Formen syntaktischer Diskontinuität

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Frame-Definition

Formen_syntaktischer_Diskontinuität

Dieser Frame beschreibt, wie eine SATZKONSTRUKTION durch einen SPRECHER mittels Ausklammerung, Herausstellung, Verschränkung oder Versetzung in ihrer POSITION verändert wird.

Ausklammerung: Bei der Ausklammerung der Satzteile stehen die Satzglieder in einer Position außerhalb der Satzklammer.

Linksherausstellung/Linksversetzung: Der zu einer das Vorfeld besetzenden Konstituente korreferente Ausdruck wird durch den Sprecher an die Position im Vorfeld des Satzes gestellt/versetzt.

Rechtsherausstellung/Rechtsversetzung: Das satzinterne Pronomen wird durch ein nach Beendigung des Satzes stehendes Substantiv erläutert.

Satzverschränkung: Das Satzglied wird vom Sprecher an den Beginn eines Matrixsatzes gestellt.

Belegstellen für die Verwendung in der fachsprachlichen Literatur:

Es kommt für das Deutsche hinzu, daß für die [Satz-]Satzteil [ver]Position schränkung [im Relativsatz- und Komparativsatzgefüge]Auftretensort dieselben strukturellen Restriktionen gelten wie im Hauptsatz-Gliedsatzgefüge, das keine direkte Konstituentenfrage enthält (…).

So finden sich zentrale Analyseergebnisse zur Prosodie, die auf der Grundlage von Face-to-Face-Gesprächen – allerdings unter [ausdrücklicher]Intensität [Aus-]Positionklammerung [des optischen Kanals]Satzkonstruktion – beruhen (z. B. Selting 1987a, 1987c, 1995a, 1996b), in meinen Telefondaten wieder.

Frame-Elemente

Kern-FE Definitionen
SPRECHER Beschreibt denjenigen, der die Äußerung in ihrer syntaktischen Konstruktion verändert.
SATZKONSTRUKTION Beschreibt den Teil der Äußerung, welcher umgestellt wird.

Beispielbelegstelle: Im folgenden Beispiel (9) handelt es sich um eine Konstruktion mit einer Nachstellung in Form der [Aus-]Positionklammerung [eines obligatorischen Satzgliedes]Satzkonstruktion.

POSITION Beschreibt, an welcher Stelle die Konstruktion vom SPRECHER umgestellt wird.

Beispielbelegstelle: Syntaktisch handelt es sich meist um [Aus-]Positionklammerungen [von fakultativen Satzgliedern]Satzkonstruktion [aus dem Mittelfeld des Satzes]Startort [hinter die rechte Satzklammer]Zielort.

Nicht-Kern-FE Definitionen
REALISIERUNGSART Beschreibt, auf welche Art die Konstruktionsumstellung vom SPRECHER modifiziert wird.

Beispielbelegstelle: Bei der Äußerung in den Zeilen 01-02 handelt es sich um eine [prosodisch fortgesetzte]Realisierungsart [Aus-]Positionklammerung [der Präpositionalphrase von den JUNGS]Satzkonstruktion .

BEISPIEL Konkretes Beispiel einer Konstruktionsumstellung.

Beispielbelegstelle: In der Äußerung in Zeile 03 finden wir die [prosodisch fortgesetzte]Realisierungsart [Aus-]Positionklammerung [auf de' dIngs FERNsehn]Beispiel, [die in sich eine Selbstkorrektur von dIngs zu FERNsehn enthält]Inhalt.

INHALT Beschreibt die Zusammensetzung einer SATZKONSTRUKTION.

Beispielbelegstelle: Dann wären nämlich alle möglichen Konstruktionen Apokoinus, z.B. [Links-]Positionversetzungen [mit `leerem' A oder `leerem' Koinon]Inhalt.

INTENSITÄT Beschreibt die Intensität, die der SPRECHER der SATZKONSTRUKTION verleiht.

Beispielbelegstelle: So finden sich zentrale Analyseergebnisse zur Prosodie, die auf der Grundlage von Face-to-Face-Gesprächen – allerdings unter [ausdrücklicher]Intensität [Aus-]Positionklammerung [des optischen Kanals]Satzkonstruktion – beruhen (z. B. Selting 1987a, 1987c, 1995a, 1996b), in meinen Telefondaten wieder.

ZIELORT Konkretisiert die POSITION, zu welcher die SATZKONSRUKTION hin umgestellt wird.

Beispielbelegstelle: Syntaktisch handelt es sich meist um [Aus-]Positionklammerungen [von fakultativen Satzgliedern]Satzkonstruktion [aus dem Mittelfeld des Satzes]Startort [hinter die rechte Satzklammer]Zielort.

STARTORT Konkretisiert die POSITION, von der aus die SATZKONSTRUKTION umgestellt wird.

Beispielbelegstelle: Syntaktisch handelt es sich meist um [Aus-]Positionklammerungen [von fakultativen Satzgliedern]Satzkonstruktion [aus dem Mittelfeld des Satzes]Startort [hinter die rechte Satzklammer]Zielort.

FUNKTION Beschreibt, welche Aufgabe die Konstruktionsumstellung erfüllt.

Beispielbelegstelle: Insbesondere mit Bezug auf [R]PositionV, [in denen "'nachgeholte' Information vermittelt wird]Funktion, die einem Hörer mit entsprechendem Kontextwissen auch unterstellt werden könnte"(…).

KATEGORIE Beschreibt eine Kategorie der Konstruktionsumstellung..

Beispielbelegstelle: (…) Formen in der Folgeeinheit wie im Fall der [klassischen]Eigenschaft [sog.]Kategorie [Links-]Position herausstellungen.

AUFTRETENSORT Gibt an, in welchen Sätzen oder an welchen Stellen die Konstruktionsumstellung stattfindet.

Beispielbelegstelle: Die [L]Position V [mit einer das linksversetzte Element wiederaufnehmenden Proform]Inhalt [im Vorfeld des darauffolgenden Verb-Zweit-Satzes]Auftretensort zeige progredienten Tonhöhenverlauf ohne ,Satzpause' nach dem linksversetzten Element; (…).

EIGENSCHAFT Beschreibt Merkmale der Konstruktionsumstellung.

Beispielbelegstelle: Aus unseren Annahmen zum DEM-Merkmal Diskurstopikalität folgt, dass Demonstrativa in einer [Rechts-]Position versetzung [mit beibehaltenem Diskurstopik]Eigenschaft ausgeschlossen sind, mit Ausnahme von Referenz mit emotiver Kennzeichnung (als Ausprägung des DEM-Merkmals kognitive Proximität).

FREQUENZ Gibt die Häufigkeit oder Anzahl der Konstruktionsumstellungen an.

Beispielbelegstelle: Im folgenden Beleg für eine [doppelte]Frequenz [Links-]Positionversetzung treten beide Formen der Rekurrenz nebeneinander auf: (…).


Frame-evozierende Lexikalische Einheiten


Annotationsreporte


Frame-zu-Frame-Relationen

Gesamtübersicht Frame-zu-Frame-Relationen

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Legende
Vererbungs-Relation (FrameNet: Inheritance-Relation)
Perspektive_auf-Relation (FrameNet: Perspective_on-Relation)
Untergeordnet_von-Relation (FrameNet: Subframe-Relation)
Verwendet-Relation (FrameNet: Using-Relation)
Bezug_auf-Relation (FrameNet: See_also-Relation)
Vorangehend_von-Relation (FrameNet: Precedes-Relation)
Inchoativ-Relation (FrameNet: Inchoative_of-Relation)
Ursächlich_für-Relation (FrameNet: Causative_of-Relation)