Sequenz

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Frame-Definition

Sequenz


Dieser Frame umfasst GESPRÄCHSBEITRÄGE (unterteilbar in GESPRÄCHSBEITRAG_1 und GESPRÄCHSBEITRAG_2), die in einem bestimmten RELATIONSTYP zueinander stehen – in der Regel mit temporärem und inhaltlichem Bezug – und damit eine Sequenz bilden. Dieser Frame ist eine Elaboration des Sequence-Frame des FrameNets .

Belegstellen für die Verwendung in der fachsprachlichen Literatur:

Typische [Nachbarschafts]Relationstyp[paar]Gesprächsbeiträgesequenzen sind: [Gruß-Gegengruß; Frage-Antwort; Aufforderung-Antwort; Ersuchen-Gewähren/ Verweigerung; Angebot-Annahme/Verweigerung; Beurteilung-Zustimmung/ Ablehnung; Vorwurf-Zurückweisung/Zugeben]Beispiel.

Bei den in diesem Zusammenhang vielfach untersuchten Telefongesprächen bestehen die Eröffnungen häufig aus [Nachbarschafts]Relationstyp[paaren]Gesprächsbeiträge, [in denen es um die wechselseitige Identifizierung und Begrüßung der GesprächsteilnehmerInnen geht]Inhalt.


Frame-Elemente

Kern-FE Definitionen
GESPRÄCHSBEITRAG_1 Äußerung eines Sprechers, die den ersten Teil einer Sequenz bildet.
GESPRÄCHSBEITRAG_2 Äußerung eines Sprechers, die den zweiten Teil einer Sequenz bildet.
GESPRÄCHSBEITRÄGE Zwei Äußerungen zweier verschiedener Sprecher, die in einem bestimmten RELATIONSTYP zueinander stehen und damit eine Sequenz bilden.

Beispielbelegstelle: [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen können auf verschiedene Weise ausgebaut oder erweitert werden.

RELATIONSTYP Art der Beziehung, in der die beiden GESPRÄCHSBEITRÄGE einer Sequenz zueinander stehen.

Beispielbelegstelle: Häufig treten [dialogisch organisierte]Relationstyp Paarsequenzen auf.

Nicht-Kern-FE Definitionen
NÄHE Beschreibt die zeitliche Nähe bzw. Distanz zweier GESPRÄCHSBEITRÄGE einer Sequenz (bzw. die zeitliche Nähe der Realisierung beider Teile). Normalerweise folgen die beiden GESPRÄCHSBEITRÄGE direkt aufeinander. In Fällen von Sequenzerweiterungen kann es aber vorkommen, dass weitere Sequenzen zwischen GESPRÄCHSBEITRAG_1 und GESPRÄCHSBEITRAG_2 einer Sequenz eingeschoben werden.

Beispielbelegstelle: Bei der Durchsetzung in [Simultan]Nähesequenz ergeben sich verschiedene Möglichkeiten.

EFFEKT Beschreibt die Auswirkung, die eine Sequenz auf ihre Umgebung haben kann.

Beispielbelegstelle: Reparatursequenzen [für Bedeutungsaushandlungen]Effekt sind häufig keine Selbstkorrekturen, sondern sind oftmals fremdinitiiert.

INHALT Beschreibt den Inhalt der einzelnen oder beider GESPRÄCHSBEITRÄGE einer Sequenz.

Beispielbelegstelle: Die eine Verpflichtung ist die des Rezipienten, das zweite Glied der Paarsequenz, [deren erstes Glied durch Pause oder try marker-lntonation gegeben ist]Inhalt zu liefern.

UMFANG Beschreibt das Ausmaß einer Sequenz, z. B. ausführliche Frage und ausführliche Antwort vs. kurzer Gruß und Gegengruß.

Beispielbelegstelle: Die tags fungieren als Signale, die zusammen mit den entsprechenden Reaktionshandlungen [minimale]Umfang adjacancy pairs im Prozess der Bedeutungsaushandlung darstellen.

ERWEITERUNGSOPTION Markiert die Möglichkeit einer Sequenzerweiterung durch eingebettete, vorangestellte oder nachgestellte Sequenzen in Relation zur Paarsequenz.

Beispielbelegstelle: Er entwickelt eine Phasengliederung von Argumentationen und Erzählungen anhand von adjacency pairs (Nachbarschaftspaare) [mit möglichen Expansionen]Erweiterungsoption.

STATUS Beschreibt den Vollständigkeitszustand einer Sequenz.

Beispielbelegstelle: Es liegen nun zwei [offene]Status Paarsequenzen vor.

AUSLÖSER Initiator einer Sequenz.

Beispielbelegstelle: Damit wird zugleich die Reparatursequenz, [die mit der Verstehensthematisierung initiiert wurde]Auslöser, abgeschlossen.

AUFTRETENSORT Allgemeiner kommunikative Situation, in die eine Sequenz eingebettet ist.

Beispielbelegstelle: Die deutschen SMS nähern sich teilweise der chinesischen Sequenzorganisationen und damit der Abfolge von Paarsequenzen [in der Face-to-face-Kommunikation]Auftretensort an.

ANZAHL Anzahl an Sequenzen innerhalb eines AUFTRETENSORTes.

Beispielbelegstelle: Im Folgenden betrachten wir [einige]Anzahl Paarsequenzen (adjacency pairs) aus der Interaktion zwischen Fred und dem Besucher.

BEISPIEL Wörtliches und thematisches Beispiel für eine Sequenz.

Beispielbelegstelle: Den hauptsächlich im Mesobereich untersuchten Fall bilden die sogenannten Sequenzstrukturen, d. h. Paarsequenzen [wie Frage-Antwort oder Vorwurf-Rechtfertigung]Beispiel.


Frame-evozierende Lexikalische Einheiten


Annotationsreporte


Frame-zu-Frame-Relationen

  • In einer Verwendet-Relation zum Frame Sequenzialität (Sequenzialität>Sequenz).
  • In einer Verwendet-Relation zum Frame Konditionelle_Relevanz (Konditionelle_Relevanz>Sequenz).
  • In einer Bezug_auf-Relation zum Frame Reparaturverfahren (Sequenz>Reparaturverfahren).
  • In einer Untergeordnet_von-Relation zum Frame Sequenzerweiterung (Sequenzerweiterung<Sequenz).
  • In einer Verwendet-Relation zum Frame Kurzform (Sequenz>Kurzform).

Gesamtübersicht Frame-zu-Frame-Relationen

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Legende
Vererbungs-Relation (FrameNet: Inheritance-Relation)
Perspektive_auf-Relation (FrameNet: Perspective_on-Relation)
Untergeordnet_von-Relation (FrameNet: Subframe-Relation)
Verwendet-Relation (FrameNet: Using-Relation)
Bezug_auf-Relation (FrameNet: See_also-Relation)
Vorangehend_von-Relation (FrameNet: Precedes-Relation)
Inchoativ-Relation (FrameNet: Inchoative_of-Relation)
Ursächlich_für-Relation (FrameNet: Causative_of-Relation)