Annotationsreport Konstruktionsabbruch

Aus Terminologisches Grundwissen der Gesprächs- und Diskurslinguistik: eine Lehr- und Lernplattform
Wechseln zu: Navigation, Suche

Anakoluth

Farben einblenden (Benötigt aktiviertes JavaScript)

FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT2
BEISPIEL2
FORTGANG3
FUNKTION1
UMSTAND1
ÄUSSERUNG7

Determinativkompositum mit „-abbruch“ als semantischem Kopf. Das Kompositum besteht aus zwei deverbal ableitbaren Stämmen. Konstruktion ist ein deverbales Nomen: ,Jemand konstruiert etwas'. „Abbruch“ ist ein deverbales Nomen: ,Jemand bricht etwas ab'. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die abbrechende bzw. konstruierende Person (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert. Abgebrochen werden Konstruktionen von Äußerungen, weshalb das FE ÄUSSERUNG gewählt wurde. Dem Abbruch folgt in einigen Fällen eine Wiederholung, Korrektur oder ein Neubeginn der Äußerung, weshalb das FE FORTGANG gewählt wurde.

Das FE ÄUSSERUNG ist bei dieser LE durch das Erstglied „Konstruktion-“ instanziiert.

Kurzdefinition: Ein Konstruktionsabbruch ist der Abbruch einer Äußerung (Konstruktion). Dabei stellt der Konstruktionsabbruch mit und ohne Neuansatz einer Äußerung jeweils einen Anakoluthtypen nach syntaktischen Kriterien dar.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Selting (2001a) erforscht die konstitutiven Merkmale von Äußerungseinheiten (TCUs) und analysiert u. a. die prosodischen Eigenschaften von Anakoluthen, die nach syntaktischen Kriterien in [Konstruktions-]Äusserungabbrüche [mit und ohne Neuansatz]Fortgang unterschieden werden. Papantoniou 2012: 46
Hinsichtlich des Anakoluthtyps „[Konstruktions-]Äusserungabbruch [mit Neuansatz“]Fortgang, der eine Reparaturaktivität darstellt, beschreibt die Autorin neben den bereits angeführten prosodischen Merkmalen (Tonhöhensprünge nach oben oder nach unten sowie Sprechgeschwindigkeitsveränderungen bei der neuen Einheit) auch Abbrüche in Form von Glottalverschlüssen oder alveolaren Plosiven, die als Selbstinitiierungen von Reparaturen fungieren. Papantoniou: 46f.
Auch der [Konstruktions-]Äusserungabbruch [durch die gefüllte Pause äh]Umstand (Z. 32) ist zugleich [als Vorsichtsmaßnahme des folgenden Eingriffs in das Territorium KNs sowie als Zeichen der Erregung OCKs]Funktion zu interpretieren. Werdecker 2008: 83f.
Der [auf syntaktischer Ebene zu beobachtende]Auftretensort [Konstruktions-]Äusserungabbruch [von wegen]Beispiel (Z. 4) wird zugunsten der inhaltlichen Kohärenz übergangen. Werdecker 2008: 94
Sieht man einmal vom [Konstruktions-]Äusserungabbruch [nach gehen ja− ∗]Auftretensort ab. Schröder 2006: 239
[Ein weiterer Tilgungstyp, der die syntaktischen Projektionen der Äußerung verändert]Beispiel, ist der [Konstruktions-]Äusserungabbruch. Pfeiffer 2015: 121 Kopula-Konstruktion
Im Gegensatz zu Couper-Kuhlen/Thompsons (…) Beobachtungen zu Extrapositionen im Englischen wo immerhin 40% der Extrapositionen „nicht-finite“ Folgesyntagmen aufweisen (wie „it´s pleasent to run“ oder „it´s time for me to become a priest“), treten im vorliegenden (deutschen) Datenmaterial nur zwei Formen „nicht-finiter“ B-Teile auf, wovon es sich bei einem Fall um einen [Konstruktions-]Äusserungabbruch [mit Korrektur]Fortgang handelt. Günthner 2008: 103