedingungen des [Sprecherwechsel]Sprecherwechsel[mechanismus’]System [in der Diskurseinheit]Übergeordnete_Handlung (…). Artikel 123, HSK (16.2) 2001: 1302
In Sacks u. a. (1974) wird der [Sprecherwechsel]Sprecherwechsel[mechanismus]System [in informellen Alltagsgesprächen]Übergeordnete_Handlung in seine Bestandteile zerlegt und sein Funktionieren detailliert beschrieben. Papantoniou 2012: 19
Dies hat zur Konsequenz, dass der [Sprecherwechsel]Sprecherwechsel[mechanismus]System, wenn auch für sehr kurze Zeit, außer Kraft gesetzt wird (vgl. dazu Sacks u. a. 1974, S. 705: „minimization of gap and overlap“; Hervorhebung Th. P.). Papantoniou 2012: 23
Darüber hinaus sollen die sprachlichen Mittel erforscht werden, mit denen die Turnkonstruktion, der [Sprecherwechsel]Sprecherwechsel[mechanismus]System, verschiedene Typen von konversationellen Aktivitäten (wie beispielsweise konversationelle Fragen, Vorwürfe und Einladungen) sowie von konversationellen Gattungen, Gesprächssorten und Stilen [durch die Gesprächsteilnehmer]Gesprächspartner [hergestellt]Support und füreinander erkennbar und interpretierbar gemacht [werden]Support. Papantoniou 2012: 36 Support-Verb
Der [in zahlreichen konversationsanalytischen Studien bezeugte]Forschungshintergrund [Sprecherwechsel]Sprecherwechsel[mechanismus]System setzt die Möglichkeit des Dekodierens der Intonation nicht nur nach vollständig realisierten Intonationsphrasen voraus, sondern auch vor dem Erreichen der möglichen übergaberelevanten Stelle, falls eine in der Intonationsphrase vorhanden ist. Maric 2010: 72
So wird in der Fachliteratur häufig im Anschluss an eine Beschreibung des [Sprecherwechsel]Sprecherwechsel[mechanismus]System, [wie ihn Sacks et al. (1974) eingeführt haben]Forschungshintergrund, auch auf verschiedene Mittel der Teilnehmer, z.B. Turnabgabebereitschaft u.a. zu signalisieren, eingegangen (…). Olbertz-Siitonen 2009: 47
Für institutionelle Kontexte ergeben sich aufgrund von institutionellen Regeln (z.B. Länge der Redebeiträge oder Abfolge der Sprecher) oder festgelegten Rollen (z.B. Moderator oder Psychotherapeut) spezifische Abweichungen des [für Alltagsgespräche geltenden]Übergeordnete_Handlung [Sprecherwechsel]Sprecherwechsel[mechanismus]System (vgl. Atkinson/ Drew 1979; Peräkylä 1995). Stresing 2009: 31