Sprechakt

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Definition

Der Sprechakt (lat. actus, ‚Tat‘ und lat. agere, ‚handeln‘) ist ein Kernbegriff aus der Sprechakttheorie von John Searle und John Langshaw Austin, welche in den 1970er Jahren veröffentlicht wurde. Vereinfacht bedeutet Sprechakt, dass der Sprecher mit dem, was er sagt, eine bestimmte Handlung intendiert. Dieser Begriff steht stets in Relation zur Sprechakttheorie und geht weit über die Bedeutung des Begriffs der Äußerung hinaus. Der Inhalt eines Sprechakts ist somit mehr, als die reine sprachliche Hervorbringung von zusammenhängenden Wörtern – er transportiert zugleich immer eine Sprechhandlung mit bestimmter, meist hörerorientierter Funktion.

Searle elaboriert vier Sprechakte und prägt besonders den Begriff der Illokution, wonach hinter jeder Äußerung immer eine illokutionäre Kraft steht, mit der der Sprecher eine bestimmte Intention verfolgt (z.B. Frage, Drohung, Bitte, Aufforderung etc.).

Ein Sprechakt kann im Zusammenhang mit einem Turn (im Sinne von: Gesprächsbeitrag) verstanden werden, da auch Turns als Sprechakte aufgefasst werden können.

Beispiele

Direktiver Sprechakt:

Sprecher: „Mir ist kalt.“ – Während der Äußerung blickt der Sprecher zum offenen Fenster und legt dem Hörer eine auffordernde Illokution nahe: „Mach bitte das Fenster zu.“ – Die Kraft des Sprechaktes besteht darin, dass auch eine einfache Äußerung einen Appel als Intention enthalten kann.


Bei dem folgenden Transkriptbeispiel handelt es sich um einen expressiven Sprechakt. Der Sprecher drückt seine Emotionen aus:

Transkriptbeispiel: Gig

Datei:Sprechakt Audiobeispiel Gig-Besprechung.mp3

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Sprechakt evoziert den Turn-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

SPRECHER

INHALT

HÖRER (verwendet als „hörerorientierter“)

INTENTION