Kontextualisierungsverfahren (LE)

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Definition

Mit Kontextualisierungsverfahren (lat. contexere, ‚verknüpfen‘, ‚verflechten‘) bezeichnet man verbale und nonverbale Verfahren, die Interaktionsteilnehmer anwenden, um in bestimmter Art und Weise und mit bestimmten Mitteln - den sog. Kontextualisierungshinweisen - in einem Gespräch Kontext zu konstituieren. Diese Mittel können verbaler (z. B. prosodische Mittel wie Tonhöhenverlauf, Rhythmus, Lautstärke etc.), aber auch nonverbaler Art (z. B. kinetische Mittel wie Körperhaltung, Blickverhalten, Gestik etc.) sein.

Beispiele

Transkriptbeispiel: Solo (Segment 0-21)

In diesem Beispiel wird der Kontext Bandprobe / Bewertung einer Melodiesequenz durch die Gesprächsteilnehmer sowohl verbal („so ne Melodie“, „irgendwie kacke“) als auch nonverbal (Singen der Melodie) hergestellt. Dabei verweisen einzelne gerade sprechende Interaktionsteilnehmer auch auf das Hintergrundwissen der anderen Interaktionsteilnehmer. Sprecher WI bestätigt AD, dass er die Melodie nur ansatzweise kennt, woraufhin JU die Melodie singt und somit alle den gleichen Wissensstand haben. Nun kann WI erneut eine Bewertung auf Grundlage dieses Kontextes vornehmen.

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Kontextualisierungsverfahren (LE) evoziert den Kontextualisierungsverfahren-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

INTERAKTIONSTEILNEHMER

ART_UND_WEISE

MITTEL

ERGEBNIS (verwendet als „Kontext“)