Vor-Vorfeld

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Definition

Vor-Vorfeld beschreibt den Bereich im Satz, der noch vor dem Vorfeld liegt (vor dem linken (Satzrand)). Im klassischen Feldermodell ist dieser Bereich nicht vorgesehen.

Vorfeld-Einheiten haben keine Beteiligung an der grammatischen Konstruktion des Folgesatzes. Sie sind Elemente in der gesprochensprachlichen Äußerungsanordnung bei denen kleine Äußerungseinheiten, welche sich sowohl semantisch-pragmatisch auf die vorhergehende (monologische oder dialogische) Rede zurückbeziehen als auch verstehensanleitende Vorausweisungen auf den unmittelbar folgenden Sprechakt geben, vor der eigentlichen Äußerung stehen. Solche Vorschaltelemente bestehen meist aus Konjunktionen, Interjektionen, Diskursmarkern, Adverbien, Konjunktionaladverbien, festen Wortverbindungen, Anredeformen, Imperativen und sogar Sätzen.

Beispiele

Transkriptbeispiel: Gig

Bei beiden Äußerungen des Sprechers WI steht das „ja“ im Vor-Vorfeld des eigentlichen Satzes.

Verwandte Begriffe

Relevanter Wissensrahmen (Frame)

Vor-Vorfeld evoziert den Satzfeld-Frame.

In der Definition wurden die folgenden Frame-Elemente verwendet:

POSITION (verwendet als „vor dem Vorfeld“)

ÄUSSERUNGSBEREICH (verwendet als „Äußerungsanordnung“)

BEZUGSPUNKT (verwendet als „vorhergehende (monologische oder dialogische) Rede“ , „folgenden Sprechakt“)

FUNKTION (verwendet als „zurückbeziehen“, „verstehensanleitende Vorausweisungen“)

INHALT (verwendet als „Konjunktionen“ , „Interjektionen“ , „Diskursmarkern“ , „Adverbien“ , „Konjunktionaladverbien“ , „festen Wortverbindungen“ , „Anredeformen“ , „Imperativen“ , „Sätzen“)