Pause

Aus Terminologisches Grundwissen der Gesprächs- und Diskurslinguistik: eine Lehr- und Lernplattform
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zurück zur Übersicht

Definition

Pausen (griech. pausis, ‚aufhören‘) bezeichnen in der Gesprächsforschung unterschiedlich lange Unterbrechungen im Redebeitrag eines Sprechers. Je nach Dauer der Unterbrechung unterscheidet man zwischen Mikropausen, langen und kurzen Pausen oder Schweigen.

Pausen können gefüllt oder ungefüllt sein. Ungefüllte Pausen sind kurze Unterbrechungen zwischen Lauten, Silben, Wörtern, Wortgruppen oder Sätzen, die für den Hörer akustisch wahrnehmbar sind. Gefüllte Pausen beinhalten Gesten oder Füllwörter wie äh, hm oder ähm. Mithilfe dieser Füllwörter zeigt der Sprecher an, dass sein Redebeitrag noch nicht beendet ist und er die Sprecherrolle behalten möchte.

Vom Sprecher beabsichtigte Pausen können unterschiedliche kommunikative Funktionen haben. Sogenannte Haltepausen sind kurze Unterbrechungen innerhalb eines Redebeitrags. Sie können als Gliederungssignal dienen und den Redebeitrag eines Sprechers strukturieren, indem sie Satzgrenzen oder Sinneinheiten markieren und den Redebeitrag so verständlicher machen. Während der Pausen innerhalb eines Redebeitrags kann der Sprecher seine weitere Rede planen. Sie geben ihm außerdem die Möglichkeit zur Wortsuche (Formulierungspausen).

Auslaufpausen haben eine segmentierende Funktion. Sie treten am Ende eines Redebeitrags auf und markieren somit die Stelle, an der ein Sprecherwechsel stattfinden kann. Der Sprecher kann so mithilfe von Pausen signalisieren, ob sein Redebeitrag beendet ist und er zum Sprecherwechsel auffordern oder ob er noch weiterreden möchte.

Pausen können auch einer rhetorischen Verwendung dienen und den Spannungsaufbau innerhalb der Rede unterstützen sowie Aufmerksamkeit erzeugen. Sie können jedoch auch ungewollt auftreten. Ungewollte Pausen können physiologisch bedingt sein und auf bestimmte Atemvorgänge zurückgehen oder auf Probleme bei der Sprechplanung sowie Wortfindungsprobleme hindeuten. Weiterhin können Pausen oder unwilliges und vorsichtiges Sprechen auf ungewünschte Reaktionen oder unangenehme Themen hindeuten.

Beispiele

Die Pause im folgenden Beispiel dient dem Sprecher als Planungspause für seinen weiteren Gesprächsbeitrag.

Transkriptbeispiel: Solo (Segment 22-34)

Datei:Pause Tonbeispiel Solo (Segment 25-30).mp3

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Pause evoziert den Pause_Schweigen-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

SPRECHER

REDE

DAUER

POSITION (verwendet als „innerhalb eines Redebeitrags“ , „am Ende eines Redebeitrags“)

GRUND (verwendet als „physiologisch bedingt“)

INTENTION (verwendet als „beabsichtigte“ , „ungewollt“)

INHALT (verwendet als „gefüllt“ , „ungefüllt“)

ZWECK (verwendet als „kommunikative Funktionen“)

WIRKUNG (verwendet als „Sprecherwechsel“)