Frame: Gleichberechtigung

Evokationstyp(en) des Frames:

lexikalisch

Frametyp(en) des Frames:

Standard

Definition


Dieser Frame beschreibt die soziale, rechtliche, berufliche, ökonomische und/oder politische Gleichberechtigung (auch Gleichstellung und Gleichbehandlung; s.u.) zwischen einer (vormals) marginalisierten Gruppe (dem FE:GleichberechtigterGleichberechtigten) und einer (vormals) privilegierten Gruppe (dem FE:PrivilegierterPrivilegierten) (Neumair i.V.). Die Gruppen werden häufig gemeinsam als FE:ProtagonistenProtagonisten realisiert.

Angesprochen werden vielfältige, für das Individuum wie auch das Kollektiv bedeutsame Faktoren wie Selbstverwirklichung, Anerkennung und Partizipation. Gleichberechtigung kann bzw. soll mitunter bis zu einem gewissen FE:GradGrad sowie in Bezug auf eine bestimmte FE:DomäneDomäne hergestellt werden. Außerdem kann eine FE:EinräumungEinräumung genannt werden, der zum Trotz Gleichberechtigung erreicht werden bzw. bestehen bleiben soll.

Während bei Auslandseinsätzen eher Berufssoldaten eingesetzt würden, würden bei der militärischen Landesverteidigung eine große Anzahl von Wehrpflichtigen bzw. Reservisten eingesetzt. Bis auf wenige Ausnahmen wie Schweden oder Norwegen gibt es kaum Staaten ,
FE:Ortin denen
FE:ProtagonistenMänner und Frauen
FE:Domänein Bezug auf die Wehrpflicht
gleichberechtigtLE:gleichberechtigt
sindKop
( siehe Gleichbehandlungsrichtlinien ) . In den wenigen Staaten, wo die Wehrpflicht für beide Geschlechter gilt, dauert der Militärdienst für Frauen oft kürzer als jener für Männer, in Israel etwa müssen Frauen zwei Jahre Militärdienst leisten und Männer zweieinhalb Jahre.

Neben Gleichberechtigung wird in sozialphilosophischen und emanzipatorischen Diskursen häufig auch Gleichstellung, Gleichbehandlung und Gleichheit verwendet. Die Ausdrücke stehen semantisch in einem engen Verhältnis zueinander und werden vom vorliegenden Frame miterfasst (vgl. Neumair i.V.).

Gleichberechtigung bildet gemeinsam mit Freiheit und Solidarität eine Wertetrias in demokratischen Gesellschaften. In Diskursen (im Sinne der Diskurslinguistik nach Foucault) werden die drei Hochwertbegriffe häufig zur Selbstpositionierung und Fremdpositionierung eingesetzt (vgl. Neumair i.V.).

Zusätzliche Angaben


Frame-Familien


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Frame-Elemente


Frame-Elemente (FE) Kern

Gleichberechtigter(Kern)

Schließt aus:Protagonisten

Evoziert den Frame:

Der FE:GleichberechtigterGleichberechtigte ist die (vormals) marginalisierte Gruppe, die im Vergleich zum (vormals) FE:PrivilegierterPrivilegierten gleichberechtigt wird bzw. werden soll.

Laut einem Bericht der UNODC vom 7. Oktober 2011 lag die Mordrate bei 22,7 Delikten pro 100.000 Einwohner; São Paulo wird wegen seiner Maßnahmen zur Prävention, Projekten und Maßnahmen der Repression gegen kriminelle Organisationen als vorbildlich bei der Bekämpfung von Gewalt angeführt. Trotz als fortschrittlich geltender Gesetzgebung zur
GleichberechtigungLE:Gleichberechtigung
FE:GleichberechtigterHomosexueller
ist die Anzahl der gewalttätigen Übergriffe auf Lesben und Schwule im internationalen Vergleich sehr hoch . Dies wird auf der jährlichen Parada do Orgulho GLBT de São Paulo, der weltweit größten Gay-Pride-Parade, thematisiert.

Privilegierter(Kern)

Schließt aus:Protagonisten

Evoziert den Frame:

Der FE:PrivilegierterPrivilegierte ist die (vormals) für privilegiert befundene Gruppe, der der FE:GleichberechtigterGleichberechtigte gleichgestellt ist bzw. werden soll.

In den kurdischen Dörfern führten die Frauen bis dahin ein von der Außenwelt relativ abgesondertes Leben nach den Regeln der traditionellen Rollenzuschreibung und Aufgabenverteilung. Im Selbstverständnis der PKK - Bewegung sollen
FE:GleichberechtigterFrauen
hingegen
FE:Privilegierterdem Mann
gleichberechtigtLE:gleichberechtigt
seinKop
. So wurden auf allen politischen Ebenen gemischtgeschlechtliche Doppelspitzen eingeführt.

Protagonisten(Kern)

Schließt aus:Gleichberechtigter

Schließt aus:Privilegierter

Evoziert den Frame:

Die FE:ProtagonistenProtagonisten sind die Gruppen, die gleichberechtigt werden (sollen). Sie umfassen immer den FE:GleichberechtigterGleichberechtigten und FE:PrivilegierterPrivilegierten. Um zu erkennen, wer welcher Gruppe angehört, ist Hintergrund- und Diskurswissen notwendig.

Es gebe keine Anzeichen für Gewalt und soziale Ungleichheit. Auch
FE:ProtagonistenFrauen und Männer
seienKop
FE:Einräumungungeachtet der matrilinearen und matrilokalen Verwandtschaftsorganisation
FE:Gradweitgehend
gleichberechtigtLE:gleichberechtigt
gewesenKop
. Die alteuropäischen Kulturen in diesem Sinne haben sich von West- über Mitteleuropa, den Donauraum bis hin zum Mittelmeerraum und Anatolien erstreckt.

Kern-FE-Sets

Protagonisten
GleichberechtigterPrivilegierter

Frame-Elemente (FE) Nicht-Kern

Agens(peripher)

Evoziert die Frames:

Das FE:AgensAgens ist die (staatliche, öffentliche etc.) Institution, in deren Macht der Vollzug der Gleichberechtigung liegt. Es inkludiert in der Regel den FE:PrivilegierterPrivilegierten, perspektiviert jedoch die Rede von der Gleichberechtigung anders.

Das Band hielt jedoch nicht lange, und mit neuer Pressefreiheit in der Stadt verbreitete sich eine offene Judenfeindlichkeit. Dennoch hofften viele Juden auf
GleichberechtigungLE:Gleichberechtigung
FE:Agensdurch die revolutionäre Regierung
.
FE:GleichberechtigterDNI
Diese gewährte die Gleichberechtigung erst am 29. Juli 1848, als die Niederlage der Revolutionäre immer näher rückte.

Deskriptor(extrathematisch)

Evoziert den Frame:

Der FE:DeskriptorDeskriptor gibt Merkmale oder Eigenschaften der Gleichberechtigung an, die nicht durch spezifischere FE abgedeckt sind.

Domäne(extrathematisch)

Evoziert den Frame:

Die FE:DomäneDomäne ist der inhaltliche (alltagsweltliche) Bereich, in dem bzw. vor dessen Hintergrund die FE:ProtagonistenProtagonisten gleichberechtigt sind.

Einräumung(extrathematisch)

Evoziert den Frame:

Dieses FE gibt an, dass die FE:ProtagonistenProtagonisten gleichberechtigt sind, obwohl aufgrund der FE:EinräumungEinräumung etwas anderes zu erwarten gewesen wäre.

Grad(extrathematisch)

Evoziert den Frame:

Der FE:GradGrad ist das Ausmaß, in dem die Gleichberechtigung der FE:ProtagonistenProtagonisten herrscht.

Ort(peripher)

Evoziert den Frame:

Dieses FE spezifiziert den FE:OrtOrt, an dem die FE:ProtagonistenProtagonisten gleichberechtigt sind bzw. werden sollen.

Umstände(extrathematisch)

Die FE:UmständeUmstände beschreiben den Zustand der Welt (zu einem bestimmten Zeitpunkt und Ort), der prinzipiell unabhängig von der Gleichberechtigung der FE:ProtagonistenProtagonisten ist.

Zeit(peripher)

Evoziert den Frame:

Dieses FE spezifiziert den Zeitpunkt oder -raum, zu oder in dem die FE:ProtagonistenProtagonisten gleichberechtigt sind bzw. werden sollen.

Frameevozierende Einheiten (FEE)


Literatur


Neumair, Phillip A. (in Vorbereitung): Diskursgrammatisches Phänomen aus konstruktionsgrammatischer Sicht. Eine sozio-kognitive Studie zu Bedeutungsfixierung und Positionierung im Punkdiskurs., Dissertation (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, verteidigt am 03.02.2026).