Korrektur

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Definition

Die Korrektur ist eine spezielle Art der Reparatur und ein Mittel zur Behebung von Fehlern in einer Kommunikationssituation. Der reparaturbedürftige oder fehlerhafte Ausdruck wird durch einen korrigierten Ausdruck ersetzt. Die Korrektur kann vom Sprecher selbst oder vom Hörer initiiert sowie ausgeführt werden. Man unterscheidet daher zwischen selbst- und fremdinitiierten als auch selbst- und fremddurchgeführten Korrekturen.

Korrekturen werden nach Abbruch der aktuellen Äußerungseinheit meistens mithilfe lexikalischer Mittel (wie z. B. „ich meine“ oder „du meinst“) eingeleitet. Daraufhin wird der vorherige Redebeitrag richtiggestellt oder reinterpretiert.

Derjenige, der die Korrektur ausführt, bringt zum Ausdruck, dass er sich vom Inhalt des zuvor Gesagten distanziert. Er nimmt mit der Korrektur den zuvor vermittelten Inhalt oder Teile des Inhalts mit der Absicht zurück, die fehlerhafte Aussage aus dem Kommunikationsablauf zu streichen. Die Korrektur dient damit der Vermeidung von Missverständnissen sowie der Verständnissicherung zwischen den Gesprächspartnern.

Die Korrektur kann unterschiedliche Fehlerbereiche betreffen. Sowohl grammatische oder lexikalische Fehler, Fehler auf der Ebene des Satzbaus aber auch sachliche und inhaltbezogene Fehler können mithilfe der Korrektur repariert werden. Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist, unterscheidet man zwischen Formulierungskorrekturen, Ausdruckskorrekturen und Inhaltskorrekturen:

  • Formulierungskorrekturen betreffen unangemessene, fehlerhafte oder problematische Formulierungen, die mithilfe der Korrektur bereinigt und durch einen passenderen Ausdruck ersetzt werden.
  • Korrekturen auf der Ausdrucksebene reparieren Fehler, die die sprachliche Form betreffen. Grammatisch oder lexikalisch fehlerhafte Formen werden durch die korrekte Form ersetzt.
  • Inhaltskorrekturen betreffen den Bedeutungsgehalt einer Aussage. Man unterscheidet dabei zwischen echten und unechten Inhaltskorrekturen. Unechte Inhaltskorrekturen treten bei Versprechern auf: Der Sprecher bezieht sich mit dem korrigierten Ausdruck auf denselben Inhalt wie vor der Korrektur. Bei echten Inhaltskorrekturen hingegen haben der fehlerhafte und der korrigierte Ausdruck unterschiedliche Inhalte. Dies ist dann der Fall, wenn mit dem reparaturbedürftigen Ausdruck etwas inhaltlich Falsches ausgedrückt wurde.

Beispiele

Im folgenden Beispiel wird ein Versprecher korrigiert und der fehlerhafte Ausdruck „hängt“ durch den korrekten Ausdruck „hält“ ersetzt.

Transkriptbeispiel: Talkshow (Segment 1237-1245)

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Korrektur evoziert den Reparaturverfahren-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

GESPRÄCHSPARTNER_1 (verwendet als „Sprecher“)

GESPRÄCHSPARTNER_2 (verwendet als „Hörer“)

GESPRÄCHSPARTNER

BEZUGSAUSDRUCK (verwendet als „reparaturbedürftiger oder fehlerhafter Ausdruck“)

FORM_DER_INITIIERUNG (verwendet als selbst- und fremdinitiiert“)

FORM_DER_DURCHFÜHRUNG (verwendet als „selbst- und fremddurchgeführt“)

INITIATIONSAUSDRUCK (verwendet als „Abbruch der aktuellen Äußerungseinheit“)

INDIKATOR (verwendet als „lexikalischer Mittel“)

REPARANDUM (verwendet als „korrigierter Ausdruck“)

FUNKTION (verwendet als „Behebung von Fehlern“ , „Vermeidung von Missverständnissen“ , „Verständnissicherung“)

EBENE (verwendet als „verschiedene Fehlerbereiche“)