Annotationsreport Adjacency Pair

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Sequenz

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FEsAnzahl annotierter FEs
ANZAHL3
AUSLÖSER2
BEISPIEL2
ERWEITERUNGSOPTION1
GESPRÄCHSBEITRÄGE12
NÄHE1
RELATIONSTYP12
UMFANG1
ZWECK1

Der Kompositumskopf ‚-pair’ (engl., = Paar) weist eine ähnliche Valenz auf wie ‚-sequenz’ (‚ein Paar von/aus etw.’). Er realisiert das FE GESPRÄCHSBEITRÄGE. Das erste Glied des Kompositums ‚adjacency’ wird als eine Realisierung des FE RELATIONSTYP betrachtet.

Kurzdefinition: Ein Adjacency Pair bezeichnet zwei aufeinander folgende und inhaltlich aufeinander bezogene Gesprächsbeiträge zweier Gesprächsteilnehmer. Es ist das englischsprachige Pendant zu Nachbarschaftspaar und wird relativ häufig auch unübersetzt in deutschen Texten verwendet.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Sie finden vor allem Anwendung auf [adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge, also Äußerungspaare, die folgende zentrale Eigenschaften aufweisen: Sie bestehen aus einem geordneten Paar von Äußerungen, die benachbart vorkommen, von verschiedenen Sprechern hervorgebracht werden und sich gegenseitig beeinflussen insofern, als die Wahl des ersten Teils die des zweiten determiniert (z. B. bei Frage-Antwort-, Gruß-Gegengruß- oder Kompliment- Akzeptanz-Paaren, s. Schegloff 1977, 84 f). HSK (16.2) 2001: 1163
Die tags fungieren dann als Signale, die zusammen mit den entsprechenden Reaktionshandlungen [minimale]Umfang [adjacancy]Relationstyp (sic!) [pairs]Gesprächsbeiträge im Prozess der Bedeutungsaushandlung darstellen (vgl. Müller 2001). Hagemann 2009: 147
Als Nachbarschaftspaare markieren sie (Anm.: die [adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge) gewissermaßen gemeinsame 'Wiederherstellungspunkte' – einen jeweils vorläufig erreichten und interaktiv etablierten Stand der Kommunikation, auf den im Bedarfs- oder Notfall zurückgegriffen werden kann. Hagemann 2009: 147
[Adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge — [of which question-answer (QA), greeting-greeting, and comment-comment are instances]Beispiel — are tied pairs of utterances, such that the issue of a first part sets up a prediction that the second will follow. Herman 1991: 103
Typische Beispiele hierfür bilden Abfolgeregularitäten bei Sprechhandlungssequenzen, im einfachsten Fall also [adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge [wie Frage-Antwort, oder Bestandteilregularitäten in Aufgabenschemata]Beispiel, also etwa die Aussage, dass Erzählungen i. Allg. eine Komplikation enthalten. HSK (16.2) 2001: 1181
Er entwickelt eine Phasengliederung von Argumentationen und Erzählungen anhand von [adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge (Nachbarschaftspaare) [mit möglichen Expansionen]Erweiterungsoption und demonstriert sie an kurzen Transkriptausschnitten, wobei er anmerkt, dass damit auch durchaus längere Ausschnitte gegliedert werden können. HSK (16.2) 2001: 1245
By holding her pointing gesture, the speaker designs the span of her action, covering [two]Anzahl [adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge [initiated by her]Auslöser. Mondada 2007: 217
But it can also end much later in the sequence: at the end of [one or more]Anzahl [adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge [initiated by the pointing speaker]Auslöser, as well as at the end of an extended sequence controlled by her. Mondada 2007: 220
Kollektives Sprechen in Form einer Fuge kommt oft dann zustande, wenn ein initiierender Teil eines „[adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge" von mehreren Sprechern nacheinander und mit demselben respondierenden Typ beantwortet wird. Schwitalla 1993: 88
In [adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge , however, both parts must be spoken actions, and in many situations, one or both actions are non-linguistic, as in this example: (…). Clark 2004: 370
In effect, the three-part Initiation-Reply-Evaluation sequence associated with the classroom contains [two]Anzahl [coupled]Nähe[adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge. Mehan 1979: 287
More commonly, the children prefaced their stories with one or more first pair-parts of [adjacency]Relationstyp [pairs]Gesprächsbeiträge [which, because they call for at least two turns (both pair-parts) before the beginning of the intended turn (in this case a narrative), cue the interlocutor that what follows is no ordinary conversational turn]Zweck. Umiker-Sebeok 1979: 95