Annotationsreport Paarsequenz

Aus Terminologisches Grundwissen der Gesprächs- und Diskurslinguistik: eine Lehr- und Lernplattform
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sequenz

Farben einblenden (Benötigt aktiviertes JavaScript)

FEsAnzahl annotierter FEs
ANZAHL3
AUFTRETENSORT2
AUSLÖSER1
BEISPIEL5
GESPRÄCHSBEITRÄGE27
INHALT2
NÄHE2
RELATIONSTYP2
STATUS1
ZWECK1

Kompositum mit ‚-sequenz’ als bedeutungstragendem Kopf. Valenz von Sequenz nicht deverbal ableitbar, aber auch kein sortales, sondern eher relationales Nomen: ‚Sequenz aus/von etw.’. Zentrale FE: GESPRÄCHSBEITRÄGE sowie GESPRÄCHSBEITRAG_1 und GESPRÄCHSBEITRAG_2. Das Erstglied ‚Paar-’ verweist auf die beiden Gesprächsbeiträge und wir daher entsprechend mit dem FE GESPRÄCHSBEITRÄGE annotiert.

Kurzdefinition: Mit Paarsequenz werden zwei aufeinander bezogene Gesprächsbeiträge – wie z. B. Frage und Antwort – zweier Gesprächsteilnehmer bezeichnet.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
[Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen können auf verschiedene Weise ausgebaut oder erweitert werden und auf diese Weise auch größere Interaktionseinheiten zusammenbinden. Becker-Mrotzek/ Meier 2002: 27
Ein anderes Verfahren zur Expansion von [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen besteht darin, nach einem ersten Paarsequenzanteil eine nächste Paarsequenz zu initiieren und auf diese Weise die normatvie Erwartbarkeit eines passenden zweiten Paarsequenzteils vorübergehen aufzuheben. Becker-Mrotzek/ Meier 2002: 28
Über die Verkettung und Verschachtelung von [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen können größere und auch thematische disparate Interaktionseinheiten zusammengebunden werden. Becker-Mrotzek/ Meier 2002: 29
[Die kleinste sequentielle Einheit]Gesprächsbeiträge ist dabei die [Paar]Gesprächsbeiträgesequenz (‚adjacency pair‘), [zum Beispiel in der Abfolge von Frage/Antwort, Gruß/Gegengruß, Vorwurf/Rechtfertigung]Beispiel. In [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen eröffnen die ersten Teile eine sogenannte ‚konditionelle Relevanz‘: Die Artikulation des ersten Teils schafft eine Erwartungsstruktur und macht den je zweiten Teil somit normativ erwartbar. Ayaß 2008: 347 Kopula-Verb
Den hauptsächlich im Mesobereich untersuchten Fall bilden die sogenannten Sequenzstrukturen, also z. B. [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen [wie Frage-Antwort oder Vorwurf-Rechtfertigung]Beispiel. HSK (16.2) 2001: 1101
[Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen sind allerdings nicht nur im Mesobereich anzusiedeln, sondern können auch im Mikrobereich liegen (so im Fall von Frage-Antwort-Ellipsen wie dem Äußerungs-Paar Wo liegt das Buch? Auf dem Tisch). HSK (16.2) 2001: 1101
[Typische] [Nachbarschafts]Relationstyp[paar]Gesprächsbeiträgesequenzen sind: [Gruß-Gegengruß; Frage-Antwort; Aufforderung-Antwort; Ersuchen-Gewähren/ Verweigerung; Angebot-Annahme/Verweigerung; Beurteilung-Zustimmung/ Ablehnung; Vorwurf-Zurückweisung/Zugeben]Beispiel. HSK (16.2) 2001: 1229
Die Grundstruktur von Gesprächseröffnungen und -beendigungen und einige Realisierungsmöglichkeiten explizieren die Autoren anhand von Telefongesprächen, in denen bestimmte [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen [als Eröffnungsritual und Beendigungsritual]Beispiel konstitutiv sind. HSK (16.2) 2001: 1243
Das Kind stellt eine Frage, die nach den sequenziellen Regeln der entsprechenden [Paar]Gesprächsbeiträgesequenz eine Antwort vom Gesprächspartner nach sich zieht. Das Kind stellt eine Frage, die nach den sequenziellen Regeln der entsprechenden Paarsequenz eine Antwort vom Gesprächspartner nach sich zieht. HSK (16.2) 2001: 1297
Zuvorkommenheitsrituale bilden in der Regel [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen, [deren erster Schritt eine Imagebestätigung (des eigenen (I) oder fremden Images (R)) enthält]Inhalt die im zweiten Schritt (mehr oder weniger) positiv aufgegriffen wird. HSK (16.2) 2001: 1387
Die eine Verpflichtung ist die des Rezipienten, das zweite Glied der [Paar]Gesprächsbeiträgesequenz, [deren erstes Glied durch Pause oder try marker-lntonation gegeben ist]Inhalt zu liefern. Auer 1979: 99
Diese Frage macht wie jede Frage eine Antwort notwendig, so daß sich für den Rezipienten der Zwang erhöht, den nächsten Turn zu übernehmen. (Es liegen nun schon [zwei]Anzahl [offene]Status [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen vor.). Auer 1979: 101
Der Rezipient S. spielt in dieser Sequenz eine sehr aktive Rolle; alle Merkmalsnennungen außer (01) (15) werden durch seine Fragen in Gang gesetzt. In (02) (01) ff überlagern sich [zwei]Anzahl [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen, [die durch zwei Fragen von S. ausgelöst werden.]Auslöser. Auer 1979: 103
Wie unschwer zu erkennen ist, besteht die [eingebettete]Nähe [Paar]Gesprächsbeiträgesequenz aus (05)(19-21) (erstes Paarglied) und {06)(01) (zweites Paarglied), die [umschließende]Nähe[Paar]Gesprächsbeiträgesequenz aus (05) (17-18) (erstes Paarglied) und (06) (02) (zweites Paarglied). Auer 1979: 105
Doch statt eines zweiten Teils einer [Paar]Gesprächsbeiträgesequenz in Form einer Antwort durch Sprecher A entsteht eine knapp einsekündige Pause in Zeile 13. Asmuß 2003: 112
Doch dies geschieht nicht. Nach einer 1.2-sekündigen Pause wiederholt Sprecher B seinen zweiten Teil einer [Paar]Gesprächsbeiträgesequenz seen (20) diesmal jedoch mit fallender Intonation. Asmuß 2003: 114
[Dialogisch organisierte]Relationstyp [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen (Anm.: Überschrift). Günthner/ Kriese 2012: online.
Im Gegensatz dazu werden in den deutschen SMS-Interaktionen nach der Produktion des ersten Paarteils einer [Paar]Gesprächsbeiträgesequenz oftmals weitere kommunikative Handlungen (weitere Mitteilungen, zusätzliche erste Teile weiterer Paarsequenzen, Verabschiedungsformeln etc.) erzeugt, bevor der SMS-Beitrag losgeschickt wird (Günthner 2011, 2012). Günthner/ Kriese 2012: online.
Folglich ändern sich mit der Benutzung dieser neuen Mobiltelefone nicht nur die sequenzielle Abfolge und Länge von Nachrichten, sondern die deutschen SMS nähern sich teilweise der chinesischen Sequenzorganisationen und damit der Abfolge von [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen [in der Face-to-face-Kommunikation]Auftretensort an. Günthner/ Kriese 2012: online.
Hierbei handelt es sich um paarweise aneinandergekoppelte, von zwei verschiedenen Sprechern produzierte Äußerungen, wobei wie etwa bei der Frage Antwort Sequenz oder bei der [Paar]Gesprächsbeiträgesequenz [der Begrüßung]Beispiel die Realisierung der ersten eine normative Erwartung im Hinblick auf die unmittelbar nachfolgende Realisierung einer zweiten Äußerung erzeugt. Bergmann 1991: 310
Bei [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen, die von Gesprächsanalytikern ebenfalls sehr intensiv untersucht werden, handelt es sich um kommunikative Handlungen, die paarweise aufeinander folgen. Malinkewitz 2010: 14 f.
Schegloff und Sacks (1973) charakterisieren solche [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen, [die in unserem täglichen kommunikativen Miteinander häufig ein ordnendes Element darstellen]Zweck, als Äußerungen, die a) nebeneinander stehen b) von verschiedenen Sprechern produziert werden c) als erster und zweiter Teil geordnet sind d) so geordnet sind, dass ein bestimmter erster Teil einen bestimmten zweiten Teil verlangt (vgl. Schützeichel 2004: 188). Malinkewitz 2010: 15
Solche [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen werden zum Beispiel in Alltags-gesprächen oftmals durch Einschubsequenzen unterbrochen. Malinkewitz 2010: 15
Im Folgenden betrachten wir [einige]Anzahl [Paar]Gesprächsbeiträgesequenzen (adjacency pairs, Schegloff & Sacks 1973) [aus der Interaktion zwischen Fred und dem Besucher]Auftretensort aus der Perspektive einer erweiterten kognitiven Diskursanalyse. Brône 2010: 91