Annotationsreport Verbzweitstellung

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Verbposition

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT11
BESTANDTEIL2
POSITION26
REALISIERUNGSART2
VERB22

Determinativkompositum mit deverbalem Kopf. Stellung leitet sich von stellen ab; dreiwertige Valenz: „jemand stellt etwas irgendwo hin.“

Das attributive Erstglied der LE gibt Auskunft über die Wortart, die im Satz eine bestimmte Stellung einnimt, daher wird es als FE VERB annotiert. Das Zweitglied wird gemäß seines semantischen Gehaltes als POSITION annotiert.

Das FE AUFTRETENSORT (Satzarten, Satzteile, Konstruktionen) wird als zentrales FE erwartet.

Kurzdefinition: Verbzweitstellung wird als die Stellung des finiten Verbs an zweiter Position im Satz beschrieben.

Beispiel: Morgen gehe ich in den Zoo.

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Eine epistemische Lesart ('Aus Wuddis Reden schließe ich, dass er verprügelt wurde (denn dies würde sie begründen)') ist wohl nicht intendiert, denn die epistemische Lesart würde [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung im weil-Satz erforderlich machen. Deppermann 2013: 38
Sie ist eine Konstruktion, die Syntax ([Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [im Deklarativsatz]Auftretensort) und Lexik verbindet (das Verb tun). Schwitalla 2006: 127
Durch die [[Verb-]Verb[zweit]Positionstellung [im Nebensatz]Auftretensort und durch die mit Emphase ausgedruckte Akkusativergänzung (gaste) wird vom MO versucht, neue Elemente ins Gespräch einzuführen. Paweł Rybszleger, 2009: 123
Allerdings heben diese eher für gesprochene Sprache 'typische' Konstruktionen hervor, wie zum Beispiel Operator-Skopus-Strukturen, [ungewöhnliche]Realisierungsart [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellungen oder auch Frequenzunterschiede. Barth-Weingarten 2006: 68
Es besteht auch kein Bewusstsein bezüglich der [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [in weil-Sätzen]Auftretensort aufgrund der Markierung einer epistemischen Begründung oder einer Begründung im Sprechaktbereich. Pieklarz 2009: 264
Einige spezifische syntaktische Erscheinungen der GS, wie z. B. der Abbau von Kasusdifferenzierung/Deklinationsendung (Da Air Senegal keine Maschine hatte, wurde eine Maschine von Air Royal Maroc samt Pilot ausgeliehen) oder obwohl-Konstruktionen mit [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung (Ich trinke noch ein Bier. (-) Obwohl (.) ich habe schon zwei getrunken) wurden von den meisten Studierenden eindeutig als Fehler identifiziert. Pieklarz 2009: 264f.
Konventionen und Strukturen gesprochener Sprache, die „vollständig ausgeklammert“ werden ([Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [in weil- und obwohl-Sätzen]Auftretensort, nicht standardsprachliche Possessivkonstruktionen, Drehsätze). Pieklarz 2009: 265
Die Schlussfolgerung muss demnach sein, dass in diesem Fall, vergleichbar den normalen Aussagesätzen, anstelle eines Nebensatzes mit Verbendstellung ein entsprechender Hauptsatz mit [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung unter Beibehaltung des Fragewortes steht. Lötscher 2004: 165
Durch die [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [im Nebensatz]Auftretensort und durch die mit Emphase ausgedrückte Akkusativergänzung (gäste) wird vom MO versucht, neue Elemente ins Gespräch einzuführen. Rybszleger 2009: 123
(…);[Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [in Adverbialsätzen (insbesondere in weil- und obwohl-Sät​zen)]Auftretensort; (…). Günthner 2000: 357
Das systematische Fehlen bestimmter syntaktischer Strukturen des gesproche​nen Deutsch, wie der [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [in Adverbialsätzen]Auftretensort, verweist auf ein weiteres Problem, mit dem ein an der gesprochenen Sprache orientierter Deutsch als Fremdsprache-Unterricht konfrontiert ist: Günthner 2000: 358
Anhand des im gesprochenen Deutsch weit verbreiteten Phänomens der [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [in Nebensätzen]Auftretensort möchte ich nun Aspekte grammatischer Normen und deren Relevanz für den Deutschun​terricht näher beleuchten und zugleich mögliche Fragestellungen aufzeigen, die sich aus den Ergebnissen der Gespro​chene-Sprache-Forschung für den Deutsch als Fremdsprache-Unterricht er​geben. Günthner 2000: 358
Die Gram​matik mit Sinn und Verstand hat zwar ein spezielles Kapitel zur Grammatik der ge​sprochenen Umgangssprache, in dem spezifische Tendenzen des gesprochenen Deutsch aufgezeigt werden, doch beim Thema Konjunktionen wird die [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [in weil- und obwohl-Sätzen]Auftretensort mit keinem Wort erwähnt. Günthner 2000: 358
Allerdings sind die Ausführun​gen zu den Funktionen der [Verb-]Verb[zweit-]Position​stellung [in weil-Sätzen]Auftretensortunzureichend. Günthner 2000: 358
Doch handelt es sich bei [weil]Bestandteil + [Verb-]Verb[zweit-]Position​stellung und [obwohl]Bestandteil + [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung nicht etwa um Performanzentgleisungen, unkonzentriertes Sprechen oder sonstige Schludrigkeiten, sondern die Verbstel​lungsvarianten (Verbzweit- und Ver​bendstellung) in weil- und obwohl-Kon​struktionen haben im gesprochenen Deutsch bestimmte kommunikative Funktionen, die durchaus zu beschreiben und folglich auch zu vermitteln sind. Günthner 2000: 358
Allerdings heben diese eher für gesprochene Sprache 'typische' Konstruktionen hervor, wie zum Beispiel Operator-Skopus-Strukturen, [ungewöhnliche]Realisierungsart [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellungen oder auch Frequenzunterschiede. Barth-Weingarten u.a. 2006: 68
Beim zuletzt aufgeführten Schreiber ist die [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [nach weil]Positionübrigens die Normalform! Elspaß 2010: 1022
Dann gibt es auch Fälle, in denen die [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [nach weil]Position wieder anders erklärt werden konnte, nämlich durch Besonderheiten der Serialisierung im Verbalkomplex. Elspaß 2011: 1023
Es liesen sich noch weitere mögliche Einflussfaktoren auf die Entwicklung der [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [nach weil]Position nennen, z. B. die afiniten Nebensatzkonstruktionen, die ja offen lassen, in welcher Stellung das finite Verb zu stehen käme, wie in Auszug (27): Elspaß 2010: 1023
Die ersten drei dieser Auszuge – (18) bis (20) – enthalten ganz eindeutige Belege für [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellungen [nach weil]Position: (…). Elspaß 2010: 1021
(…) Zifonun u.a. (1997, 465) sprechen von der „in der letzten Dekade immer stärker verbreiteten [Verb-]Verb[zweit-]Positionstellung [in weil-Sätzen]Auftretensort“(…). Freywald 2010: 6