Objektsatz

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Definition

Der Objektsatz ist ein Satztyp in untergeordneter Stellung, der zu den Gliedsätzen gezählt wird. Die Funktion dieses Satztyps lässt bereits der Name erkennen: Das Satzglied Objekt wird zu einem Nebensatz umgeformt. Im Gegensatz zu vielen anderen Nebensatztypen steht der Objektsatz in direkter Abhängigkeit zum Hauptsatz bzw. Matrixsatz. Er kann unterschiedliche Objekte ersetzen. Dementsprechend kann er durch diverse Fragepronomen (wer, wie, welcher etc.) sowie Konjunktionen (dass und ob) eingeleitet werden.

Als besondere Form existiert - neben beiden o.g. - der uneingeleitete Objektsatz, der durch die Verbzweitstellung wie ein Hauptsatz aufgebaut ist. Seine Unterordnung wird hier nur durch den Konjunktiv des Verbs markiert. Objektsätze werden durch Trennung vom Hauptsatz mithilfe eines Kommas markiert.

Beispiele

Eingeleiteter Objektsatz mit Fragepronomen: [a] „Ich liebe, wen ich möchte.“ [b] „Du bist, was du isst.“

Eingeleiteter Objektsatz mit Konjunktion: [a] „Ich hoffe, dass du noch bleibst. [b] „Er fragt, ob sie eine Praline möchte.“

Uneingeleiteter Objektsatz: „Sie meint, sie möchte bald die Party verlassen.“

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Objektsatz evoziert den Gliedsatz-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

SYNTAKTISCH_GEREGELTE_EINHEIT (verwendet als „Satztyp“)

GRAMMATISCHE_FUNKTION (verwendet als „Satzglied“)

UNTERGEORDNETE_STELLUNG

VERBSTELLUNG (verwendet als „Verbzweitstellung“)

SYNTAKTISCHE_FORM (verwendet als „uneingeleitete“)

EINLEITUNGSELEMENT (verwendet als „Fragepronomen“ , „Konjunktionen“)