Akzent

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Definition

Der Akzent (lat. accentus, ,singen‘, nach griech. Prosodía, ‚das Dazugesungene‘) ist die Betonung einer Silbe oder eines Wortes innerhalb der Äußerung eines Sprechers. Er kommt durch eine Intensivierung der Muskelaktivität bei der Artikulation zustande und äußert sich u. a. durch die Veränderung der Tonhöhe, Dehnung, Intensität und Lautstärke beim Sprechen. Im Deutschen wird der Akzent einer Silbe durch erhöhten Stimmdruck realisiert.

Im Allgemeinen ist die primäre Funktion des Akzentes, den rhematischen Bereich einer Äußerung zu markieren. Sätze können also mehrere Akzente haben, die mehrere Einheiten hervorheben.

Beispiele

Bildbeschreibung

In dem blau hervorgehobenen Bereich des Transkriptbeispiels möchte der/die Sprecher/in den Aufmerksamkeitsfokus auf die Begriffe „Bänker“ und „tun“ lenken, weshalb diese hier einen Akzent tragen. Sie repräsentieren den rhematischen Teil der Äußerung, da hiermit eine neue Information zum Gesamtthema gegeben wird, nämlich, dass Bänker und Politiker in dem hier angesprochenen Kontext reichlich zu tun haben. Interessant dabei ist, dass zwar der Begriff „Bänker“, aber nicht der ebenfalls zum rhematischen Teil der Äußerung gehörende Begriff „Politiker“ akzentuiert wird.

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Akzent evoziert den Akzentuierung-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

SPRECHER

AKZENTTRÄGER (verwendet als „Silbe“, „Wort“, „Einheiten“)

ART_UND_WEISE (verwendet als „Tonhöhe“, „Dehnung“, „Intensität“, „Lautstärke“, „Intensivierung der Muskelaktivität“)

FUNKTION

AUFTRETENSORT (verwendet als „Äußerung“)

ANZAHL (verwendet als „mehrere“)