Turn-Taking-System

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Definition

Das Turn-Taking-System ist ein System des Sprecherwechsels, welches während eines Gespräches zwischen zwei oder mehreren Gesprächsteilnehmern bestimmt, wer die Rolle des Sprechers und wer die des Hörers zu einem bestimmten Zeitpunkt einnimmt.

Das System wird von den Gesprächsteilnehmern zur Gesprächskoordination genutzt und organisiert die Rederechtübergabe an übergaberelevanten Stellen (engl. Transition Relevance Place, kurz TRP). Die Art der Sprechsituation, der soziale Status der Gesprächspartner und die Organisiertheit des Gespräches wirken auf das Turn-Taking-System ein.

Der Sprecherwechsel kann zustande kommen, indem der Sprecher dem Hörer das Rederecht übergibt (Fremdwahl) oder der Hörer das Rederecht selbstbestimmt übernimmt (Selbstwahl). Das Rederecht nach einer Selbstwahl kann nach einer Pause, einem glatten Wechsel oder einer Simultansequenz erlangt werden. Bei einer Fremdwahl fordert der Sprecher den Hörer auf, das Rederecht zu übernehmen.

Beispiele

Rederechtübergabe durch Fremdwahl:

Transkriptbeispiel: Gig

Der Sprecher FE stellt eine Frage und übergibt somit mithilfe von Fremdwahl das Raderecht an die anderen Sprecher. Der Sprecherwechsel verläuft glatt, da Sprecher MA die Sprecherrolle sofort annimmt.

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Turn-Taking-System evoziert den Turn-Taking-Machinery-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

SYSTEM

SPRECHERWECHSEL

GESPRÄCHSPARTNER (verwendet als „Gesprächsteilnehmern“)

FUNKTION (verwendet als „Rederechtübergabe“ , „Gesprächskoordination“)

ART_UND_WEISE (verwendet als „Selbstwahl“ , „Fremdwahl“)

ÜBERGEORDNETE_HANDLUNG (verwendet als „Gespräches“)