Prosodie

Aus Terminologisches Grundwissen der Gesprächs- und Diskurslinguistik: eine Lehr- und Lernplattform
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zurück zur Übersicht

Definition

Mit Prosodie wird die Gesamtheit aller akustisch wahrnehmbaren Ausdrucksformen des Sprechens bezeichnet. Diese sind je nach Sprachbenutzer und Ausgangssprache individuell und sprachspezifisch.

Die Prosodie gehört dem Bereich der lautlichen Strukturen der Sprache an und ist nicht an die Kategorien Lexem, Morphem oder Phonem gebunden. Zur Prosodie gehören Akzentuierung, Intonation, Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit, Rhythmus und Klangfarbe.

Beispiele

Transkriptbeispiel: Gig (Segment 12-25)

Datei:Prosodie Tonbeispiel Gig.mp3

Das Beispiel weist mehrere prosodische Mittel auf. Auf dem Wort „Zehner“ liegt ein Akzent, womit der Sprecher betonen möchte, dass es sich um einen Zehn-Euro-Schein handelt, den er gewechselt haben möchte. Unterstrichen wird dies zusätzlich durch die Steigung der Tonhöhe und durch das Heben der Lautstärke. Die Klangfarbe innerhalb des gesamten Redebeitrags wirkt dabei eher genervt/gestresst.

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Prosodie evoziert den Prosodie_Sprechausdruck-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

SPRECHAUSDRUCK (verwendet als „akustisch wahrnehmbaren Ausdrucksformen“)

MELODISCHER_SPRECHAUSDRUCK (verwendet als „Klangfarbe“)

TEMPORALER_SPRECHAUSDRUCK (verwendet als „Sprechgeschwindigkeit“ , „Rhythmus“)

DYNAMISCHER_SPRECHAUSDRUCK (verwendet als „Lautstärke“)

SPRECHEN

SPRACHSPEZFIK (verwendet als „sprachspezifisch“)

INDIVIDUALITÄT (verwendet als „individuell“)

PRODUZENT (verwendet als „Sprachbenutzer“)