Annotationsreport Simultansequenz

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Sequenz

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FEsAnzahl annotierter FEs
ANZAHL1
AUFTRETENSORT1
GESPRÄCHSBEITRÄGE2
INHALT2
NÄHE15
UMFANG1

Kompositum mit ‚-sequenz’ als bedeutungstragendem Kopf. Valenz von Sequenz nicht deverbal ableitbar, aber auch kein sortales, sondern eher relationales Nomen: ‚Sequenz aus/von etw.’. Zentrale FE: GESPRÄCHSBEITRÄGE sowie GESPRÄCHSBEITRAG_1 und GESPRÄCHSBEITRAG_2. Das Erstglied ‚Simultan-’ verweist auf die zeitliche Nähe der Realisierung der beiden Gesprächsbeiträge und wir daher mit dem FE NÄHE annotiert.

Kurzdefinition: Mit einer Simultansequenz werden zwei parallel geäußerte Gesprächsbeiträge zweier Gesprächsteilnehmer bezeichnet.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Sprecherwechsel im Anschluß an eine [Simultan]Nähesequenz. Der Sprecher wird vom Hörer unterbrochen. Beide sprechen eine zeitlang gleichzeitig. Der vormalige Hörer setzt sich als Sprecher durch. Rath 1979: 39
In Tetralogen können jedoch auch Gesprächsschritte von einem Interaktanten geäußert werden, der nicht „an der Reihe ist“, also in [Simultan]Nähesequenz. Ludwig 2012: 40
Bei der Durchsetzung in [Simultan]Nähesequenz gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder handelt es sich um erfolgreiche Unterbrechungen oder um die Beibehaltung des Rederechts nach gleichzeitigem Sprechen. Ludwig 2012: 41
Dominante Sprecher können sich in [Simultan]Nähesequenz durchsetzen und gewinnen den Kampf ums Rederecht. Ludwig 2012: 41
Sogenannte glatte Wechsel, also Sprecherwechsel ohne [Simultan]Nähesequenz, können dagegen nicht als Anzeichen für Dominanz gewertet werden, es sei denn, es handelt sich um Sprecherwechsel durch Fremdzuweisung [vgl. dazu DI 6)]. Ludwig 2012: 42
[Simultan]Nähesequenzen können auf verschiedene Art und Weise entstehen. Nicht alle sind jedoch ein Indiz für das Vorhandensein von Dominanz. Ludwig 2012: 42
A vollendet innerhalb der [Simultan]Nähesequenz seinen Gesprächsschritt. Ludwig 2012: 42
Eine [Simultan]Nähesequenz, [in der beide Gesprächsteilnehmer ihren Gesprächsschritt vollenden]Inhalt kann nicht als ein Indiz für Dominanz angesehen werden. Ludwig 2012: 46
Dass hierbei Ungenauigkeiten aufgrund von unverständlichen Stellen vorkommen können, ist der Verfasserin bewusst. Passagen wie z. B. in Gespräch VI, Z. 21-22 werfen Probleme auf, da der Wortlaut in der [Simultan]Nähesequenz unbekannt ist: (…). Ludwig 2012: 48
Nicht verständliche Gesprächsausschnitte sind vornehmlich in [Simultan]Nähesequenz zu finden, [in denen eine Person etwas lauter spricht und somit die Aussage des anderen Interaktanten übertönt.]Inhalt. Ludwig 2012: 113
M1 braucht die Frage nicht zu Ende stellen, da sie in der [Simultan]Nähesequenz [von F2]Gesprächsbeiträge beantwortet wird. Ludwig 2012: 140 Transkriptstelle F2 metonymisch als Gesprächsbeiträge interpretiert.
Trotz der unverständlichen Stelle innerhalb der [Simultan]Nähesequenz [von m7]Gesprächsbeiträge konnte aufgrund der Stimmlage festgestellt werden, dass dieser seinen Gesprächsschritt abbricht und nicht vollendet. Ludwig 2012: 181 s.o.
Transkriptionen von Kinderäußerungen stellen dabei besondere Anforderungen: In Spielinteraktionen im Kindergarten mit komplexen Teilnehmerkonstellationen z.B. zeigen sich [zahlreiche]Anzahl [Simultan]Nähesequenzen, die eine lineare Anordnung ebenso erschweren wie Wortabbrüche oder kreative Neuschöpfungen, deren Versteh- und damit Transkribierbarkeit problematisch ist. Arendt 2014: 77
Hier erfolgt der Sprecherwechsel ohne [Simultan]Nähesequenz, dass heißt, ohne dass es zu gleichzeitigem Reden der beiden Akteure kommt. Malinkewitz 2010: 14
Bei dem Auftreten von Unterbrechungen kommt es meist zu [kurzen]Umfang [Simultan]Nähesequenzen [in der Unterhaltung]Auftretensort. Göldner 2005: 18