Intonationsverlauf

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Frame-Definition

Intonationsverlauf


Dieser Frame beschreibt die ART_UND_WEISE des Verlaufs des MELODISCHEN_SPRECHAUSDRUCKs: der Intonation bzw. Tonhöhe beim SPRECHEN. Je nach PRODUZENT und AUFTRETENSORT fällt der MELODISCHE_SPRECHAUSDRUCK abhängig von INDIVIDUALITÄT eines Sprechers und seiner SPRACHSPEZIFIK unterschiedlich aus.

Belegstellen für die Verwendung in der fachsprachlichen Literatur:

Für Entscheidungsfragen und progrediente Sätze wird angenommen, dass sie durch einen [steigenden]Art_und_Weise [Intonations]Melodischer_Sprechausdruckverlauf gekennzeichnet sind.

Der diskursive Kontext erweist zuweilen, daß in deutschen Transkripten mhm mal für eine reduplizierte Basis, ob [fallend oder fallend-steigend, mal für eine [einfache, aber steigend-fallend konturierte]Art_und_Weise[Intonation]Melodischer_Sprechausdruck steht (vgl. (3)); (…).


Frame-Elemente

Kern-FE Definitionen
MELODISCHER_SPRECHAUSDRUCK Melodische Ausdrucksform des SPRECHENs. Hier speziell: Tonhöhe und Intonation.

Beispielbelegstelle: Für Entscheidungsfragen und progrediente Sätze wird angenommen, dass sie durch einen steigenden [Intonations]Melodischer_Sprechausdruckverlauf gekennzeichnet sind.

ART_UND_WEISE Spezielle Ausprägung von MELODISCHER_SPRECHAUSDRUCK bzw. seines Verlaufs, z. B.: fallender vs. steigender Intonationsverlauf, erhöhte Tonhöhe vs. abgesenkte Tonhöhe.

Beispielbelegstelle: Für Entscheidungsfragen und progrediente Sätze wird angenommen, dass sie durch einen [steigenden]Art_und_Weise Intonationsverlauf gekennzeichnet sind.

Nicht-Kern-FE Definitionen
SPRECHEN Das, wofür ein MELODISCHER_SPRECHAUSDRUCK charakteristisch ist. Der Intonationsverlauf ist symptomatisch für die gesprochene Sprache, bzw. das akustisch wahrnehmbare Sprechen allgemein.

Beispielbelegstelle: An den Grenzen für die Intonation [relevanter Einheiten]Sprechen sog. Phrasen.

PRODUZENT Sprecher oder Ort im Sprechapparat, der intoniert bzw. mittels dem intoniert wird.

Beispielbelegstelle: Demonstrative Formen von Einverständnis sind auch beim begleitenden Sprechen möglich, etwa indem eine Hörerin die Äußerungen einer primären Sprecherin paraphrasiert und eine andere diese Paraphrasierung wiederholt, gleichzeitig aber die Intonation [der primären Sprecherin]Produzent imitiert.

INDIVIDUALITÄT Marker für die individuelle Ausprägung des Intonationsverlaufs je nach AUFTRETENSORT und PRODUZENT.

Beispielbelegstelle: Der Zuhörer vollzieht die muskulären Aktivitäten des Sprechers nach und kann dadurch ein Urteil darüber abgeben, wie es gesprochen wurde, da er es selbst als hoch, tief, angestrengt oder ähnlich empfindet, obwohl es möglicherweise auf einer [ganz anderen]Individualität Tonhöhe gesprochen wurde, es also nicht der Indifferenztonhöhe des Hörers entspricht.

AUFTRETENSORT Marker für allgemeine Kommunikationssituationen, in denen Intonationsverläufe auftreten.

Beispielbelegstelle: Es gab Stationen zu den Aspekten Geschwindigkeit, Überlappung, Intonation [am Einheitenende]Auftretensort Satzakzent, Unterscheidung von gap und pause und eine Station zur Zeitmessung der Länge einer Stille.

WIRKUNG Wahrnehmung und Evaluation eines Intonationsverlaufs: z. B. authentischer/ emotionaler/ expressiver Intonationsverlauf.

Beispielbelegstelle: Danach werden unterschieden: - die expressiven Prozeduren des Malfeldes wie Imitationen, [geheimnisvolle oder expressive]Wirkung Intonation (wie Toll!), die bei H eine Bewertung bewirken (Redder 1994a); (…).

FUNKTION Kommunikative Funktion, die ein Intonationsverlauf haben kann: z. B. Satzstrukturierung, Satzabschlussmarkierung, Markierung einer Aussage als Frage.

Beispielbelegstelle: Schlußsignale haben meist bekräftigenden Charakter; entweder verstärken sie direkt als Selbstbestätigungen das gerade Gesagte (113), oder sie enthalten noch formal eine Aufforderung an den Gesprächspartner zuzustimmen, wie die häufigen ja?, nich? oder ne?; manchmal wird dabei die [Frage]Funktionintonation weggelassen und eine explizite Bestätigung gar nicht erwartet.

SPRACHSPEZIFIK Marker für die länder- und kulturspezifischen Ausprägungen von Intonationsverläufen.

Beispielbelegstelle: In seinem Artikel beschreibt Pierre Delattre als Alternative zu der ansteigenden Satzintonation der Entscheidungsfragen im Französischen einen Tonhöhenverlauf, [der dem in der Südpfalz gefundenen Intonationsmuster sehr ähnlich ist]Sprachspezifik.


Frame-evozierende Lexikalische Einheiten


Annotationsreporte


Frame-zu-Frame-Relationen

Gesamtübersicht Frame-zu-Frame-Relationen

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Legende
Vererbungs-Relation (FrameNet: Inheritance-Relation)
Perspektive_auf-Relation (FrameNet: Perspective_on-Relation)
Untergeordnet_von-Relation (FrameNet: Subframe-Relation)
Verwendet-Relation (FrameNet: Using-Relation)
Bezug_auf-Relation (FrameNet: See_also-Relation)
Vorangehend_von-Relation (FrameNet: Precedes-Relation)
Inchoativ-Relation (FrameNet: Inchoative_of-Relation)
Ursächlich_für-Relation (FrameNet: Causative_of-Relation)