Gradpartikel

Aus Terminologisches Grundwissen der Gesprächs- und Diskurslinguistik: eine Lehr- und Lernplattform
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zurück zur Übersicht

Definition

Die Gradpartikel oder auch Steigerungs- oder Intensitätspartikel bzw. Intensivpartikel hat die Funktion, den vom Bezugswort dargestellten Inhalt in seiner Intensität entweder zu verstärken oder aber abzuschwächen. Dabei decken sie eine Skala von schwacher bis starker Intensität ab. Manche Gradpartikeln können sowohl eine schwache als auch eine starke Intensität darstellen. Außerdem gibt es einige wenige Gradpartikeln, die sich steigern lassen. Gradpartikeln besitzen also eine Steigerungsfunktion.

Gradpartikeln treten häufig vor Adjektiven oder Adverbien, bei Verben jedoch niemals vor artikelfähigen Substantiven auf. Sie können betont vorkommen und meistens nicht allein ins Vorfeld verschoben werden. In der Regel sind sie im Mittelfeld platziert. Gradpartikeln können wegfallen, ohne dass der Satz ungrammatisch wird. Durch Umgangs- und Jugendsprache entstehen immer wieder neue Gradpartikeln aus Adjektiven, deren ursprüngliche Bedeutung abgeändert wurde.

Beispiele

„Es ist sehr heiß.“

„Er schien wenig vertrauenswürdig.“

Abschwächend: „Sie ist ganz nett.“

Verstärkung der Negationspartikel: „Daran habe ich gar nicht gedacht.“

Durch Jugendsprache entstandene, neue Gradpartikel: „Es war mega aufregend.“


Transkriptbeispiel:

Transkriptbeispiel Gradpartikel.PNG

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Gradpartikel evoziert den Partikel-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

FUNKTIONSWORT (verwendet als „Gradpartikeln“)

STEIGERUNGSFUNKTION

AUFTRETENSORT (verwendet als „vor Adjektiven oder Adverbien“)

REALISIERUNGSART (verwendet als „betont“)