Annotationsreport Wiederholung

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Anakoluth

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FEsAnzahl annotierter FEs
AUFTRETENSORT4
BEISPIEL1
FREQUENZ3
KONSTRUKTION1
REALISIERUNGSART15
SPRECHER2
ÄUSSERUNG50

Wiederholung ist ein deverbales Nomen: ,Jemand wiederholt etwas'. Aufgrund der Fachsprachenebene wird die wiederholende Person (FE SPRECHER) allerdings in den Belegstellen selten realisiert. Wiederholt werden Sätze, Satzteile, Wörter oder Silben, weshalb das FE ÄUSSERUNG gewählt wurde.

Kurzdefinition: Wiederholung meint im gesprochensprachlichen Kontext das Wiederholen von Äußerungen oder Teilen von ihr (Sätze, Satzteile, Wörter, Silben).

Belegstellen & Annotationen Quellen Auffälligkeiten
Beispiel (5), hingegen, zeigt, dass der Parallelismus nicht als strukturelle Operation im Sinne einer Wiederholung [eines lexikalischen Schlüsselelements]Äusserung oder [der syntaktischen Struktur]Konstruktion zu betrachten ist. Brône 2007: 281f.
Es sei aber bemerkt, dass auch bei [expliziter]Realisierungsart Wiederholung [z.B. eines polysemen Wortes]Äusserung (wie in (4)) oder [einzelner Elemente einer idiomatischen Verbindung]Äusserung (wie in (3)) zwischen beiden Gesprächsbeiträgen auf der Vokalisierungsebene ein Parallelismus aufweisbar ist. Brône 2007: 302
In dieser Sequenz ist in der Wiederholung [eines Syntagmas]Äusserung eine allmähliche Bewegung vom symbolisierenden in den demonstrierenden Modus zu erkennen. Ehmer 2010: 109
Dabei geht das Hilfsverb tun oft mit anderen Formulierungspraktiken einher, z. B. mit der Wiederholung [einer Äußerung]Äusserung: (…). Schwitalla 2006: 133
Aus den Belegen ergibt sich, dass tun oft in einer Äußerung steht, die eine besondere Sprechereinstellung hat, sei sie die Tatsächlichkeit der Proposition, eine emphatische eigene Meinung, die [intensivierte]Realisierungsart Wiederholung oder Fortführung [einer Aussage]Äusserung, eine feste Absicht (wie Futur 1), ein Vorschlag, von dem man annimmt, dass er akzeptiert wird, die Präferenz bei einer Alternative oder die stärkere Gewichtung einer Seite eines Gegensatzes. Schwitalla 2006: 147
In 4 Belegen werden Matrixkonstruktion und Relativpronomen prosodisch integriert produziert, dann kommt es zu einer kleinen Pause und der Wiederholung [des Relativjunktors]Äusserung. Birkner 2006: 229
Spezielle Methoden zur Beendigung des Stimmwechsels beinhalten prosodisches Design im Pointen-Format sowie die [markierte]Realisierungsart Wiederholung [von Elementen]Äusserung [aus dem ‚Vorwort‘]Auftretensort. Stadelmann 2012: 268
Zudem spielt die [markierte]Realisierungsart Wiederholung [von Elementen dieser Aussagen]Äusserung eine zentrale Rolle. Stadelmann 2012: 269
Kommt es – wie in Beispiel (58) (FS-5-2a, 139-144) dokumentiert – zu einer Wiederholung [von Elementen dieser Beiträge]Äusserung [durch die Dolmetscherin]Sprecher, werden dieselben pronominalen Referenzen auch von ihr übernommen (die wir noch ma warten müssen,; 144). Apfelbaum 2004: 177
In der schneller ausgedrückten Rückfrage (42) verzichtet die Sprecherin auf die Wiederholung [des Subjekts (Personalpronomens)]Äusserung (vgl. >wieso hast du es schon sieben mal gemacht. (.)< (hhh)>ja was habe [ich] sieben mal gemacht.<). Rybszleger 2009: 116
Nach der kurzen Antwort von RE bekräftigt der Moderator die vorangehende Äußerung (Wiederholung [der Antwortpartikel ja]Äusserung in 206). Rybszleger, 2009: 123
In (18) verzichtet die Sprecherin auf die Wiederholung [vom Subjekt (Personalpronomen er)]Äusserung. Rybszleger 2009: 127
Von der Empörung der Sprecherin (S) zeugen nicht nur durch Lautstärke hervorgehobene Äußerungsteile, sondern auch die Wiederholung [von ganzen Phrasen (wie z.B. das war)]Äusserung. Rybszleger 2009: 142
Sie wird zusätzlich durch die Wiederholung [eines Teils der Frage]Äusserung verstärkt (wohl dem Ökonomieprinzip folgend, verzichtet die Sprecherin absichtlich auf Subjekt, Akkusativergänzung und finites Verb). Rybszleger 2009: 150
Sie verzichtet auf die Wiederholung [des finiten Verbs und der Temporalangabe (jeden tag)]Äusserung. Rybszleger 2009: 152
Die Sprecherin erwidert sofort und verzichtet auf die Wiederholung [von einigen Elementen (Subjekt er und finites Verb stinkt)]Äusserung. Rybszleger 2009: 154
Die vom Sprecher I dann [eigenständig ausgebaute]Realisierungsart Wiederholung [nicht-finiter Äußerungsformen]Äusserung in (s17)-(s21), eben am Erzählende, spricht vielmehr dafür, dass I auch schon zu Beginn eine abstrakte, von jeglicher Origo im Sprechzeitraum abgekoppelte Formulierungsweise nutzt. Redder 2006: 127 FE Äußerung metonymisch
Denn L wählt diese Option, obwohl im Beispiel (15) – im Gegensatz zu (14) und (18) – keine morpho-syntaktische Notwendigkeit für die Wiederholung [des funktionalen Kopfes]Äusserung vorliegt. Redder 2006: 194
Sowohl im Englischen als auch im Deutschen sind jedoch syntaktische Schleifen möglich, die über die Wiederholung [der Konstituente]Äusserung hinausgehen, die das Reparandum enthält: (…). Redder 2006: 195
Vielmehr lässt er das zweimalige das kann ich unmöglich− ∗ annehmen↓ ∗ folgen, wobei die [dynamisch deutlich reduzierte]Realisierungsart Wiederholung wie ein Echo wirkt. Schröder 2006: 212
Die mit dem das kann ich unmöglich− ∗ annehmen↓ ∗ vollzogene Handlung ist eher zu verstehen als eine [markierte]Realisierungsart Wiederholung [der [mit dem ich hätte ihm die hand gereicht wieder↓ ∗]Beispiel [vollzogenen Handlung]Äusserung, nämlich die Etablierung einer ablehnenden Haltung gegenüber einer versöhnlichen Konfliktlösung als Ausgangsposition für die beginnende Verhandlung. Schröder 2006: 212
Es folgen ein Handlungsprädikat (sich drum kümmern), eine Wiederholung [der konditionalen Konjunktion]Äusserung in Z. 31 mit Subjekt in der 2.Ps.Sg. (wenn du) sowie eine weitere Reihe an Handlungsprädikaten (sagen okay aber ich komm in zehn minuten, dann auch kommen, sich dadrum kümmern, helfen). Hormuth 2009: 353
Dabei ist entscheidend, ob der Moderator die Wiederholung [der Lösungshypothese]Äusserung in der Tonhöhe relativ (also im Rahmen seines eigenen Stimmumfangs) der Originaläußerung des Anrufers anpaßt oder dies in absoluten Werten tut: Letzteres wird als gesichtsbedrohende Kritik verstanden. Auer/ Selting 2001: 1126
Unmarkiert steigende Tonhöhenbewegung, z. B. auf was, dient zur Signalisierung eines akustischen Verstehensproblems und wird mit einer Wiederholung [des problematischen Elements]Äusserung quittiert; (…). Auer/ Selting 2001: 1126
Der Sprechrhythmus markiert Stellen, an denen ein neuer Sprecher einsetzen kann, der ihn auch übernimmt, oft in der Wiederholung [einer Phrase des vorhergehenden Sprechers]Äusserung (Brenneis 1984, 344). Schwitalla 2001: 1359
Dieser Code-Shift entspricht einem durchaus üblichen Muster des Code- Wechsels bei sog. „non-first firsts", also bei der Wiederholung [von initiierenden Sprechakten]Äusserung (vgl. Auer 1984, 95-104). Kaiser 2006: 285
Die Wiederholung [der Frage]Äusserung im Sinne einer Re-Initiierung ist wohl als verschärfte Aufforderung zu werten, an der Kommunikation teilzunehmen, wie es das Sendungsformat vorsieht und dient zudem als Füller, um die unangenehme Schweigephase zu überbrücken. Kaiser 2006: 286
Das heißt, R überlegt neben seiner Äußerung noch, in welche Richtung seine Erklärung gehen soll, was sich in Verzögerungsphänomenen wie (gefüllten) Pausen und der Wiederholung [der Einleiteformel]Äusserung da gab es niederschlägt. Kaiser 2006: 286
Die Konstrukteurin versteht die Instruktion und die schiebst du also durch diese beiden Löcher nicht und signalisiert dies zunächst mit einer Wiederholung [des kritischen Teils]Äusserung [in der Instruktion durch zwei Löcher, <hum: ?>]Auftretensort. Kindt/ Rittgeroth 2009: 24
Da es den beiden Versuchspersonen nachfolgend nicht gelingt, das zugrunde liegende Problem zu identifizieren und aufzulösen, greift der Instrukteur in der Äußerung 08I052 auf das Verfahren einer [verbalen]Realisierungsart Wiederholung [der bisherigen Handlungsschritte]Äusserung zurück. Kindt/ Rittgeroth 2009: 51
Der Produzent kann die Äußerungsfortsetzung durch Warten auf das Ende der Störung bzw. durch eine längere Pause, durch ein Hesitationssignal wie äh, bei schwierigen Vervollständigungen durch eine Warteformel wie Moment mal und/oder durch eine [partielle]Frequenz Wiederholung [des bisher Geäußerten]Äusserung verzögern und darauf bauen, dass ihm die Äußerungsfortsetzung anschließend gelingt. Kindt/ Rittgeroth 2009: 153
Als grammatische Besonderheit ist schließlich zu erwähnen, dass die Ratifikation des Instrukteurs in 09I072 nicht mehr satzintern an die beiden Vorgängeräußerungen angeschlossen ist, sondern einen eigenständigen Satz bildet, allerdings mit Wiederholung [des deontischen Verbs]Äusserung soll. Kindt/ Rittgeroth 2009: 166
Da in Beispiel 110 der Zeitpunkt für eine unmittelbare Reparatur von legst verpasst wurde, blieb grammatisch nur die Möglichkeit einer [modifizierten]Realisierungsart Wiederholung [aller drei Satzglieder legst du jetzt]Äusserung [in der dann kontinuierlich angeschlossenen Reparatur]Auftretensort. Kindt/ Rittgeroth 2009: 167
Im Unterschied zu Beispiel 110 hat die Instrukteurin hier aber die Möglichkeit, ohne Wiederholung [des Präfixes über]Äusserung eine Nachtragskonstruktion zu verwenden. Kindt/ Rittgeroth 2009: 168
Hier entscheidet der Produzent, dass er eine von ihm begonnene Äußerung zugunsten einer an dieser Stelle erforderlichen oder besser passenden Information oder eines vorher notwendigen Klärungsdialogs unterbricht und erst später nach Wiederholung [des Äußerungsbeginns]Äusserung fortsetzt. Kindt/ Rittgeroth 2009: 183
Die bereits angesprochene Strategie der Wiederholung [einer problematischen Äußerungspassage]Äusserung wird nicht nur im Fall unvollständigen Hörverstehens, sondern generell bei sprachbezogenen Vollständigkeitsproblemen des Verstehens eingesetzt. Kindt/ Rittgeroth 2009: 186 FE Äußerung metonymisch.
Wie man sieht, formuliert der Konstrukteur in diesem Beispiel außerdem eine abschließende Ratifikation durch das Verstehenssignal ach und eine [partielle]Frequenz Wiederholung [der Korrektur]Äusserung. Kind/ Rittgeroth 2009: 192
Es kann aber auch sein, dass im Rahmen einer I-Verstehensreparatur die Wiederholung [von (Teilen von) Instruktionen]Äusserung erfragt wird, wenn etwa der Konstrukteur aus Gründen der Komplexität nicht mehr die vollständige Instruktion präsent hat. Kindt/ Rittgeroth 2009: 216
Der Interviewer (Nr. 3) versucht, eine Selbstwahl durchzuführen, indem er durch Wiederholung [der vorangegangenen Antwort des Befragten]Äusserung (Nr. 2) den letzten Prädikatsteil des Befragten überlagert. Er erreicht jedoch durch Simultansprechen mit dem Befragten (Nr. 4) das angestrebte Ziel nicht, weil der Befragte auf die vorangegangene Antwort (Nr. 2) wiederholend zurückgreift: (…). Young-Ae Lee 2000: 52
Auch Uhmann (1997a, 2001, 2006) untersucht die so genannte „Reparatursyntax“, d. h. die strukturellen Eigenschaften von Selbstreparaturen nach Selbstinitiierung. Sie analysiert deutschsprachige Daten und argumentiert, dass die Wiederholung („Recycling“) des funktionalen Kopfs der Phrase, die das Reparandum (d. h. die Problemquelle) enthält („Kopfregel“) sowie die Wiederholung [des sprachlichen Materials]Äusserung, das zwischen dem Reparandum und der Reparaturinitiierung liegt („No Gap“-Regel), wohlgeformte Reparaturen ergeben. Papantoniou 2012: 41
Ist die vorangestellte Konstituente eine PP, wird ebenfalls eine, unmarkierte' Proform verwendet; die ,[korrekte']Realisierungsart Wiederholung [einer Präposition]Äusserung mit dem entsprechenden Demonstrativum findet sich im gesamten Korpus nicht. Auer 1997: 31
Die Wiederholung [der Elemente des ersten Konjunkts]Äusserung [im zweiten (geheult - geheult; nich - nich; schüchtern - schüchtern) in (72)]Auftretensort, (74) und (75) macht die Strukturen keineswegs unüberschaubarer. Polikarpov 1997: 200
Mit der [einfachen]Realisierungsart Wiederholung [des Themas chemotherapie]Äusserung (Z. 25) reagiert NO auf den Ton BUs. Werdecker 2008: 27
Die Wiederholung [der Proposition]Äusserung [von BU]Sprecher fungiert in Zeile 36 als Hörerbestätigung (Schwitalla 2003, 178ff.). Werdecker 2008: 29
Der starke Widerspruch äußert sich schließlich in der [argumentativen]Realisierungsart Wiederholung von Zeile 21. Werdecker 2008: 38
Wiederum folgt, wie bereits oben beschrieben, nach dem Höhepunkt an Empörung die nahezu [rituelle]Realisierungsart Wiederholung [der „Essentials“]Äusserung. Werdecker 2008: 38
Im Forte klärt NO das Missverständnis mit einer [stark akzentuierten]Realisierungsart Wiederholung [der topikalisierten Referenz bürgermeister]Äusserung (Z. 17), mit nachgestelltem Verb war (Z. 17) und dem Demonstrativpronomen das (Z. 17), auf. In analeptischer Struktur räumt schließlich BU Verständnis ein. Werdecker 2008: 43
Auffallend ist dabei die [dritte]Frequenz Wiederholung [der lokalen Partikel raus]Äusserung in Zeile 22, hier in Verbindung mit dem lokalen Proadverb da (Z. 22). Werdecker 2008: 65
In Zeile 8 versucht OCK erneut über die Wiederholung [von Selbstreferenz]Äusserung und [Sprechakt]Äusserung die Sprecherrolle zur Markierung des Dissenses an sich zu nehmen, scheitert aber erneut am den sich in Emphase steigernden Widerspruch LÜs. Werdecker 2008: 76
Auch die direkte Adressierung mit dem Namen Horscht (Z. 46), welche die Aufmerksamkeit herzustellen versucht, und die darauf folgende [wort- und akzentgleiche]Realisierungsart Wiederholung [der Proposition]Äusserung lassen die beschwichtigende Absicht KNs erkennen. Werdecker 2008: 82